Nürnberg - Der Schock saß beim 1. FC Nürnberg tief, als die Nachricht von der Knieverletzung von Top-Torjäger Julian Schieber eintraf. Doch nur zehn Tage später schickte sich sein Ersatzmann Christian Eigler an, aus dem Schatten Schiebers zu treten.

Der 27-Jährige schoss den FC St. Pauli mit seinen vier Toren (14., 17., 86., 87.) beim historischen 5:0-Sieg des "Clubs" praktisch im Alleingang vom Platz und sicherte sich gleichzeitig einen Platz in den Geschichtsbüchern der Franken.

"Einmaliges Erlebnis"

Denn mehr als vier Treffer in einer Partie gelangen einem "Cluberer" zuletzt vor rund 43 Jahren, als Franz Brungs beim legendären 7:3 gegen Bayern München in der bis dato letzten Nürnberger Meistersaison (1967/1968) sogar fünf Tore beigesteuert hatte. Eigler sprach nach seinem historischen Viererpack von einem "einmaligen Erlebnis", einem "echten Feuerwerk im Stadion".

"Im Profifußball habe ich noch nie vier Tore in einem Spiel geschossen, das letzte Mal muss das in der A-Jugend der Fall gewesen sein", sagte der Angreifer mit stolz geschwellter Brust.

Eigler ließ St. Paulis Torhüter Thomas Kessler bei seinen Treffern keine Chance, ein Tor war schöner als das andere. Insbesondere der Treffer zum 4:0 war sehenswert, als Eigler Mitspieler Mehmet Ekici im Pauli-Strafraum den Ball vom Fuß nahm und mit einem Linksschuss in den Torwinkel vollendete.

Europapokalteilnahme nicht utopisch

"Überragend", lautete das Fazit von Trainer Dieter Hecking nach dem Spiel, das den "Club" nach sieben Partien ohne Niederlage an die Europapokal-Tür klopfen lässt. Doch davon wollen die Protagonisten bei den Franken nichts wissen: "Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden. Was nach oben geht, schauen wir mal. Wir lassen uns überraschen", sagte Eigler.

Mit einem Eigler in Gala-Form wäre eine Europapokal-Teilnahme des "Clubs" allerdings keine Überraschung.