Mainz - Der Fürth-Fluch soll in der 2. Bundesliga bleiben und Trainer Thomas Tuchel mit einem Heimsieg beschenkt werden: Zum Auftakt des 2. Bundesliga-Spieltages empfängt der 1. FSV Mainz 05 die SpVgg Greuther Fürth (Fr., ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) - und damit einen alten, unbequemen Bekannten.

Kaum ein anderer Club der Bundesliga teilt eine ähnlich umfangreiche Vergangenheit mit dem Neuling wie Mainz 05, kein anderer hat öfter gegen das "Kleeblatt" verloren. 15 Mal in 23 Spielen, sechs Niederlagen davon in Mainz, allerdings immer in der 2. Bundesliga. "In der Geschichte von Fürth und Mainz sind wir ja immer ein unangenehmer Gegner gewesen", sagte der Fürther Mittelfeld-Routinier Milorad Pekovic, der sich vor seinem Wechsel 2010 in über vier Jahren in Mainz zum Publikumsliebling gemausert hatte.

Eindeutige Parallelen



Neben dem 35-Jährigen erwartet auch Zoltan Stieber ein Wiedersehen mit dem alten Arbeitgeber, beide werden aber wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen. Bei Mainz werden in Nicolai Müller und Marco Caligiuri zwei ehemalige Fürther in der Startelf stehen. "Fürth könnte das kleine Mainz sein", sagte der 28-Jährige Caligiuri dem kicker. Die "authentische Art" sei vergleichbar mit Mainz, sagte Fürth-Präsident Helmut Hack, trotzdem dürfe sein Verein "nichts nachahmen".

Mit Tuchel, der am Mittwoch seinen 39. Geburtstag feierte, und Mike Büskens (44) hat das Duell zwei junge Trainer, aber eine ähnliche Philosophie und Spielweise - beide Vereine seien "quasi baugleich", sagte Pekovic: "Nur dass die 05er jetzt ein bisschen größer sind und ein paar Jahre Vorsprung haben." Die Favoritenrolle wird in Mainz dennoch nicht angenommen. Von "einem Pflichtsieg zu sprechen", sagte Tuchel, "kann nicht unser Vokabular sein."

Mainz zuhause unter Druck



Nach dem eher mauen Saisonauftakt beim SC Freiburg (1:1) braucht Mainz trotzdem den ersten Heimsieg seit April. "Wir sind in der Pflicht, eine Top-Leistung abzurufen", sagte Tuchel der Allgemeinen Zeitung: "Wir wollen das Publikum begeistern und uns selbst während des Spiels in Stimmung bringen."

Es werde "angenehmere Aufgaben geben, als am Freitag unter Flutlicht in Mainz zu spielen", sagte er. Dafür kann Tuchel auf seinen gesamten Kader zurückgreifen, einzig Ersatztorwart Heinz Müller ist nach einer Oberschenkelblessur leicht angeschlagen.

Und die Gäste? "Es ist reine Spekulation, was sie gegen uns machen werden", sage Tuchel. Das trotz Unterlegenheit umjubelte Bundesligadebüt gegen Rekordmeister Bayern München (0:3) war kein Gradmesser für die kommenden, jetzt noch 33 "neuen Feiertage", wie sie Fürth nach dem Aufstieg ausgerufen hatte.