Dortmund - Mario Götze, Julian Draxler und Daniel Ginczek haben hier schon ihre Schuhe geschnürt. Rafael Benitez, Mirko Votava und Otto Addo haben als Trainer lautstark Kommandos über den Platz gebrüllt. Der RUHR-Cup International für U19-Mannschaften versammelt in diesem Jahr schon zum vierten Mal Fußballprominenz und Stars von morgen mitten im Ruhrgebiet.

Am Donnerstag fällt unter anderem im Dortmunder Stadion Rote Erde der Startschuss zu dem hochkarätig besetzten Nachwuchs-Turnier, das Jugendleiter, Manager, Trainer und Scouts von Spitzenteams aus aller Herren Länder wieder aufmerksam nach Nordrhein-Westfalen schauen lässt. Zehn namhafte Mannschaften sind beim 4. RUHR-Cup International dabei, der vier Tage lang (25.- 28.7.) ein ebenso langes wie großes Fußball-Wochenende verspricht.

Vier Bundesligisten schicken ihren Nachwuchs



Borussia Dortmund als Ausrichter und Gastgeber repräsentiert zusammen mit dem Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg die Bundesliga. Die "Jung-Wölfe" kommen als amtierender Deutscher U19-Meister zum Turnier und zählen damit zu den Top-Favoriten.

Ihre internationale Visitenkarte geben in diesem Jahr der FC Arsenal, Olympiakos Piräus (mit Ex-BVB-Profi Bernd Storck auf der Trainerbank), Zenit St. Petersburg, der FC Prishtina und der FC Valencia ab. Hinzu kommt erstmals eine U19-Nationalmannschaft - China schickt seinen Fußball-Nachwuchs zum Kräftemessen mit Europa. Bereits seit dem Wochenende bereiten sich die Asiaten vor Ort auf den RUHR-Cup vor. Auch das verdeutlicht den Stellenwert der Veranstaltung, die sich neben dem sportlichen Vergleich auch die Völkerverständigung auf die Fahnen geschrieben hat.

RUHR-Cup lockt internationale Top-Teams



Top-besetzt war das Turnier seit seiner Erstaustragung vor drei Jahren schon immer. Europäische Spitzenteams schicken ihre Mannschaften gerne ins Ruhrgebiet. Manchester City, Juventus Turin, Benfica Lissabon oder auch der FC Liverpool waren bereits mit von der Partie. Im Vorjahr konnte sich mit dem mexikanischen Spitzenteam Atlas Guadalajara nach dem BVB (2010) und Werder Bremen (2011) erstmals auch ein internationaler Gast in die Siegerliste eintragen.

Mit den Top-Teams laufen auch die Top-Stars auf - oder besser gesagt manch ein Junioren-Nationalspieler, der seinen Weg auch im Profi-Fußball gehen und dort für Furore sorgen wird. Das war in der Vergangenheit dieses Turniers nicht anders. Als der RUHR-Cup 2010 bei seiner Premiere ein denkwürdiges Finale mit einem 6:0-Sieg des BVB über den AC Mailand erlebte, wurden die Dortmunder von Julian Koch angeführt. Der 22-Jährige schreibt gerade beim 1. FSV Mainz 05 ein neues Kapitel seiner Bundesliga-Karriere. Im Dortmunder Kader stand damals neben Lasse Sobiech (Hamburger SV) und Daniel Ginczek (1. FC Nürnberg) auch ein gewisser Mario Götze...

Stars von morgen an fünf Austragungsorten



Auf Schalker Seite schnürte unter anderem damals Joel Matip die Fußballschuhe, ein Jahr später war es Julian Draxler und noch vor einem Jahr Sead Kolasinac - alle drei sind heute Leistungsträger im Bundesligakader der "Königsblauen" oder sogar Hoffnungsträger in der Nationalelf. Alexander Merkel (Udinese Calcio), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Lennart Thy (FC St. Pauli) und Florian Trinks (SpVgg Greuther Fürth) sind weitere Beispiele von hochbegabten Talenten, die sich einst beim RUHR-Cup präsentiert haben und heute im Profifußball kräftig mitmischen.

So hochkarätig wie die Teilnehmerliste, so aufwändig ist die Organisation des Nachwuchs-Turniers, das vom Verein "Internationale Jugendbegegnungen in Kultur und Sport" getragen wird. Mit Dortmund (Stadion Rote Erde), Hagen (Kirchbergstadion), Bottrop (Jahnstadion), Holzwickede (Montanhydraulik-Stadion) und Hüsten (Stadion Große Wiese) stehen insgesamt fünf Austragungsorte auf dem Spielplan. Gespielt wird in der Vorrunde am Donnerstag und Freitag in zwei Fünfer-Gruppen. Am Samstag steigen neben den ersten Platzierungsspielen die beiden Halbfinals, bevor dann am Sonntagvormittag im altehrwürdigen Stadion Rote Erde in Dortmund das Finale angepfiffen wird.

DFL lädt zum Supercup ein



Zwischenzeitlich dürfen die Nationalspieler von morgen übrigens noch einen Blick auf die Stars von heute werfen: Als Motivation der besonderen Art hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Teams samt Betreuern am Samstagabend zum Supercup in den Dortmunder Signal Iduna Park eingeladen, wenn Borussia Dortmund auf den FC Bayern München trifft (alles zum Supercup).

Dietmar Nolte