Die Spieler in puncto Kraft noch besser machen, dieses Ziel hat sich Zvonko Komes für das Trainingslager auf die Fahnen geschrieben.

Neben Cheftrainer Bruno Labbadia und Assistent Eddy Sözer ist er der dritte Neuzugang im Bayer 04-Trainerteam.

Individualtraining in St. Gallen

Allein seine Stationen in den vergangenen drei Jahren können sich sehen lassen: Kaiserslautern, Luzern, Bayern München und im Vorfeld der EURO 2008 die Schweizer Nationalmannschaft. Seit über 25 Jahren ist Zvonko Komes im Fußballgeschäft als Konditionstrainer unterwegs und nun in Leverkusen angekommen.

In den beiden Intensivwochen zum Auftakt der Saison-Vorbereitung stand für Komes vor allem die Diagnose der einzelnen Bayer 04-Spieler an. Aufbauend auf diese Erkenntnisse hat der 49-Jährige die Mannschaft für das Trainingslager in St. Gallen in vier Gruppen aufgeteilt und wird mit ihnen ein jeweils abgestimmtes Individualprogramm durchziehen.

"Wir wollen die Spieler noch besser machen"

Ein gruppenübergreifendes Ziel ist jedoch die Verbesserung der Kraft und zwar in all ihren Facetten: Kraft in der Schnelligkeit, Kraft in der Drehung und Kraft im Sprung. "Ein weiterer Punkt ist die Vorbeugung von Verletzungen. Wir trainieren mit hoher Intensität und da ist Prävention umso wichtig", sagt der Kroate.

Seine Übungen sind für die Spieler ungewohnt, weil neu und ähneln den Methoden der deutschen Nationalmannschaft sowie der Vereine in England. Auf der Insel hat Komes selbst vier Jahre gearbeitet und sich dort einiges angeeignet: "Die meisten meiner Übungen werden mit dem Ball durchgeführt und da habe ich eine große Übereinstimmung mit Bruno Labbadia. Wir wollen die Spieler noch besser machen und da ist der Bezug zum Spiel einfach wichtig."

Neue Erkenntnisse durch GPS-System

Die Bayer 04-Spieler erkunden also Neuland und ziehen dabei gut mit. Zvonko Komes ist nach dreieinhalb Trainingswochen mit der Werkself auf jeden Fall zufrieden: "Die Mannschaft versteht, was wir wollen und hat selbst eine unglaubliche Motivation. Das ist schon anders als bei Bayern München."

Beim Rekordmeister hat der Konditionstrainer sein GPS-System zuerst eingesetzt, durch das er seine Arbeitserfolge immer kontrolliert und zu neuen Erkenntnissen gelangt. Dabei tragen die Spieler Uhren mit dem entsprechenden Sender. Auf dem Laptop können dann Diagramme zu einzelnen Faktoren, wie der Geschwindigkeit, der zurückgelegten Kilometer oder der Herzfrequenz erstellt, ausgedruckt und natürlich ausgewertet werden.

Hitzfeld ließ sich von Komes inspirieren

"Ich bin nach wie vor hungrig auf Erfolg und möchte auch bei Bayer 04 meine frühere Arbeit bestätigen. Bruno Labbadia hat ebenfalls Hunger auf Erfolg und so passen wir gut zusammen. Wir geben Gas bis zum Maximum", ist die Motivation bei Komes groß und Freizeit für den zweimaligen Familienvater ein Fremdwort.

Besonders im Trainingslager sind die Tage intensiv und abends kann er nur noch erschöpft ins Bett fallen. Für sein Hobby Golf bleibt da keine Zeit, aber ein paar alte Bekannte wird er in St. Gallen treffen. So hat sich unter anderem Ottmar Hitzfeld angekündigt. Der Ex-Bayern-Trainer holte Komes im vergangenen Jahr nach München und sicher übernimmt Hitzfeld einige Übungen des Konditionstrainers auch bei seiner neuen Aufgabe als Nationaltrainer der Schweiz.