Köln - Spannung pur in der Bundesliga. Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft ist aktuell so eng wie schon lange nicht mehr. Nur vier Punkte trennen Tabellenführer Borussia Dortmund vom Vierten TSG 1899 Hoffenheim. Dazwischen lauern Rekordmeister FC Bayern München und Vorjahres-Vizemeister RB Leipzig. Und auch in den unteren Tabellenregionen liegen die Clubs nah beieinander.

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Beim Blick auf die Tabelle muss sich Peter Bosz derzeit ziemlich ärgern. Dabei steht seine Borussia unangefochten an der Spitze, ist bisher an jedem Spieltag dieser Saison Erster gewesen. Doch durch das 2:3 gegen RB Leipzig am vergangenen Wochenende hat die Mannschaft des niederländischen Trainers ihre zuvor sehr erhabene Stellung mit bereits fünf Punkten Vorsprung eingebüßt. Statt eines Dortmunder Alleingangs, ist die Tabellenspitze dadurch sehr eng zusammengerückt. Die Fans der Bundesliga kann das indes nur freuen, sorgt es doch für Hochspannung im Kampf um den Deutschen Meistertitel.

Video: Die Bayern überrennen Freiburg

Noch enger als aktuell ging es zuletzt vor neun Jahren in der Bundesliga zu. Damals, in der Saison 2008/09, betrug der Abstand zwischen Spitzenreiter Hamburger SV (17 Punkte) und dem Vierten Hertha BSC (14) nach acht Spieltagen drei Zähler. Dass wir nun wieder einen knappen Vierkampf erleben, ist vor allem RB Leipzig zu verdanken. Die Sachsen fügten dem BVB die erste Saisonniederlage bei und fingen die schwarz-gelben Ausreißer damit wieder ein.

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Überhaupt sind die Sachsen das Team der Stunde. Nach leicht holprigem Start ist der Vorjahresaufsteiger wieder voll ins Laufen geraten. Zuletzt konnte die Mannschaft von Coach Ralph Hasenhüttl als einziges Team der Liga drei Siege in Folge einfahren. Und sich damit von Platz neun auf drei hocharbeiten. Zudem wurde beim 3:2 gegen den FC Porto der historisch erste Sieg des Clubs in der Champions League eingefahren. Mit Leipzig ist auch weiterhin fest zu rechnen. Die Mannschaft wurde durch Stars wie Bruma, Jean-Kevin Augustin oder Kevin Kampl geschickt verstärkt und vor allem in der Kaderbreite aufgewertet. Die zuletzt gezeigten Leistungen zeigen: Eine Wiederholung des überraschenden Vorjahreserfolges erscheint gar nicht so überraschend.

Neue Euphorie bei den Bayern

Dortmunds Sokratis und Leipzigs Jean-Kevin Augustin zeigen das Ziel an: Ganz nach oben © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Lukas Schulze

Neue Euphorie herrscht auch beim FC Bayern. Die Wieder-Verpflichtung von Altmeister Jupp Heynckes hat sich schon in den ersten beiden Partien voll ausgezahlt. Zwei Spiele, zwei Siege, 8:0 Tore stehen nach den Duellen mit Freiburg (5:0) und Celtic Glasgow (3:0) in der Bilanz des Triple-Coaches. Und plötzlich ist der FCB wieder dran, hat den Rückstand auf den BVB auf zwei Punkte verkürzt. Und könnte sogar erstmals am 9. Spieltag die Tabellenspitze erobern. Vorausgesetzt die Münchner siegen in Hamburg und Dortmund lässt Punkte in Frankfurt.

Die TSG 1899 Hoffenheim hingegen ist ein wenig ins Straucheln geraten. Nach 14 Punkten aus den ersten sechs Spielen, konnten die Kraichgauer die letzten beiden Spiele nicht mehr gewinnen, holten gar nur einen Punkt. Mit 15 Zählern sind sie aber weiterhin in Schlagweite der Tabellenspitze. Überhaupt steht das gleiche Quartett vorne wie zum Ende der vergangenen Spielzeit, wenn auch platzierungsmäßig durcheinandergewürfelt. Dahinter hingegen tummeln sich mit Borussia Mönchengladbach, dem FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt, dem FC Augsburg und Hannover 96 Clubs, die 2016/17 in tieferen Tabellenregionen oder gar der 2. Bundesliga rangierten.

Video: Eigentor kostet Hoffenheim gegen Augsburg den Sieg

Europa-League-Teilnehmer am Tabellenende

Dafür stehen auf den letzten drei Plätzen drei Clubs, die letztes Jahr noch oben mitspielten. Der Sport-Club Freiburg (16.) und der 1. FC Köln (18.) qualifizierten sich für den Europapokal, Werder Bremen wurde Achter. Nun liegt das Trio auf den Abstiegsrängen. Die Geißböcke sogar mit einem historisch schlechten Start. Nur ein Punkt und -14 Tore markieren die schwächste Ausbeute nach acht Spieltagen in der Geschichte der Bundesliga.

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Davor sind die Clubs aber nah beieinander. Zwischen dem Vorletzten Bremen, der seit fünf Spieltagen einen Abstiegsplatz belegt, und dem Zwölften Bayer 04 Leverkusen beträgt der Abstand nur fünf Punkte. Freiburg als 16. ist sogar nur zwei Punkte von der Werkself entfernt. Für Spannung ist also auch im Kampf gegen den Abstieg mehr als gesorgt.