München - Am kommenden Montag ist es soweit, dann werden die drei Finalisten zur Wahl des Weltfußballers bekanntgegeben. Nach einem starken Jahr 2014 beim FC Bayern sowie der niederländischen Nationalmannschaft hat Arjen Robben sicherlich Chancen, am 12. Januar in Zürich bei der FIFA-France Football-Gala dabei zu sein.

Im Interview mit bundesliga.de erzählt der Niederländer welche Hoffnungen er hat und warum ihm die Arbeit unter Pep Guardiola so viel Spaß macht.

bundesliga.de: Arjen Robben, an diesem Montag werden die drei Spieler bekanntgegeben, die um den Titel Weltfußballer übrig bleiben, bevor am 12. Januar der Sieger gewürdigt wird. Träumen Sie vom Ballon d´Or?

Arjen Robben: An den Ballon d´Or denke ich nicht ständig. Es ist zwar der größte Preis für einen Spieler, als Art Anerkennung seiner Laufbahn und seiner Eigenschaften. Aber das Wichtigste bleiben in meinen Augen die Titel mit dem Verein oder der Nationalmannschaft. Falls ich doch zum Weltfußballer gewählt werden sollte, dann würde ich es als Anerkennung meiner Leistungen der vergangenen Jahre betrachten. Darauf wäre ich sicherlich sehr stolz.

"Mein Körper lässt mich mittlerweile in Ruhe"

bundesliga.de:Was halten Sie von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, die seit 2008 das Rennen unter sich ausmachen und nun erneut als haushohe Favoriten gelten ?

Robben: Für mich sind beide Spieler eine Klasse für sich. Sie sind wie zwei Monster. Was sie seit sechs, sieben Jahren schaffen, ist unglaublich und faszinierend. Sie sind ganz klar die zwei besten Spieler der Welt. Man braucht sich nur die Statistiken anzuschauen. Aber auch andere Spieler haben in diesem Jahr eine Chance.

bundesliga.de:Zum Beispiel?

Robben: Man braucht sich nur hier beim FC Bayern umzuschauen, um festzustellen, dass es viele Weltklasse-Spieler gibt. Und einige sind ja im Juli Weltmeister geworden. Insofern dürfen sich Spieler wie Philipp (Lahm), Basti (Schweinsteiger), Thomas (Müller) oder Manu (Neuer) ebenfalls berechtigte Hoffnungen machen. Auch Toni Kroos gehört dazu.

bundesliga.de: In den vergangenen Monaten haben Sie starke Leistungen gezeigt und bewiesen, dass mit Ihnen noch lange zu rechnen ist. Wie erklären Sie diese Konstanz?

Robben: Ich fühle mich fit wie nie zuvor. Mein Körper lässt mich mittlerweile in Ruhe und ich kann alle drei Tage Vollgas geben. Es ist ehrlich gesagt ein unbeschreibliches Gefühl. Ich genieße es jeden Tag und bei jedem Spiel.

bundesliga.de:Welche Rolle spielt dabei Pep Guardiola?

Robben: Eine wesentliche Rolle. Mit ihm läuft die Zusammenarbeit hervorragend. Er gehört zu den besten Trainern der Welt. Gleich an seinem ersten Tag beim FC Bayern hat er mir unter vier Augen mitgeteilt, dass er auf mich baut. Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben.

"Ich treffe jetzt öfter die richtige Entscheidung"

bundesliga.de:Sind Sie durch ihn auch spielerisch noch besser geworden?

Robben: Definitiv. Wie die ganze Mannschaft, die mit verschiedenen Systemen spielt, bin ich auch unberechenbarer geworden. Früher bin ich nur auf meinem Flügel geblieben, mittlerweile wechsele ich immer wieder die Positionen. Das macht unheimlich viel Spaß. Ich kann besser antizipieren, das Spiel des Gegners besser lesen und mich auf dem Feld besser bewegen. Das alles habe ich Pep Guardiola zu verdanken. Ich treffe jetzt öfter die richtige Entscheidung, habe aber meine Spontaneität keineswegs verloren.

bundesliga.de: Zuletzt haben Sie immer wieder als zweite Spitze agiert, wie auch im DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund vor einem halben Jahr.

Robben: Absolut, und auch auf dieser Position habe ich Spaß gehabt. Unter der Leitung von Guardiola habe ich auch auf allen Positionen im Mittelfeld gespielt. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man vielseitig ist. Solange er mich nicht in der Abwehr beordert, ist alles gut (er lacht). Aber taktisch gesehen, ist Guardiola spitze. Mit ihm jeden Tag zu arbeiten, ist ein Privileg.

Das Gespräch führte Alexis Menuge