Augsburg - André Schürrle war der Mann der Woche beim VfL Wolfsburg. "Für mich ist es keine große Geschichte", relativierte der Offensivspieler die Leistungen der vergangenen Tage. "Ich weiß, dass ich Spiele entscheiden kann und meine Tore machen kann." Die Konzentration aufs Wesentliche hilft ihm dabei.

Begonnen hatte die Woche mit zwei Assists beim 6:0-Sieg gegen Werder Bremen, in der Champions League in Moskau ließ Schürrle beim 2:0-Erfolg eine weitere direkte Torbeteiligung und einen eigenen Treffer folgen. Zur Belohnung kehrte der 25-Jährige im Spiel beim FC Augsburg in die Startelf des VfL zurück. Erst zum dritten Mal in dieser Saison durfte er die vollen 90 Minuten durchspielen.

"Ich will ein bisschen Ruhe einkehren lassen"

Auch wenn ihm - wie seinen Kollegen - bei der Nullnummer die letzte Durchschlagskraft fehlte, wächst André Schürrle allmählich in die Rolle des Leistungsträgers. Seine Mannschaftskameraden helfen ihm dabei. "Wir haben Andre immer das Gefühl gegeben, dass wir an ihn glauben", sagte Max Kruse nach Schürrles starkem Auftritt in Moskau. "Wir wissen, was er für eine Qualität hat."

Auch wegen langwieriger Verletzungsprobleme kam der Weltmeister zu Saisonbeginn nur schwer in Tritt. Zuletzt hatte ihn sein Trainer Dieter Hecking gar öffentlich in die Pflicht genommen und damit offenbar den Nerv getroffen. Denn statt mit Worten auf die kritischen Töne zu reagieren, ließ Schürrle auf dem Platz lieber Taten folgen. "Ich wollte mich einfach auf meinen Fußball konzentrieren und nicht immer Interviews geben", erklärte er seine kleine Sprechpause in den vergangenen Tagen.  "Ich will ein bisschen Ruhe einkehren lassen."

Diese Ruhe will ihm Geschäftsführer Klaus Allofs, der Schürrle Anfang des Jahres vom FC Chelsea nach Wolfsburg lotste, gewähren. "Wir machen jetzt nicht jedes Mal eine Andre-Schürrle-Pressekonferenz und bewerten ihn", betonte Allofs. In Augsburg zählte Schürrle vor allem im zweiten Durchgang zu den auffälligsten Spielern. Mit 34 Sprints war er mit Abstand der aktivste VfL-Akteur.

Richtungsweisende Partie gegen den BVB

"Wir waren läuferisch und kämpferisch voll da", bilanzierte Schürrle hinterher. Dennoch stottert vor allem auswärts in dieser Saison der VfL-Motor. In sieben Partien in der Fremde gelang den Wölfen in der Bundesliga erst ein Sieg. Das 0:0 in Augsburg war die zweite Auswärtspartie in Folge ohne eigenen Treffer. "Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit schwergetan nach vorne unsere Akzente zu setzen", sagte Schürrle.

Die will der Nationalspieler mit seinen Kollegen am kommenden Wochenende im richtungsweisenden Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund wieder setzen. Für ihn persönlich geht es darum, die zuletzt guten Auftritte weiter zu bestätigen. "Ich muss weiter hart an mir arbeiten", weiß Schürrle, "das habe ich in den letzten Wochen extrem hart gemacht."

Bis zur Winterpause lautet die Devise noch mal Vollgas. Nach dem Duell mit Dortmund stehen für den Tabellendritten in der Bundesliga noch die Partien gegen den Hamburger SV und den VfB Stuttgart auf dem Programm. Die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Jahresabschluss sind bei Schürrle besonders groß. "Wir müssen die Spiele gewinnen und dann ist auch alles gut."

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz