Die 1:2-Niederlage beim FC Bayern war bitter für 1899 Hoffenheim.

Erstmals in der laufenden Saison hat der Aufsteiger nach einer Führung einen Punktverlust einstecken müssen. Dennoch hat die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick viel Anerkennung gewonnen. Die Bayern sehen Hoffenheim als ernsten Konkurrenten um die Meisterschaft.

"Es ist bitter, mit null Punkten nach Hause zu fahren", sagt Andreas Beck im Interview mit bundesliga.de.

Stark gegen Ribery

Der Neuzugang vom VfB Stuttgart gehörte am Freitagabend zu den stärksten Hoffenheimern, schaltete gemeinsam mit Tobias Weis den in den vergangenen Wochen überragenden Franck Ribery nahezu aus.

Beck behauptete sich in guten 67 Prozent seiner Duelle am Ball - Bestwert in Reihen der Gäste und mit 71 Ballkontakten hatte der rechte Verteidiger die meisten in seinem Team.

bundesliga.de: Andreas Beck, als alle schon mit einem Unentschieden im Spitzenspiel gerechnet haben, traf Luca Toni zum Sieg für den FC Bayern. Welche Worte finden Sie nach der Niederlage?

Andreas Beck: Ich denke, wenn beide Mannschaften einen Punkt holen, wäre das verdient gewesen. Wir sind immer besser ins Spiel bekommen, hatten Phasen, in denen wir besser waren. Es ist für uns extrem bitter, so zu verlieren und mit null Punkten nach Hause zu fahren.

bundesliga.de: Wenn man über Hoffenheim spricht, ist von Hurra-Fußball und totaler Offensive die Rede. Aber 1899 hat vor allem in der ersten Hälfte bewiesen, dass Sie auch über den Kampf durchaus ins Spiel finden. War das in der Allianz Arena eine andere Spielweise als gewöhnlich?

Beck: Ich denke nicht mal, dass das eine ganz andere Spielweise von unserer Seite war. Ich bin sogar der Meinung, dass wir gar nicht so gut ins Spiel gekommen sind und erst später bissiger geworden und besser in die Zweikämpfe gekommen sind. Für die Fans war das ein tolles Spiel mit vielen Zweikämpfen, ein Hin und Her über 90 Minuten. Leider hat es für uns am Ende nicht gereicht.

bundesliga.de: Wie haben die Bayern auf Sie gewirkt? Haben die Münchener eine andere Vorangehensweise als sonst gewählt, um gegen Sie zu bestehen?

Beck: Ich weiß nicht, wie der FC Bayern gegen andere Gegner spielt, uns haben sie auf jeden Fall sehr ernst genommen. Das Spiel wurde in den Medien stark thematisiert, es war eine großer Hype, deswegen ist das normal. Ich muss aber sagen, es hat auch sehr Spaß gemacht.

bundesliga.de: Sie haben es angesprochen: Selten hat ein Spiel in den vergangenen Jahren so extrem den Alltag beherrscht. In 168 Ländern wurde das Spiel übertragen, die Bayern hätten nach eigenen Angaben Hunderttausende von Tickets absetzen können. Die Bayern sind das eher gewohnt. Wie haben Sie diesen Hype wahrgenommen?

Beck: Es war sehr interessant. So eine Konstellation gab es wohl auch noch nie, dass zu so einem Zeitpunkt der Aufsteiger vor Bayern steht, aber im Endeffekt hat es auch nur drei Punkte gegeben. Es war schön, aber leider nicht mit dem richtigen Ende für uns.

bundesliga.de: Franck Ribery war der überragende Mann beim FC Bayern in den letzten Wochen. Sie haben ihn sehr gut unter Kontrolle bekommen. Wie war es, gegen Franck Ribery zu spielen?

Beck: Es hat Spaß gemacht gegen ihn zu spielen. Wir haben als Mannschaft gut dagegenhalten, aber es ging auch nicht um individuelle Duelle wie Ribery gegen Beck, sondern um Bayern München gegen 1899 Hoffenheim. Die Zuschauer haben ein super Spiel gesehen.

Das Gespräch führte Fatih Demireli