München - Mit Hertha BSC und Hoffenheim steigen am Sonntag Nachmittag zwei weitere Bundesligisten in den DFB-Pokal ein - und zwar gegen absolute Außenseiter. Die Begegnungen in Thüringen und Nordrhein-Westfalen versprechen trotzdem Spannung (ab 15:45 Uhr im Live-Ticker).

ZFC Meuselwitz - Hertha BSC

In die Partie gegen den Viertligisten ZFC Meuselwitz geht Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC als klarer Favorit. Am Mittwoch noch duellierten sich die Berliner im letzten Testspiel in der Hauptstadt mit den Profis von Real Madrid, jetzt geht es also nach Thüringen.

Die Begegnung gegen die Spanier war nicht von Erfolg gekrönt, den "Königlichen" unterlag Hertha 1:3. Im DFB-Pokal soll nun ein zufriedenstellender Pflichtspielauftakt gelingen. Vor allem das Endspiel in der eigenen Stadt ist ein großer Ansporn. "Wir wissen um die tiefe Sehnsucht in der Stadt wie aber auch bei vielen anderen Vereinen. Deshalb beginnt der Weg mit dem ersten Spiel am Sonntag. Das wollen wir unbedingt gewinnen", bekräftigt Herthas Geschäftsführer Michael Preetz. Trainer Babbel hatte einen Vorteil in der Vorbereitung: Meuselwitz spielt in der gleichen Liga wie die U23 der Herthaner. Der Gegner ist nicht gänzlich unbekannt. "Wir erwarten am Sonntag einen disziplinierten und gut organisierten Gegner und müssen dafür sorgen, dass erst gar kein Pokal-Fight aufkommen kann". Hertha muss zahlreichen Ausfälle verkraften. Es fehlen die verletzten Maikel Aerts, Maik Franz, Roman Hubnik sowie Nikita Rukavytsya; Raffael darf wegen einer Rot-Sperre nicht mitspielen.

In Thüringen nimmt man die Herausforderung an. "Im DFB-Pokal fallen in der ersten Runde immer drei oder vier Favoriten aus dem Wettbewerb, aber nicht, weil die Unterklassigen so stark sind, sondern die Favoriten die Sache zu leicht nehmen", meint ZFC-Manager Hubert Wolf. Coach Ralf Pinder hingegen hat ganz andere Sorgen. Sein Kapitän Karsten Oswald leidet nach einem Foulspiel im Thüringer Pokalfinale eine Rückenverletzung zugezogen und kann nicht auflaufen. Die restlichen Spieler sind fit und einsatzwillig. Pinder zur Personalfrage: "Ich habe eine Vorstellung, wer auf welcher Position spielen soll, kann und muss das natürlich aber vom Abschlusstraining abhängig machen."


TSV Germania Windeck - 1899 Hoffenheim

Der TSV Germania Windeck erwischt nicht das erste Mal gleich zum Pokalauftakt einen Bundesligisten. Letztes Jahr war es der FC Bayern München, 2009 der FC Schalke 04.

Für Windeck könnte das Pokal-Spiel gegen die Hoffenheimer wohl bis auf Weiteres das letzte Highlight werden. Der Sponsor, der den Aufstieg in die NRW-Liga finanzierte, verweigert nun seine Unterstützung. Die Konsequenz für den Verein: Der Abstieg in die Verbandsliga. Jetzt will sich der Verein am Sonntag noch einmal von seiner besten Seite zeigen. Um seine Spieler optimal einzustimmen, reiste Windecks Trainer Hermann-Josef Werres nach Hoffenheim und kam mit der Erkenntnis zurück: "Die haben mit Tagoe, Obasi, Babel, oder Mlapa nur Granaten im Sturm und die Frage kann nur heißen: Wie lange können wir dagegen halten? Hinten stehen wir mit Marcus Voike, Andi Bogdanow, Michael Reed und Marcel Radschuweit noch ganz gut", analysiert Werres.

Auch Hoffenheims Coach Holger Stanislawski war nicht untätig und hat genau hingeschaut: "Wir haben Windeck genauestens analysiert und beobachtet und fahren gut vorbereitet nach Köln." Die Partie wird nämlich im nahe gelegenen Stadion von Viktoria Köln ausgetragen. Am Freitag fiel dann in Hoffenheim noch eine wichtige Personalentscheidung: Andreas Beck bleibt auch in Zukunft der Kapitän der Kraichgauer. Dafür steht seit Mittwoch schon fest, dass Vedad Ibisevic verletzungsbedingt ausfällt. Für ihn wird vermutlich Sven Schipplock einspringen, es wäre zugleich sein Pflichtspieldebüt für die Kraichgauer und sein erster Einsatz im DFB-Pokal überhaupt. "In meiner Zeit beim VfB Stuttgart habe ich zwei Mal auf der Bank gesessen. Ich hoffe, dass ich dieses Mal auch spielen darf", sagte Schipplock.