Eine Mannschaft schießt ein Tor und jubelt - bis auf den Torschützen. Denn der hat soeben gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber getroffen. Tore gegen den Ex-Verein - in der Bundesliga-Saison 2008/09 keine Seltenheit.

Fielen in der vergangenen Spielzeit nur knapp mehr als drei Prozent aller Tore durch Spieler, die schon einmal für die gegnerische Mannschaft aufgelaufen sind, hat sich dieser Anteil in dieser Saison auf 6,9 Prozent mehr als verdoppelt.

Werders Angst vor den Ex-Spielern

An jedem Spieltag fielen in dieser Saison im Schnitt 1,9 Tore durch Ex-Spieler (0,82 in der Saison 2007/08). Werder Bremen ist das größte "Opfer" dieser Entwicklung: Die Bremer kassierten 2008/09 schon fünf Gegentore durch ehemalige Spieler.

Während die beiden Treffer vom nach München abgewanderten Tim Borowski aufgrund der fünf selbst erzielten Treffer belächelt werden konnten, kosteten die Tore von Mohamed Zidan (3:3 gegen Dortmund) und Christian Schulz (1:1 in Hannover) wichtige Zähler.

Nachdem am Dienstag gegen Leverkusen mit Manuel Friedrich ebenfalls ein Ex-Bremer gegen Werder traf, kassierten die Norddeutschen an den vergangenen drei Spieltagen jeweils ein Tor durch einen ehemals eigenen Akteur. Zum Glück für die Bremer spielt beim kommenden Gegner Hertha BSC kein Ex-Profi.

Drei Ehemalige gegen Bayern erfolgreich

Der FC Bayern München ließ drei Spieler ziehen, die dann in dieser Saison gegen den Rekordmeister trafen. Zum Saisonauftakt machten die nun in Hamburg aktiven Paolo Guerrero und Piotr Trochowski aus einem 0:2 ein Unentschieden. Zudem traf Claudio Pizarro beim 5:2-Erfolg der Bremer in München.

Beim 1:5 in Hannover wurde Borussia Mönchengladbach fast im Alleingang von Ex-Spielern abgeschossen. Jan Schlaudraff (zwei Tore) und Mikael Forssell schossen zusammen drei Tore.

Zwei Mal doppelt im Vorjahr

Vergangene Saison gab es zwei Spieler, die gleich gegen zwei ehemalige Arbeitgeber erfolgreich waren. Der nun in Wolfsburg aktive Zvjezdan Misimovic traf für den 1. FC Nürnberg zwei Mal gegen Bochum und ein Mal gegen den FC Bayern.

Besonders kurios war die Konstellation bei Joshua Kennedy: Nach nur zwölf Bundesliga-Einsätzen und einem Tor beim 1. FC Nürnberg wechselte er im Januar 2008 nach Karlsruhe, wo er gleich bei seinem Debüt ins Schwarze traf - gegen den FCN.

Vier Wochen später schoss Kennedy dann auch ein Tor gegen den VfL Wolfsburg, für den er seine ersten Bundesliga-Spiele bestritten hatte.

Sebastian Stolz