München - Die Bundesliga startet in ihre 49. Saison. Dabei empfängt der VfB Suttgart in der neuen Mercedes-Benz Arena zum Start den FC Schalke 04. Während der SV Werder Bremen gegen den 1. FC Kaiserslautern antritt, gastiert der VfL Wolfsburg beim 1. FC Köln.

Dagegen startet die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison, Hannover 96, mit einem Heimspiel gegen "Angstgegner" 1899 Hoffenheim in die neue Spielzeit. Bundesliga-Neuling FC Augsburg hat den SC Freiburg zu Gast (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

VfB Stuttgart - FC Schalke 04

Der VfB Stuttgart und der FC Schalke 04 haben eine Gemeinsamkeit. Beide Teams haben nach der enttäuschenden Vorsaison in der Bundesliga etwas gutzumachen. Obwohl der VfB in den vergangenen beiden Jahren jeweils mit einer Niederlage in die Saison gestartet ist, gehen die Schwaben optimistisch in das Duell mit dem amtierenden DFB-Pokalsieger. Immerhin kommt mit Schalke der Lieblingsgast ins "Ländle". Gegen die Gelsenkirchener feierte der VfB die meisten Heimsiege (27).

"Es herrscht eine riesige Vorfreude in und um den Verein", gab Manager Fredi Bobic zu. Der Grund: Zum ersten Mal werden die VfB-Kicker am Samstag in die neue Mercedes-Benz Arena einlaufen. Dieser Aspekt erfreut auch Trainer Bruno Labbadia: "Endlich ist das Stadion keine Baustelle mehr und endlich ist die Laufbahn weg. Die Mannschaft ist heiß auf das erste Spiel in der neuen Arena. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass dieser Tag in Erinnerung bleibt." Der Respekt vor dem FC Schalke 04 ist trotz der guten Bilanz groß. "Von Schalke wird das Erreichen der vorderen fünf Plätze erwartet, und so werden sie auch auftreten. Auf jeden Fall wird es ein hochinteressantes Spiel", ist sich Labbadia sicher.

Dieser Meinung ist auch der Schalker Lewis Holtby, der im Sommer aus Mainz nach Schalke zurückkam. "Wir wollen natürlich unbedingt mit drei Punkten starten. Es wird bestimmt ein brisantes Spiel bei der Stadioneröffnung der Stuttgarter", blickt der Mittelfeldspieler voraus. Den Saisonstart kann Holtby kaum noch abwarten. "Die Vorfreude ist wahnsinnig groß. Es kribbelt schon ganz gehörig." Für Trainer Ralf Rangnick und Manager Horst Heldt wird es dabei eine Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte.

Für den neuen S04-Angreifer Ciprian Marica kommt es dagegen wahrscheinlich zu keinem Wiedersehen mit dem Ex-Club. "Ein Muskel hat ein wenig zugemacht, wir müssen erst das Abschlusstraining abwarten", sagte Trainer Ralf Rangnick. Auch Jefferson Farfan (Muskelfaserriss) wird die Reise in den Süden nicht antreten. Vor dem Comeback steht indes Schalke-Keeper Ralf Fährmann, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses in der Kniekehle passen musste. "Es sieht gut aus", kommentiert Rangnick den Gesundheitszustand des 22-Jährigen. "Ralf hat das Donnerstagstraining ohne größere Probleme bewältigt und kann aller Voraussicht nach spielen."

Suttgart plagen hingegen Abwehrsorgen. Mit Ermin Bicakcic (Innenbandanriss im Knie), Mathieu Delpierre (Reha nach Muskelriss) und Georg Niedermeier (Vorstufe eines Ermüdungsbruchs) fallen drei Defensiv-Akteure aus. Timo Gebhart und Julian Schieber haben noch Trainingsrückstand und stehen ebenfalls nicht im Kader.




SV Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern

Beim SV Werder Bremen herrscht schon vor dem Saisonstart nach dem überraschenden Pokal-Aus in Heidenheim Unruhe. Zudem warten die "Grün-Weißen" seit fünf Jahren auf einen Auftaktsieg in der Bundesliga. Und ausgerechnet jetzt gastiert mit dem 1. FC Kaiserlautern der Angstgegner an der Weser. Die "Roten Teufel" gewannen nur gegen den 1. FC Köln öfters als gegen Bremen und entschieden auch die beiden Partien in der Vorsaison für sich.

