Sevilla - Aus der Traum! Nach dem 2:2-Remis in Sevilla ist das Abenteuer Europa-League für die Dortmunder Borussia beendet. Nach dem bitteren Ausscheiden sprachen wir mit BVB-Abwehrchef Mats Hummels.

Frage: Mats Hummels, wie Ihre Mitspieler wirkten auch Sie nach dem Remis in Sevilla ausgesprochen verbittert. Suchen Sie die Schuld beim Schiedsrichter oder dem Gegner, dem viele aus Ihrem Team eine unfaire Spielweise unterstellten, oder eher bei Ihrer Mannschaft?

Mats Hummels: Natürlich letzteres. Denn unsere eigene Leistung führte ja erst dazu, dass man sich über solche Dinge aufregt und auf die Palme bringen lässt. Aber natürlich ist es sehr bitter, wenn man nach so einem Spiel rausfliegt. Wir haben schließlich in der gesamten Gruppenphase nur ein einziges Spiel verloren.

Frage: Ausgerechnet das Hinspiel gegen Sevilla.

Hummels: Genau. Aber auch in dem Spiel waren wir die eindeutig bessere Mannschaft. Sevilla hat damals ja nur ein einziges Mal aufs Tor geschossen. Deshalb ist das Aus ja auch so enttäuschend. Eine Blamage ist es aber ganz bestimmt nicht.

Frage: In Sevilla hat Ihre Mannschaft sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit früh getroffen, Sie haben zwei Auswärtstore erzielt und am Ende trotzdem nicht gewonnen. Kann man sagen, der BVB hat das Weiterkommen in gerade einmal 360 Sekunden zwischen der 31. und 35. Minute verspielt?

Hummels: Das kann man schon so sagen. In der Phase waren wir nicht richtig bei der Sache und haben zwei Mal gepennt. Beim 1:1 war die Situation eigentlich schon geklärt, doch dann macht Lukasz Piszczek diesen Fehler, der natürlich immer mal passieren kann. Beim zweiten Gegentor haben wir dann erst nicht richtig auf Außen gestört und in der Mitte waren in der Unterzahl. Dabei hatte uns Trainer Jürgen Klopp noch vor den kurzen Ecken gewarnt.

Frage: Kann man insgesamt sagen, dass Sie gegen eine so starke Mannschaft auch Lehrgeld zahlen mussten. Sie haben es schließlich nicht wirklich geschafft, Ihr gewohntes Spiel durchzuziehen.

Hummels: Das stimmt schon, aber es ist auch schwer, einer solchen Klasse-Mannschaft unser Spiel aufzudrücken, gegen Sevilla kann man das Spiel nicht komplett dominieren. Ein Problem war aber sicherlich, dass wir trotz viel Ballbesitz relativ wenige Chancen herausgespielt haben. Am Ende haben wir uns vor allem viel zu früh dazu verführen lassen, nur noch lange Bälle zu spielen.

Frage: Ist es vielleicht sogar gut, dass Sie gerade jetzt ausgeschieden sind. So kann das Aus im Winter verdaut werden und dann können Sie im kommenden Jahr wieder voll angreifen.

Hummels: Nein, auf keinen Fall. Wir wären alle gerne weiter gekommen. Das hätte uns bestimmt noch einen Schub und ein sehr gutes Gefühl gegeben.

Frage: So bleibt die Enttäuschung. Wie war die Stimmung in der Kabine?

Hummels: Natürlich waren alle müde, traurig und angefressen. Wir haben aber auch schon wieder optimistisch nach vorne geblickt.

Frage: Und diesen Frust schießen Sie sich jetzt in Frankfurt von der Seele?

Hummels: Schön wär's, aber das wird ein ganz hartes Stück Arbeit. Schließlich ist Frankfurt eine sehr gute Mannschaft. Aber wir werden natürlich versuchen, mit drei Punkten zurück nach Dortmund zu fahren, um mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen zu können.

Aus Sevilla berichtet Philipp Zimmer