München - Sogar die gegnerischen Fans verneigten sich vor ihm. Als Arjen Robben in der 86. Minute ausgewechselt wurde, skandierte auch der Anhang der PSV Eindhoven seinen Namen. Von 2002 bis 2004 trug Robben das PSV-Trikot, den Klub trägt er noch immer im Herzen. Beim 4:1-Sieg in der Champions League gegen seine alte Liebe zählte für den Niederländer auf dem Platz aber nur der FC Bayern München. An zwei Toren war er direkt beteiligt, das vierte erzielte er selbst per Kopf.

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Im Interview spricht der 32-Jährige über die richtige Reaktion auf die drei sieglosen Spiele zuletzt, seine selten gezeigte Kopfballstärke und erklärt, mit wem er auf dem Platz besonders viel Spaß hat.

Arjen Robben, wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?

Arjen Robben: Es gab Phasen kurz vor und nach der Halbzeit, in denen wir ein bisschen zu viel zugelassen haben. Allgemein haben wir aber auch sehr gute Phasen gehabt, in denen wir sehr gut gespielt haben. Wir haben gut angefangen, aber das mussten wir auch - vor allem nach diesem Wochenende und den drei Spielen ohne Sieg. Wir hätten vor der Pause noch ein, zwei Tore machen können. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt und am Ende verdient gewonnen.

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Vor dem Spiel hieß es, die Einstellung müsse stimmen. Wie ist die Mannschaft in dieses Spiel gegangen?

Robben: Wir haben gesagt, dass wir von Anfang an Vollgas geben wollen. Vor allem im eigenen Stadion muss man das Spiel dominieren und wirklich alles reinlegen. Aber nicht ohne Kontrolle. Es gab eben diese Phase kurz vor der Halbzeit, in der wir zu viele Konter zugelassen haben. Das ist ein Punkt, den wir verbessern müssen. Aber es gab auch viele positive Punkte. Und die müssen wir auch mitnehmen.

Einer dieser positiven Punkte war Ihr Kopfballtreffer. Das kommt nicht so oft vor…

Robben: … Aber es war vielmehr auch ein super Pass und ein sehr guter Laufweg. Es war das Schönste, dass es auch noch per Kopf geklappt hat. Das passiert nicht oft. Man ist nie zu alt, um noch ein Kopfballtor zu machen. Alle Credits auch für Thiago, das war wirklich ein Traumpass.

Hatten Sie Angst, dass der Torwart Ihnen in der Luft noch in die Quere kommt?

Robben: Das ist immer gefährlich. Wenn der Torwart rauskommt, muss man auch aufpassen. Ich habe daher schnell geköpft und meinen Kopf auch schnell wieder eingezogen.

Thomas Müller hat vorwiegend auf der Außenbahn gespielt. Wie sehen Sie diese Taktik?

Robben: Thomas ist ein Spieler, der überall spielen kann, auch im Mittelfeld. Das hat man auch bei meiner Ecke gesehen. Wir machen das öfter, ob beim Einwurf oder bei einer Ecke, man kann manchmal eben schnell ausführen. Ich spiele jetzt in der achten Saison mit ihm zusammen und das sehr gerne. Ich habe ein richtig gutes Verhältnis zu ihm. Wir verstehen uns sehr gut und ich hoffe, dass ich noch sehr lange mit ihm zusammen auf dem Platz Spaß haben kann.

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Bei Ihrer Auswechslung sind Sie nicht nur von den Bayern-Fans, sondern auch von den PSV-Anhängern lautstark gefeiert worden. Was bedeutet Ihnen das?

Robben: Viel! Das ist nicht selbstverständlich. Da bekommt man die Wertschätzung auch von den holländischen PSV-Fans und das hat gut getan.

War das der FC Bayern, den Sie sich vorstellen?

Robben: Wir müssen natürlich noch über diese Phasen vor und nach der Halbzeit reden, aber allgemein haben wir sehr gute Phasen gehabt. Wir haben sehr gut nach vorne gespielt und so will man das natürlich auch sehen.

Wie kann man jetzt die Einstellung beibehalten?

Robben: Das müssen wir, dafür sind wir Profis. Es gibt nichts Schöneres, als diese Spiele auf hohem Niveau zu spielen. Am Samstag kommt auch wieder ein Gegner, der in der Champions League spielt. (>>> Zum Matchcenter der Partie #FCBBMG) Das ist nur positiv, wir müssen weitermachen. Hoffentlich kommen jetzt auch ein paar Spieler zurück, sodass der Kader wieder größer wird.

Aus München berichtet Maximilian Lotz