Hoffnung schöpfen die Werderaner aber zumindest aus den positiven Nachrichten der vergangenen Tage. Im Testspiel gegen den FC Everton feierte die Elf von Trainer Thomas Schaaf einen 1:0-Sieg. "Der Sieg war für uns sehr wichtig, um die Verkrampfung zu lösen. Wir müssen gewinnen lernen. Jetzt können wir mit einem Erfolg die nächste Aufgabe angehen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs, der sich über die Comebacks der beiden Abwehrspieler Sebastian Prödl und Per Mertesacker freute. Dabei ist der deutsche Nationalspieler auch schon ein Kandidat für die Startelf. Stürmer Claudio Pizarro stieg dagegen am Freitag wieder in das Mannschaftstraining ein und wird wohl auf der Ersatzbank Platz nehmen können.

FCK-Kapitän Christian Tiffert erwartet daher auch ein schweres Spiel. "Bremen hat nach der Pokalniederlage sicherlich den Stachel noch tief sitzen und wird bemüht sein, das Spiel vor eigenen Publikum zu gewinnen. Von daher erwartet uns eine schwere Aufgabe, die wir mutig und frech angehen wollen." Auch FCK-Trainer Marco Kurz will das Pokal-Aus der Bremer nicht überbewerten: "Trotz des Ausscheidens haben sie über weite Strecken eine gute Leistung gezeigt und auch im letzten Testspiel gegen Everton sind sie stabil und dominant aufgetreten. Wir werden eine Topleistung abrufen müssen, um in Bremen bestehen zu können."

Personell muss der Übungsleiter dabei auf die verletzten Alexander Bugera, Adam Nemec und Jan Simunek verzichten. Hinter dem Einsatz von Leon Jessen steht noch ein Fragezeichen. Sein Gegenüber Thomas Schaaf kann dagegen wieder auf Clemens Fritz zurückgreifen, der sich zuletzt mit Verklebungen an der Achillessehne herumplagte. Nicht dabei sind Philipp Boenisch, Naldo (beide Trainingsrückstand), Mikael Silvestre (Reha nach Kreuzbandriss) sowie Tim Borowski (Knöchelverletzung).




1. FC Köln - VfL Wolfsburg

Köln und Wolfsburg gehen beide mit neuen Kapitänen in die Saison, Pedro Geromel löst Lukas Podolski beim FC ab, und auch Marcel Schäfer wird sein Team nicht mehr als Kapitän aufs Feld führen. Der VfL Wolfsburg hat nach der Pokalpleite bei RB Leipzig unruhige Tage hinter sich. Wenn man jedoch einen Blick auf die Statistik wirft, dann kommt der 1. FC Köln als Gegner für den VfL Wolfsburg gerade recht. Gegen keinen anderen Bundesligisten kassierten die "Geißböcke" so viele Gegentore (38 in 16 Partien) wie gegen die "Wölfe". Zudem ist VfL-Trainer Felix Magath gegen die Kölner seit zwölf Partien ungeschlagen.

Dieses Statistiken werden Stale Solbakken nur wenig interessieren. Der Norweger feiert am Samstag sein Debüt auf der Trainerbank des 1. FC Köln. In der Vorbereitung brachte er seinen Spielern eine neue Spiel-Idee bei, die noch nicht ganz greift. "Der Trainer will anders spielen lassen, als es viele Spieler bisher gewohnt waren. Er orientiert sich mehr am Raum als am Gegner", sagt Neuzugang Sascha Riether, der bereits am Samstag ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club feiert. Ein erfolgreicher Start in die neue Saison ist enorm wichtig für die "Domstädter". Das weiß auch der neue Coach. "Wenn man ein neues Konzept einführt, ist ein guter Start noch wichtiger, damit die Mannschaft daran glaubt."

Auch ein erfahrener Trainer wie sein Gegenüber Felix Magath verspürt noch eine gewisse Anspannung vor dem Auftakt. "Vor einem Start weiß ich nicht, was passiert. Das ist auch form- und situationsbedingt. Es kann sein, dass wir auch einen unruhigen Start haben werden." Dennoch ist der 58-Jährige optimistisch, dass seine Mannschaft die Partie beim FC erfolgreich gestaltet. "Die Maßnahmen, die ich in dieser Woche getroffen habe, sollen uns helfen, in Köln den ersten Sieg einzufahren."

Verzichten muss Magath dabei weiterhin auf Arne Friedrich (Bandscheibenverletzung). Gegner Köln hofft dagegen auf die Einsätze von Innenverteider Youssef Mohamad und Michael Rensing. Der FC-Keeper ist zuversichtlich: "Seit Dienstag habe ich wieder ein besseres Gefühl."




