Wer in Afrika Fußball spielt, hat einen großen Traum: Europa. Auf dem Kontinent, der immer wieder von Kriegen, Unruhen, Wirtschaftskrisen und Hungersnöten eingeholt wird, ist es schwer, sich eine Existenz aufzubauen - selbst als Fußballer. Einer, dem der Sprung nach Europa gelungen ist, ist Aristide Bancé.

Geboren und aufgewachsen ist der Angreifer an der Elfenbeinküste. Als Bancé gerade volljährig wurde, kam es in seinem Heimatland, welches einst durch Kakao zu Reichtum gekommen war, zunehmend zu Unruhen, die schließlich in einen Bürgerkrieg umschlugen.

Erste Auslandsstation Belgien

Da war Bancé aber schon nicht mehr im Land. Er hatte sich für einen Wechsel nach Burkina Faso entschieden. Seine Familie war bereits vor ihm ins Nachbarland geflohen und später nahm Bancé selbst aufgrund der Probleme in seinem Geburtsland die burkinische Staatsbürgerschaft an.

Beim Hauptstadtclub FC Santos Ougagoudou absolvierte er in der Saison 2002/03 immerhin 16 Spiele, ehe ein einheimischer Journalist Scouts aus Belgien auf ihn aufmerksam machten. Viele Afrikaner haben ihre erste europäische Station in Belgien.

Große Unterschiede

Bancé erhielt ein Probetraining beim FC Lokeren. Um einen Profivertrag zu bekommen, musste er sich gegen einen Freund und Mitspieler durchsetzen. Keine leichte Aufgabe für Bancé: "Ich oder er hieß es damals." Doch der Stürmer setzte sich durch und blieb schließlich zweieinhalb Jahre bei Lokeren.

In Europa war vieles anders als daheim: "In Afrika mangelt es schon an einfachen Dingen. An genügend Bällen und Trikots, am Rasen, selbst bei Profivereinen trainieren die Jugendmannschaften auf Sand. Hier in Europa haben die jungen Spieler alles. Zum Glück. Aber hart trainieren - das macht man in allen Ländern."

An Offenbach ausgeliehen

Mit der Zeit wurden größere Clubs auf ihn aufmerksam. So auch Metalurg Donezk. Die Ukrainer nahmen Bancé unter Vertrag. Jedoch verbrachte er auf Leihbasis mehr Zeit bei anderen Clubs als bei Donezk. So auch in Offenbach.

Die Kickers waren Bancés dritte Leihstation. Der damalige Offenbacher Trainer Jörn Andersen sah viel Potenzial in dem schlaksigen Angreifer und holte ihn zur Rückrunde der Saison 2007/08 an den Bieberer Berg. Doch nachdem der Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht verhindert werden konnte, musste Andersen gehen.

Mainzer Aufstiegsheld

Mainz nutzte die Gunst der Stunde und verpflichtete den Trainer. Und der holte Bancé gleich dazu. Schnell erarbeitete sich der Burkiner einen Stammplatz und hatte mit 14 Treffern maßgeblichen Anteil am Aufstieg der 05er. Zusätzlich entpuppte er sich als echter Pokalheld. Mainz stieß bis ins Halbfinale vor und Bancé war in jedem Spiel an mindestens einem Tor unmittelbar beteiligt.

Es waren einige Umwege nötig. Doch schlussendlich hat Bancé sein Ziel erreicht. Er spielt in der Bundesliga, einer der besten Ligen der Welt. Er ist Publikumsliebling, Nationalspieler und Vorbild für viele afrikanische Kinder, die ebenfalls von einer Karriere in Europa träumen.

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