Für den Angriff hat der SC zudem Nils Petersen (r.) verpflichtet
Für den Angriff hat der SC zudem Nils Petersen (r.) verpflichtet
Bundesliga

Baustellen der Clubs: SC Freiburg

Köln - Der Sport-Club Freiburg überwintert derzeit am Tabellenende. Und obwohl es nur vier Zähler bis zum zehnten Platz sind, tauchten in der Hinrunde Probleme auf, die bei einem Blick in Zahlen und Statistiken deutlich zu identifizieren sind. Durch gezielte Einkäufe könnte der SCF schon einige Schwachstellen behoben haben.

1. Problem: Das Umschaltspiel

In der Serie "Baustellen der Clubs" nimmt bundesliga.de ausgewählte Bundesligisten unter die Lupe und analysiert anhand von Statistiken Probleme in der Hinrunde und mögliche Lösungen.

In der gesamten Hinrunde ist dem Team kein einziges Kontertor gelungen. Insgesamt kamen die Breisgauer nach Kontern überhaupt nur elf Mal zum Torschuss. Das ist mit Abstand der schlechteste Wert aller Bundesligisten und viel zu wenig für eine Mannschaft, deren große Stärke in der Vergangenheit noch im schnellen Umschaltspiel lag und die gegen spielstarke Konkurrenten auf Konter dringend angewiesen ist.

Die Spieler des SC Freiburg müssen nicht mehr laufen, sondern effizienter und schneller. Stellvertretend sei Vladimir Darida genannt. Der Tscheche, mit fünf Toren vielleicht der auffälligste Freiburger der Hinserie, spult zwar in der gesamten Liga die meisten Kilometer ab, hält sich mit Sprints aber sehr zurück.

Wie schon erwähnt ist das Spiel der Freiburger stark abhängig vom Personal. Dabei ist weniger die individuelle Klasse ausschlaggebend, als das Verinnerlichen der Spielphilosophie. Individuelle Fehler entstehen häufig aus Unsicherheit und fehlender Abstimmung. In der Vorsaison holte der SCF in der Hinrunde 14 Punkte (nun 15), sechs der neun Siege gelangen nach der Winterpause.

Dass die Zweikampfquote im Moment noch nicht stimmt, hat auch damit zu tun, dass mit Marc-Oliver Kempf (50,7 % gewonnener Duelle) und Marc Torrejon (56,5 %) ein Youngster und eine Neuverpflichtung aus der 2. Bundesliga zu Stammkräften geworden sind, die sich beide noch an die Liga gewöhnen müssen. In der Rückrunde könnte sich dieses Problem dank der akribischen Arbeitsweise von Trainer Christian Streich erledigen.

3. Problem: Freiburg ist zu harmlos

Auch das ist keine Überraschung bei einem Tabellenletzten. Es gibt auch noch harmlosere Teams, als den Sport-Club. Top-Torschütze ist mit Vladimir Darida ein Mittelfeldspieler mit fünf Treffern. Aber: Vier seiner fünf Tore waren verwandelte Elfmeter, einen Assist sucht man auf dem Konto des Mittelfeldmotors bislang vergebens. Unterm Strich ist auch hier das Zentrum die Schwachstelle: Elf der 17 Tore fielen über die Flügel.

Hinzu kommt die derzeitige Abschlussschwäche der Angreifer. Vier Stürmertore sind einfach zu wenig. Admir Mehmedi war in der vergangenen Spielzeit mit zwölf Treffern noch erfolgreichster Schütze, traf das Tor in den bisherigen 14 Einsätzen 2014/15 aber nur noch einmal.

Die Lösung: Die Neuen müssen einschlagen