Hannover 96 - 1899 Hoffenheim

Hannover 96 war die Überraschungsmannschaft in der vergangenen Saison. Der Start in die neue Spielzeit könnte allerdings holprig werden. Immerhin ist mit 1899 Hoffenheim der "Angstgegner" in der AWD-Arena zu Gast. Gegen keinen anderen Bundesligisten hat Hannover eine so schlechte Bilanz(ein Sieg, ein Remis, vier Niederlagen) wie gegen die Kraichgauer. Zudem kommen die Hoffenheimer bekanntlich immer gut aus den Startlöchern und verloren noch nie ein Auftaktspiel (zwei Siege, ein Remis).

Dennoch ist die Vorfreude groß bei den Niedersachsen. "Alle Spieler arbeiten im Training mit viel Freude und Eifer und werden alles daran setzen, im ersten Heimspiel zu gewinnen und die Fans in ihren Bann zu ziehen", so Trainer Mirko Slomka. Und es gibt auch einen Lichtblick. Immerhin gewann Hannover das letzte Heimspiel gegen 1899 mit 2:0. Taktisch wird sich bei den Leinestädtern im Vergleich zur vorherigen Saison nicht viel verändern. "Wir sind seit der letzten Saison eingespielt und haben das im Pokal auch schon gezeigt. Nun gilt es, die Leistung noch zu steigern", stellt Slomka klar.

Auf Hoffenheimer Seite feiert Trainer Holger Stanislawski sein Debüt als 1899-Coach. Er kann es kaum erwarten, bis es endlich wieder losgeht. "Die Freude ist riesengroß", gab er zu. "Es wird Zeit, wieder in den geregelten Spielbetrieb einzusteigen und sich mit den anderen Teams zu messen." 1899-Kapitän Andreas Beck sieht den Gastgeber in der Favoritenrolle. Man selbst müsse "das Spiel nicht machen" und könne zwar "als Außenseiter, aber mit breiter Brust" nach Hannover fahren.

Nicht mitreisen in die Landeshauptstadt von Niedersachsen werden Vedad Ibisevic (Muskelbündelriss), Andreas Ibertsberger (Knie), Matthias Jaissle (Achillessehne), Gylfi Sigurdsson (Knie), Boris Vukcevic (Aufbautraining nach Schienbein-OP) und Manuel Gulde (Schambein). Bei den Hausherren werden hingegen die Langzeitverletzten Leon Andreasen und Carlitos sowie Neuzugang Artur Sobiech nicht im Kader stehen. Ob Didier Ya Konan und Steven Cherundolo mit von der Partie sind, ist noch fraglich.




FC Augsburg - SC Freiburg

Mit einem Heimspiel gegen den SC Freiburg feiert der FC Augsburg seine Bundesliga-Premiere. Die Süddeutschen sind der 51. Neuling in der Bundesliga-Geschichte. Beide Teams standen sich zwölf Mal in der 2. Bundesliga gegenüber - die Bilanz spricht eindeutig zugunsten des SC Freiburg (acht Siege, drei Remis, eine Niederlage). Aber ein gutes Omen gibt es für den FCA: Der letzte Neuling 1899 Hoffenheim gewann sein Auftaktspiel bei Energie Cottbus in der Saison 2008/09 mit 3:0.

"Es war ein langer und schwerer Weg bis in die Bundesliga. Jetzt freuen wir uns, dass wir am Samstag um 15.30 Uhr spielen dürfen", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay. "Es kommt darauf an, dass wir uns schnell an die neue Liga gewöhnen. Wenn wir als Mannschaft auftreten bin ich davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden." Gegen die Freiburger soll möglichst der erste "Dreier" her. "Wir werden alles daran setzen, um zu Hause mit unseren Fans einen guten Start zu schaffen", erklärte der Niederländer.

Auch beim Gast aus Freiburg ist die Vorfreude groß. "Ich freue mich wahnsinnig darauf und die ganze Mannschaft auch", sagt SC-Trainer Marcus Sorg vor seiner Bundesliga-Premiere beim Aufsteiger. Was den Gegner betrifft, glaubt der 45-Jährige, dass der FC Augsburg als Aufsteiger und vor wohl ausverkauftem Haus "den nötigen Rückenwind" haben wird. Als Windbrecher will der Coach am Samstag sein Team ins Rennen schicken. "Wir müssen in erster Linie unsere Leistung abrufen und unsere Stärken präsentieren."

Personell kann der Freiburger Übungsleiter bis auf Jan Rosenthal (Aufbautraining) aus dem Vollen schöpfen. Auch Papiss Demba Cisse, der nach Magen-Darm-Problemen im DFB-Pokalspiel ausgefallen war, wird ins Team zurückkehren. Auch beim Gastgeber halten sich die Personalsorgen in Grenzen. Einzig Torsten Oehrl und Nando Rafael (beide verletzt) sowie der gesperrte Gibril Sankoh werden fehlen.