München - Falls zwei oder mehr Mannschaften nach Abschluss der Gruppenspiele der EM in Polen und der Ukraine die gleiche Anzahl von Punkten vorzuweisen haben, wird die Platzierung nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge ermittelt:

1. größere Punktzahl aus den direkten Begegnungen

2. bessere Tordifferenz aus den direkten Duellen

3. größere Anzahl erzielter Tore aus den direkten Duellen

4. bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen

5. größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen

6. Platzierung in der UEFA-Koeffizientenrangliste für Nationalteams

7. Fair-Play-Verhalten der betreffenden Mannschaften

8. Losentscheid

Treffen zwei Mannschaften im letzten Gruppenspiel aufeinander, die dieselbe Anzahl Punkte, die gleiche Tordifferenz sowie dieselbe Anzahl Tore aufweisen, und endet das betreffende Spiel unentschieden, wird die Platzierung der beiden Teams durch Elfmeterschießen ermittelt. Haben weitere Mannschaften derselben Gruppe dieselbe Anzahl Punkte, könnte auch der UEFA-Koeffizient entscheiden. Dieser wird nach den Spielen bei vorangegangenen EM- und WM-Turnieren ermittelt.

Beim Fair-Play-Kriterium fließen abgesehen von Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten auch das Verhalten und der Respekt gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern in die Bewertung ein.

Für Italien wird's eng



Für Italien bedeutet das beispielsweise, dass die "Squadra Azzurra" den Sprung ins Viertelfinale nur noch bedingt in der eigenen Hand hat. Denn nach dem zweiten Spieltag der Vorrundengruppe C steht fest, dass sich Kroatien und Titelverteidiger Spanien mit dem "richtigen" Ergebnis bei ihrem Duell am Montag gemeinsam für die K.o.-Runde qualifizieren können.

Jedes Remis ab der Höhe von 2:2 bringt die Kroaten und die Spanier weiter. Dann würde den Italienern auch ein noch so hoher Sieg gegen die bereits ausgeschiedenenen Iren nichts nutzen - auch wenn dann alle drei Mannschaften fünf Punkte auf dem Konto hätten. Grund dafür ist das Regelwerk, das bei Punktgleichheit mehrerer Teams zunächst nur den direkten Vergleich zur Entscheidungsfindung heranzieht. Diese Regel bezieht sich in ihrem letzten Punkt auf die Anzahl der geschossenen Tore.

Erinnerungen an 2004



Sollten sich die Kroaten und die Spanier 2:2 trennen, hätten beide Teams 3:3 Tore aus den Spielen zwischen Italien, Spanien und Kroatien geholt. Die Tordifferenz der Italiener aus diesen Duellen steht aber bereits bei 2:2 fest.

Schon bei der EM 2004 hatte Italien aus exakt diesem Grund den Kürzeren gezogen. Damals brauchten die Schweden und die Dänen in ihrem letztem Gruppenspiel ein 2:2, um die Italiener aus dem Turnier zu werfen. Tatsächlich lautete das Ergebnis dann auch 2:2.