Thomas Müller bereitete das Tor von Robert Lewandowski zum 3:1-Endstand vor - © imago/Jan Huebner
Thomas Müller bereitete das Tor von Robert Lewandowski zum 3:1-Endstand vor - © imago/Jan Huebner
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Dominante Bayern eröffnen die Jagd auf Dortmund

Sinsheim - Als Leon Goretzka und die anderen "Super-Bayern" vor der Fankurve ihren erfolgreichen Auftakt in die Jagdsaison bejubelten, schallte ihnen prompt die unmissverständliche Forderung für die kommenden Monate entgegen. "Deutscher Meister", sangen die Anhänger von Bayern München voller Inbrunst, "wird nur der FCB." Zumindest der erste Schritt zum großen Ziel war dem Rekordmeister in beeindruckender Manier gelungen.

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Mit dem hochverdienten 3:1-Sieg bei der TSG Hoffenheim verkürzte der äußerst dominante Tabellenzweite zu Beginn der Rückrunde in der Bundesliga nicht nur den Abstand zum Spitzenreiter Borussia Dortmund auf drei Zähler. Nein, dieser Auftritt bedeutete weitaus mehr - das machten die Protagonisten des FC Bayern München auch verbal deutlich.

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"Wir sind da, wir sind präsent. Wir werden den BVB jagen und wollen irgendwann vorbeiziehen", sagte der höchst zufriedene Trainer Niko Kovac. Der 47-Jährige konnte zwar nicht beurteilen, ob Dortmund bereits am Samstag im schweren Ligaspiel bei RB Leipzig (18:30 Uhr) Nerven zeigen und stolpern werde, "aber wir versuchen, den Rückstand aufzuholen. Das ist unser Antrieb und unser Anspruch, wir wollen Meister werden."

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Durch den Sieg gegen Hoffenheim verkürzen die Bayern den Rückstand auf Dortmund zumindest vorübergehend auf drei Punkte - Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Müller: "Wir wollten den Druck sofort aufbauen"

Und nun, wo der BVB nach wochenlangem Vorsprung von neun Zählern mindestens kurzzeitig den Atem der gierigen Münchner im Nacken spürt, "ist das für Dortmund sicher unangenehmer", sagte Offensivspieler Thomas Müller, der selbstbewusst ergänzte. "Wir wollten den Druck sofort aufbauen. Vor allem die erste Halbzeit war ein kleines Statement."

In den ersten 45 Minuten waren die Gäste den ambitionierten Hoffenheimern tatsächlich so überlegen wie zu allerbesten Zeiten. Die Bayern drängten die TSG mehrfach über einen längeren Zeitraum in den eigenen Strafraum, Nationalspieler Leon Goretzka sorgte mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga (34./45.+1) für den verdienten Zwischenstand.

Für Kovac war der erste Durchgang deshalb "einfach nur sensationell", Sportdirektor Hasan Salihamidzic sah eine "überragende Leistung" und für Kapitän Manuel Neuer war es "wahrscheinlich die beste Halbzeit der Saison". Das wiederum verdeutliche, "dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben", äußerte Neuer weiter.

"Wir sind da, wir sind präsent. Wir werden den BVB jagen und wollen irgendwann vorbeiziehen", sagte Niko Kovac - imago/ActionPictures

Volle Konzentration - auf die eigene Leistung

Für das rundum perfekte Spiel, das erkannten die Münchner ebenfalls, fehlte aber ein zweiter Durchgang auf dem gleichen Niveau. Nach dem Wiederanpfiff büßten die von den mitgereisten Fans als "Super-Bayern" besungenen Gäste Teile ihrer Dominanz ein, was Hoffenheims Nationalspieler Nico Schulz (59.) zunächst zum Anschluss nutzte, dank des späten Treffers von Robert Lewandowski (87.) letztlich aber ohne Folgen blieb.

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"Diesen offenen Schlagabtausch wollten wir nicht", sagte Kovac, der deshalb mahnte: "Wir müssen nun den Elan mitnehmen und weiter Gas geben." Denn nur dann, davon war der Kroate felsenfest überzeugt, "sind wir irgendwann nicht mehr vom BVB abhängig."

Ähnlich beurteilte Goretzka die Situation, auch er forderte für das Erreichen des große Fernziels mehr Konstanz. "Wir tun gut daran, an uns zu arbeiten und unser Spiel zu verbessern", sagte der frühere Profi von Schalke 04: "Das übt dann genug Druck auf Borussia Dortmund aus." Und erhöht die Chancen auf die siebte Meisterschaft in Serie.

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