Diego Maradona qualmte genussvoll die fast schon olbligatorische Zigarre, seine Spieler brannten schon auf das Revancheduell mit Deutschland. "Das ist das bisher wichtigste Spiel der ganzen WM. Deutschland ist gut in Form und spielt guten Fußball. Aber wir sind selbstbewusst genug. Dieses Mal werden wir den Platz als Sieger verlassen", sagte Argentiniens Mannschaftskapitän Javier Mascherano nach dem 3:1 (2:0) im WM-Achtelfinale gegen Mexiko.

Beim Turnier vor vier Jahren in Deutschland hatte die DFB-Elf die damals ebenfalls hochgehandelte "Albiceleste" in der Runde der letzten acht im Elfmeterschießen bezwungen. Die Südamerikaner hatten sich gegen "Alemania" und Jens Lehmann verzettelt, es ging vorzeitig nach Hause. Vorher entlud sich der ganze Frust noch auf dem Feld in einer Keilerei, in deren Folge Torsten Frings für das deutsche Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Italien gesperrt wurde. Am kommenden Samstag (ab 15:30 Uhr im Live-Ticker) in Kapstadt soll es sportlicher zugehen.

Messi erhöht seinen Wetteinsatz

"Deutschland ist ein schwieriger Gegner. Sie haben gute Spieler und sind uns bestens bekannt", meinte Weltfußballer Lionel Messi, der gegen Mexiko erneut ohne Tor blieb und so eine Wette mit Trainer Maradona verlor. "Gegen Deutschland gehe ich jetzt auf doppelt oder nichts", kündigte der Dribbelkünstler vom FC Barcelona an, der bei der WM bisher zumindest im Bezug auf die Trefferquote im Schatten seiner Sturmpartner steht. Carlos Tevez traf gegen Mexiko zwei Mal (26./52.) und auch Gonzalo Higuain (33.) steuerte wieder einen Treffer bei.

Tevez bekam bei seinem 1:0 allerdings kräftige Unterstützung von Schiedsrichter Roberto Rosetti. Der Italiener hatte eine klare Abseitsposition des Argentiniers trotz intensiver Rücksprache mit seinem Assistenten Stefano Ayroldi nicht geahndet. "Ich glaube, Rosetti wollte das Tor nicht geben. Auf der Anzeigetafel konnte man die Szene ja gut sehen. Selbst wir haben die Abseitsposition erkannt. Wir müssen uns aber nicht dafür schämen, dass der Treffer am Ende gezählt hat", sagte Abwehrspieler Nicolas Burdisso.

"Würde am liebsten selbst wieder das Trikot anziehen"

Der Widerstand der zu Beginn äußerst couragierten und sogar besseren Mexikaner war nach der Fehlentscheidung merklich gebrochen. Higuain profitierte beim 2:0 von einem haarsträubenden Fehler des Stuttgarter Bundesliga-Profis Ricardo Osorio. "Das war ein Himmelsgeschenk. Das musste ich einfach annehmen", sagte der Torjäger, der auch beim letzten Vergleich mit Deutschland getroffen hatte. Am 3. März in München besorgte der 22-Jährige den 1: 0-Endstand.

Maradona hat hingegen nicht nur gute Erinnerungen an die DFB-Elf. Als Aktiver bestritt der heutige Nationaltrainer zwei WM-Endspiele gegen die Deutschen. 1986 in Mexiko gewannen "Dieguito" und Co. zwar mit 3:2, 1990 in Italien verloren sie aber mit 0:1. "Ich fühle mich wie 1986 und würde am liebsten selbst wieder das Trikot anziehen", sagte Maradona, der bis kurz vor Beginn der Pressekonferenz nach dem Spiel eine Zigarre paffte, blockte aber Fragen nach dem kommenden Gegner fast vollständig ab.

Maradona ist gefordert

Das deutsche 4:1 im Achtelfinale gegen England hat in Argentinien auf jeden Fall Eindruck hinterlassen. "Bis zum Sieg gegen England zählte Deutschland allein zu den Favoriten, weil es eben Deutschland war. Wie die unerwarteten Prügel für England aber gezeigt haben, finden sie immer einen Schlüssel zum Sieg. Maradona ist jetzt gefordert. Er muss schnell ihre Schwachstellen finden", schrieb die Tageszeitung "El Clarin".

In den kommenden Tagen dürfte im Lager der "Albiceleste" also weiter Rauch aufsteigen - wegen Maradonas Zigarren und des Grübelns über die richtige Taktik. "Wir werden eine Mannschaft aufstellen, die uns den Sieg garantiert. Deutschland ist aber viel stärker als Mexiko", sagte der Coach.