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Köln - Das Topspiel des 17. Spieltags bestreiten am Samstagabend die Überraschungsteams von RB Leipzig und Eintracht Frankfurt. Vor dem Duell des Tabellen-Zweiten gegen den Vierten spricht Bastian Oczipka, der Außenverteidiger der Hessen, im Interview mit bundesliga.de über den Höhenflug der Eintracht, die defensive Stabilität und die weiteren Ziele.

bundesliga.de: Bastian Oczipka, am Samstag startet die Eintracht in das Fußballjahr 2017. Die Eintracht gastiert beim Überraschungszweiten RB Leipzig. Wie gut gerüstet geht die Mannschaft in die Partie? Wie zufrieden waren Sie mit der Vorbereitung?

Bastian Oczipka: Ich denke, wir können sehr zufrieden sein mit der Vorbereitung. In unserem Trainigslager in Abu Dhabi waren die Bedingungen wie immer top, das Klima optimal. Wir haben sehr gut und viel gearbeitet und bereiten uns mit Vorfreude auf das Spiel in Leipzig Spiel vor.

bundesliga.de: Die Eintracht ist in dieser Saison gegen die Topmannschaften noch ungeschlagen. Warum tut sich die Mannschaft gegen die hochkarätigen Gegner leichter als etwa in Spielen gegen Darmstadt 98, den SC Freiburg oder den VfL Wolfsburg, die jeweils 0:1 verloren gingen?

Oczipka: Bei manchen Gegnern kommt uns deren Spielweise halt mehr entgegen als bei anderen. Wir haben in der Vorbereitung viel daran trainiert um auch gegen solche Gegner zu gewinnen. Aber generell sind alle Spiele in der Bundesliga schwer, einfache Spiele gibt es nicht.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie Leipzig ein? Glauben Sie, dass dem Gegner durch die Winterpause und die Niederlagen beim FC Ingolstadt und Bayern München die Unbekümmertheit etwas verloren gegangen sein könnte und die gestiegene Erwartungshaltung und der Druck in Leipzig ein Vorteil für die Eintracht sein könnte?

Oczipka: Es ist auf jeden Fall ein positiver Druck. Den negativen Druck hatten wir im letzten Jahr Jahr, als es in die Relegation ging - das war eine ganz andere Situation. Beide Mannschaften haben eine super Hinrunde gespielt. Wir freuen uns sehr auf das Spiel.

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bundesliga.de: Wie überraschend kommt für Sie der Wandel der SGE vom Abstiegskandidaten der Vorsaison zum aktuellen Tabellen-Vierten?

Oczipka: Natürlich hat niemand von uns damit gerechnet am Ende der Hinrunde auf Platz Vier zu stehen. Überrascht sind wir natürlich schon, aber wir wissen auch, das die 29 Punkte mit sehr, sehr viel Arbeit verbunden sind. So intensiv und umfangreich habe ich in meiner bisherigen Karriere noch nicht gearbeitet. Von daher ist es ein Erfolg des Fleißes.

bundesliga.de: Statistisch lässt sich der Erfolg der Eintracht am besten an der guten Defensive ablesen. Als Niko Kovac die Mannschaft übernahm, hatte sie pro Spiel 1,6 Gegentore kassiert. Unter ihm sind es nur noch 0,96 Gegentore. Wie hat er das Defensivverhalten der Mannschaft so verbessert?

Oczipka: Wir arbeiten als Mannschaft sehr gut gegen den Ball und wenn vorne alle mitmachen, haben wir es hinten auch leichter.

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bundesliga.de: Was haben Sie als Abwehrspieler persönlich von ihm gelernt?

Oczipka: Natürlich sehr viel im taktischen Bereich, aber auch im athletischen Bereich. Man kann sich immer verbessern und weiterentwickeln.

bundesliga.de: In vielen Partien der bisherigen Vorrunde waren Sie der einzige Deutsche in der Frankfurter Startelf. Wie funktioniert die Kommunikation auf dem Platz? Wie wichtig ist, dass die Mitspieler deutsch verstehen können?

Oczipka: Natürlich ist die Kommunikation auf dem Platz sehr wichtig und wir verständigen uns mal auf deutsch, mal auf englisch und auch mal mit Händen und Füßen. Die Deutschkenntnisse vieler unserer Spieler werden durch den Deutschunterricht immer besser, so dass wir immer mehr deutsch sprechen können.

bundesliga.de: Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie das Jahr 2017 an? Was ist für die Eintracht in Pokal und Meisterschaft drin?

Oczipka: Erstmal wollen wir gut in die Rückrunde starten und so schnell wie möglich die nötigen Punkte holen, damit wir auch absolut nichts mit den unteren Regionen zu tun haben. Im Pokal wollen wir natürlich auch möglichst weiterkommen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski