München - Valentin Stocker ist der Königstransfer der Hertha. Das Transferfenster hat noch bis Ende August offen, doch bereits jetzt hat Hertha BSC eine Verpflichtung unter Dach und Fach gebracht, die aus Sicht des Hauptstadtclubs als sensationell durchgeht (Transferbörse).

Stocker ist Stammspieler in der Schweizer Nationalmannschaft, holte mit dem FC Basel in sieben Jahren sechs Meisterschaften sowie drei Pokalsiege und wurde von zahlreichen europäischen Topvereinen umworben. Das Rennen machte trotzdem die Hertha. Nicht zuletzt dank Kapitän Fabian Lustenberger, der Stocker aus Kindheitstagen in Luzern kennt und wärmste Empfehlungen für die Stadt, den Verein und das Umfeld abgab.

Ramos-Abgang vergessen machen

"Valentin Stocker ist ein herausragender Spieler, der genau in unser Anforderungsprofil passt. Er wird unserem Angriffsspiel in der kommenden Saison sehr viel Variabilität und Torgefahr hinzufügen", sagt Manager Michael Preetz. "Wir sind froh, dass wir ihn verpflichten konnten." Stocker unterschreibt bei den Hauptstädtern einen Vierjahresvertrag und soll den Abgang von Top-Stürmer Adrian Ramos, der ab Sommer für den BVB auf Torejagd geht, vergessen machen.

"Ich freue mich sehr über meinen Wechsel in die Bundesliga. Es war von Anfang an mein Wunsch, zu Hertha BSC zu gehen", unterstreicht der 25 Jahre alte Offensivspieler, der als 18-Jähriger beim FC Basel sein Profidebüt feierte. "Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay haben sich sehr intensiv und sehr lange um mich bemüht. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass der Club auch in der kommenden Spielzeit eine so erfolgreiche Rolle in der Bundesliga spielt wie in der abgelaufenen Saison." 

Hitzfeld gerät ins Schwärmen 

Stocker kann zentral hinter der Spitze, auf rechts und sogar als hängende Spitze spielen, am liebsten kommt er aber über links. "Valentin ist bei mir Stammspieler, spielt in Basel eine herausragende Saison und hat sich mit tollen Leistungen für die Bundesliga empfohlen", so der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld in der "Bild". "Er kann Tore vorbereiten und selbst erzielen, hat einen richtig guten Torriecher!" Und ob. Stocker gelangen in 175 Spielen für Basel 50 Treffer und 62 Vorlagen. In der abgelaufenen Spielzeit netzte der Neu-Berliner zwölf Mal ein und bereitete acht Treffer vor.

Basel wird seinem Leistungsträger einige Tränen nachweinen, die Verantwortlichen legten dem Offensivspieler allerdings keine Steine in den Weg. "Valentin ist jahrelang bei uns und hat sämtliche Titel mit uns gewonnen. Er hat wahnsinnig viel für den Verein geleistet. Wir müssen respektieren, dass ein Profi seine Karriereplanung hat und, dass er einmal in die Bundesliga möchte", erklärte FCB-Präsident Bernhard Heusler.

"Drmic und Mehmedi haben es vorgemacht"

Zumal die Bundesliga mittlerweile das Auffangbecken für Schweizer Profis ist. Gleich neun Spieler des WM-Kaders der Eidgenossen verdienen ihre Brötchen in Deutschlands Oberhaus. "Ich traue ihm zu, dass er es in der Bundesliga packen kann. Drmic und Mehmedi haben es vorgemacht", verdeutlicht Hitzfeld, der seine Nationalspieler ab dem 25. Mai ins Trainingslager nach Weggis bittet, um sich auf die Weltmeisterschaft in Brasilien vorzubereiten. Die Berliner werden sich also noch eine Zeit lang gedulden müssen, ehe ihr Königstransfer in der Hauptstadt aufschlägt.

David Schmidt