München - In großen weißen Ziffern leuchtete die beeindruckende Zahl auf der Videoleinwand auf. Mit dem 4:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln hat der FC Bayern München die Schallmauer von 1000 Siegen in der Bundesliga durchbrochen. Entsprechend stolz waren die Verantwortlichen auf diese historische Leistung, Trainer Pep Guardiola geriet ins Schwärmen.

"Wir Trainer wissen wie schwer es ist, einen Sieg einzufahren", begann der Katalane seinen Lobgesang auf den Verein. "1000 Siege sind überragend - für alle: Trainer, Fans, Spieler, Mitarbeiter. Ich bin sehr stolz in diesem Moment der Geschichte Trainer von Bayern München zu sein." Bei den letzten 64 dieser sagenhaften 1000 Siege stand Guardiola an der Seitenlinie. Mit einer Siegquote von 82 Prozent ist der 44-Jährige der erfolgreichste Bayern-Trainer aller Zeiten.

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Bayerns 1000 Bundesliga-Siege in der großen Infografik

Robbens Rollentausch bricht den Bann

Der Sieg für die Geschichtsbücher war zunächst ein Geduldsspiel, fiel aber mit 4:0 am Ende standesgemäß aus. Dabei hatte Guardiola mit einer sehr offensiven Aufstellung die Marschrichtung vorgeben. Erstmals standen die drei offensiven Außenbahnspieler Arjen Robben, Douglas Costa und Kingsley Coman gemeinsam in der Startelf. Doch erst als Rückkehrer Robben vom Zentrum auf seine angestammte rechte Seite rotierte, rissen die ersten Lücken im bis dahin kompakten Defensivverbund der Kölner auf.

"Köln stand so tief wie beim Handball", sagte Robben (Link: Zum Interview). "Das ist egal, die Kölner dürfen ihre eigene Taktik wählen und wir müssen die Lösung finden." Die fand er im Erzielen des Führungstreffers, der den nach weiteren Toren von Arturo Vidal, Robert Lewandowski und Thomas Müller letztlich souveränen Sieg einleitete. Torhüter Manuel Neuer führte den Erfolg auch auf Guardiolas akribische Vorbereitung zurück: "Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Trainer die deutschen Vereine besser kennt als wir Deutschen."

"Man erinnert sich später gerne daran"

Mit dem Rekord-Dreier gegen Köln stellte Guardiolas Mannschaft noch weitere Bestmarken auf: Die Bayern bauten ihren Startrekord auf zehn Siege aus und markierten mit nun 33 Toren nach zehn Spieltagen einen neuen Torrekord. "Wenn wir vor so einem Rekord stehen und auch die Möglichkeit haben, in der Bundesliga zehn Siege in Folge einzufahren, dann ist das für uns als Mannschaft und für jeden einzelnen Spieler toll, dabei gewesen zu sein", sagte Neuer. "Man erinnert sich später gerne daran."

Unvergesslich wird dieser Tag auch für Lewandowski bleiben. "Wir sind sehr stolz", sagte der Stürmer. "Das war ein historischer Sieg und ich hoffe, wir holen noch ein paar historische Siege in dieser Saison." Der polnische Nationalspieler trug selbst mit seinem 13. Tor zu diesem Sieg bei. "Es ist schön, dass ich wieder getroffen habe, aber es ist nicht so wichtig wie viele Tore ich habe", sagte Lewandowski, der den mannschaftlichen Erfolg höher einordnete.

Robben richtet Fokus auf Titel

In Anbetracht der Rekordflut bei den Bayern fällt es Robben etwas schwer, den Überblick über die unzähligen Bestmarken zu behalten. Das Wesentliche hat der 31-Jährige dafür fest im Blick: "Es geht mir - und ich glaube den anderen Spielern in der Mannschaft auch - eigentlich nicht um Rekorde, sondern um Titel."

Aus München berichtet Maximilian Lotz