Caiuby räumt in dieser Szene S04-Kapitän Benedikt Höwedes fair aus dem Weg und... - © gettyimages / Hassenstein
Caiuby räumt in dieser Szene S04-Kapitän Benedikt Höwedes fair aus dem Weg und... - © gettyimages / Hassenstein
Bundesliga

Kühler Kopf: FCA agiert erneut wie entfesselt

Augsburg - Bereits der Schlusspfiff ging im erlösenden Jubel unter. Der 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 ließ bei den Verantwortlichen des FC Augsburg zentnerschwere Lasten von den Schultern purzeln - einzig der Matchwinner hatte plötzlich schwer zu tragen. Vor Freude stürmte Raul Bobadilla von hinten auf den Siegtorschützen Caiuby zu, sodass dieser ihn einige Meter Huckepack nehmen musste. Das erneute Augsburger Drama mit Happy End auf den letzten Drücker setzte nochmals Kräfte frei.

"Ich habe ihn perfekt getroffen"

Erst am Donnerstag sicherte Bobadilla mit seinem Treffer bei Partizan Belgrad kurz vor dem Ende das sensationelle Weiterkommen in der Europa League, nur drei Tage später hieß der gefeierte Held Caiuby. "Nach so einem Spiel muss man die ganzen Emotionen rauslassen", sagte der Brasilianer, der mit einem beherzten Schuss in der Nachspielzeit im zehnten Pflichtspiel gegen Schalke für den ersten Augsburger Sieg sorgte. Und für weitere wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt (hier geht's zur Tabelle).

- © gettyimages / Alexander Hassenstein

Hitz‘ Vereinsrekord endet bei 360 Minuten

"Als Höwedes zum Ball geht, habe ich nur gehofft, dass er keinen Druck dahinter bekommt und mir der Ball auf den Kopf oder vor den Fuß fällt", beschrieb Caiuby den entscheidenden Moment. "Es war der Fuß und ich habe ihn perfekt getroffen." Für Flankengeber Markus Feulner war die Szene in der Nachspielzeit schlichtweg der "Wahnsinn". "Wir haben da vorne ein paar Ochsen stehen", sagte Feulner, "ich habe natürlich gehofft, dass ich einen finde."

Gefunden hat der FC Augsburg dank zehn Punkten aus den vergangen vier Partien auch allmählich den Weg aus dem Keller. "Wir haben gut verteidigt und das war in meinen Augen die Basis dafür", sagte Trainer Markus Weinzierl. "Wenn es defensiv funktioniert, gibt das Selbstvertrauen durch gute Ergebnisse und dann funktioniert die Offensive auch besser."

Sead Kolasinac‘ Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 war das erste Augsburger Gegentor seit 360 Minuten. Dass der Vereinsrekord damit endete, ärgerte Marwin Hitz besonders, angesichts der späten Erlösung konnte der Schweizer Schlussmann den Gegentreffer dennoch verschmerzen. "Ich hätte lieber 1:0 gewonnen, denn als Torwart spielt man immer gerne zu null, aber in der letzten Minute 2:1 zu gewinnen, ist auch schön", sagte der 28-Jährige (weitere Stimmen zum Spiel).