Rekordmeister Bayern München hat trotz durchwachsener Leistung einen Start nach Maß in 13. Champions-League-Saison hingelegt. Bei Außenseiter Maccabi Haifa gewannen die Münchner zwar deutlich mit 3:0 (0:0), taten sich aber größtenteils schwer.

Erst ein Tor von Daniel van Buyten (64.) und ein später Doppelpack von Thomas Müller (85./88.) sicherten den standesgemäßen Sieg.

Butt muss mehrfach parieren

Drei Tage nach dem glanzvollen 5:1-Sieg in der Bundesliga bei Borussia Dortmund kam die zuletzt wie geölt laufende Tormaschine der Münchner wieder erst gegen Ende ans Laufen.

Auch in der Defensive offenbarte der deutsche Vize-Meister erneut Schwächen, Torhüter Jörg Butt musste beim Stande von 0:0 mehrfach in höchster Not retten. Ein mäßiges Spiel lieferte Franck Ribery, der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielte, nach 62 Minuten aber vom Platz musste.

Dennoch erlebte Trainer Louis van Gaal, der 1995 die Champions League mit Ajax Amsterdam gewonnen hatte, eine vom Ergebnis her gelungene Premiere als Bayern-Coach in der Königsklasse. Mit dem Sieg im Rücken können die Bayern entspannt ins Gruppen-Spitzenspiel am 30. September gegen Juventus Turin gehen.

Gutes Omen im Ramat Gan

Im Nationalstadion Ramat Gan hatten sich die Bayern auch auf den Tag genau vor fünf Jahren im bis dahin einzigen Spiel in Israel schwer getan. Damals gewannen die Münchner durch ein Elfmetertor von Roy Makaay mit 1:0 gegen Maccabi Tel Aviv; von dieser Mannschaft war nur noch Bastian Schweinsteiger übrig geblieben.

Schweinsteiger war neben Butt und Ribery auch einer von nur drei Spielern aus der Startelf, die im März beim 0:4-Debakel im Viertelfinal-Hinspiel beim FC Barcelona auf dem Platz gestanden hatten - und damals den unrühmlichen Abschied der Bayern von der großen europäischen Bühne miterleben mussten.

Ribery von Beginn an dabei

Van Gaal schickte Superstar Ribery erstmals in dieser Saison von Beginn an aufs Spielfeld. Doch der Franzose zeigte, dass er noch nicht wirklich fit ist. Überraschend weichen musste dafür Nationalstürmer Mario Gomez, der aber für den Franzosen ins Spiel kam.

Bei schwierigen äußeren Bedingungen in der Abendhitze von Tel Aviv begannen die Münchner schwungvoll und ließen den Ball in den eigenen Reihen laufen. Allerdings schlugen sie aus ihrer optischen Überlegenheit viel zu wenig Kapital.

Ein Schuss von Ribery, eine Flanke von Danijel Pranjic, die so zum Torschuss wurde, und ein harmloser Versuch von Arjen Robben waren zunächst alles.

Olic noch der Gefährlichste

Am nächsten dem 0:1 kam noch Olic, als er den Ball auf Flanke von Kapitän Philipp Lahm am Tor vorbei spitzelte, und kurz darauf erneut nach Lahms Vorarbeit per Kopf versenkte, dabei aber knapp im Abseits stand.

Israels Meister beschränkte sich auf gelegentliche Vorstöße, einen Schuss von Gustavo Boccoli parierte Butt problemlos. Gegen Ende der ersten Hälfte stellten auch die Bayern ihre ohnehin immer seltener vorgetragenen Bemühungen fast vollständig ein.

Haifa wittert seine Chance

Der Außenseiter, der bei seiner einzigen Champions-League-Teilnahme vor sieben Jahren unter anderem Manchester United bezwungen hatte, witterte seine Chance und machte nun bis zur Pause Druck.

Im Gegensatz zum Sieg in Dortmund schien in der Pause kein Ruck durch die Mannschaft. Im Gegenteil: Butt musste sogar innerhalb weniger Sekunden zweimal gegen Yaniv Katan in höchster Not retten (51./52.).

Müller erneut mit einem Doppelpack

Auch van Buytens Treffer war nicht herausgespielt, dem Belgier war der Ball nach einem Stockfehler von Gomez vor die Füße gefallen. Die Bayern konterten nun bisweilen gefällig, schlossen aber meist zu hektisch ab.

Pech hatte erneut Olic mit einem Kopfball, der auf der Linie geklärt wurde. Der starke Butt rettete auf der anderen Seite gegen Wladimir Dvalischwili in höchster Not, ehe Müller wie in Dortmund mit einem Doppelpack alle Zweifel beseitigte.