München - Zünftig feiern auf dem Oktoberfest wird der gebürtige Niederbayer Markus Weinzierl in diesem Jahr wohl nicht mehr. "Dafür haben wir zu wenig Punkte", sagte der Fußball-Trainer des sieglosen Bundesliga-Schlusslichts FC Augsburg mit einem Lachen. Im Heimspiel gegen Werder Bremen am Freitag (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) soll sich das endlich ändern.

Zwei Punkte, zwei Tore - so hatte man sich den Saisonstart bei den Schwaben sicherlich nicht vorgestellt. Grundsätzlich sei man in Augsburg aber auf alles vorbereitet. Die Lage sei deshalb auch "nicht ernst. Wir haben damit gerechnet, auch damit, dass es die ganze Saison über so bleibt." Selbst bei einem Abstieg sei man aufgestellt, unterstrich Vereinschef Walther Seinsch, "um wieder neu anzugreifen".

Effektivität fehlt in Augsburg



Trotzdem würde der FCA gegen Bremen, gegen das Augsburg in sechs Pflichtspielen noch nie gewann, gerne den ersten Saisonsieg einfahren. Dafür müssen sich die bayerischen Schwaben, die Werder-Trainer Thomas Schaaf als klarer Außenseiter sieht ("Man erwartet von uns sicherlich mehr als von Augsburg"), aber vor allem in der Offensive steigern.

Die beiden Saisontore durch Tobias Werner und Torsten Oehrl erzielte der FCA jeweils erst beim Stand von 0:3. "Fehlerfrei und aggressiv" habe man defensiv zuletzt beim 0:0 in Hoffenheim agiert, lobte Weinzierl. Nur: "Deswegen bekamen wir vorne auch nicht viele Torchancen. Und da hat uns - wie zuletzt auch - die Effektivität gefehlt."

"Dinge, die uns stark machen"



Mehr Durchschlagskraft erhofft sich auch der Gegner aus dem hohen Norden. Die Bremer blieben zuletzt bei der 0:2-Heimniederlage gegen den FC Bayern München ohne die ganz großen Möglichkeiten, möchte aber mit einem "Dreier" in Augsburg den temporären Sprung in die Europapokalplätze schaffen.

Damit dieses Vorhaben auch funktioniert, müsse man sich auf die eigenen Aufgaben konzentrieren, so Schaaf. Allerdings dürfe die Mannschaft den Gegner nicht unterschätzen, denn "bei Augsburg wurde noch nicht die Form gefunden, zu der sie im Stande sind".

Mut macht dem 51-jährigen Trainer das Mittelfeld des SVW: "Da haben wir viel Freude gehabt und Dinge gesehen, die uns stark machen." Wie zum Beispiel Aaron Hunt, der mit drei Treffern und einer Vorlage nicht nur der Top-Scorer der "Grün-Weißen" ist, sondern auch Verantwortung in der Spielgestaltung übernimmt. Neben Hunt ist Schaaf von Neu-Stürmer Joseph Akpala angetan, der "immer besser reingefunden" habe ins Team.

Elia noch nicht richtig drin



Ein paar Probleme in dieser Hinsicht hat noch Eljero Elia. Der Bundesliga-Rückkehrer, der von 2009 bis 2011 beim benachbarten Hamburger SV gespielt hatte, stand zwar in allen sechs Liga-Spielen in der Startelf, hat sich aber noch nicht so schnell einfinden können, wie manch einer gehofft hatte.

Trotz allen Potenzials, dass der Niederländer bei seinem neuen Club noch nicht gezeigt haben mag, ist sich Schaaf sicher, dass auch Elia "treffen wird". Vielleicht ja schon am Freitag in der Augsburger SGL arena.




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