Wolfsburg - Nicht nur optisch war Wolfsburgs Neuzugang in seinen grellroten Tretern ein Hingucker. Andre Schürrle feierte mit dem VfL einen sensationellen Einstand und war beim 3:0-Erfolg über die TSG Hoffenheim an allen drei Toren beteiligt. Nach dem Spiel sprach der 24-Jährige über seinen Einstand bei den Niedersachsen.

Frage: Herr Schürrle, wie sieht ihr Fazit nach den ersten 90 Minuten im neuen Dress aus?

Andre Schürrle: Wir waren in den entscheidenden Momenten da und haben die Tore geschossen. In der zweiten Halbzeit hat dann Diego Benaglio überragend gehalten und uns im Spiel gehalten. Hätte die TSG das 2:1 geschossen, wäre es noch mal eng geworden. Aber solche Spiele muss man gewinnen. In der Schlussphase haben wir gefightet, der Sieg war trotzdem verdient.

Frage: Sie waren gleich sofort mittendrin und haben Bas Dost das 1:0 aufgelegt. Wie haben Sie die Situation gesehen?

Schürrle: Ich sehe, dass Bas Dost in den Strafraum läuft. Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass er immer auf den ersten Pfosten geht. Ich habe dann in der Situation Bas gesehen und reingeflankt. Zum Glück wurde der Ball dann perfekt abgefälscht und Bas macht ihn dann überragend rein.

Frage: Oft hat man als Neuzugang Integrationsprobleme. Bei Ihnen hatte man heute den Eindruck als würden Sie schon lange in der Mannschaft spielen?

Schürrle: Ich habe mich echt gut gefühlt. Bei meiner Vorstellung am Mittwoch habe ich schon gesagt, dass mich die Mannschaft überragend aufgenommen hat. Die Teamkollegen haben mir sofort geholfen und ich habe mich gleich als Teil der Mannschaft gefühlt. Großes Kompliment an das ganze Team, ich kann mich dafür nur bedanken. So kann man sich dann auch direkt wohlfühlen und das habe ich dann auch auf dem Platz gemacht. Wenn ich noch etwas fitter werde, sieht das schon ganz gut aus.

Frage: Wie wichtig war es für Sie, das die ersten Aktionen gleich von Erfolg gekrönt waren?

Schürrle: So etwas gibt dann sofort Selbstvertrauen. Positive Aktionen tun gut, wenn man, so wie ich, lange Zeit nur Kurzeinsätze hatte oder gar nicht gespielt hat. In den letzten Wochen habe ich wenig trainiert und fast gar nicht gespielt. Es fühlt sich unglaublich gut an, wenn dann in den ersten Minuten alles für einen läuft. Dann spielt man befreiter auf und hat die nötige Sicherheit. Es war ein super Auftakt. Am Ende zählen aber nur die drei Punkte.

„Kevin und ich verstehen uns einfach“

Frage: Es war verblüffend wie gut bereits das Zusammenspiel mit Kevin de Bruyne und Bas Dost klappte.

Schürrle: Kevin und ich verstehen uns einfach. Wir haben schon im Training gut harmoniert. Er mag es, wenn er etwas mehr über links kommt und ich mag es auch mal aus dem Zentrum nach vorne zu stoßen. Das hat heute perfekt gepasst, wir haben uns gut bewegt. Bas hat sich gut freigelaufen und vorne den Ball prallen lassen. In der Defensive standen wir gut und haben uns in der Schlussphase in jeden Ball geworfen. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr so souverän gespielt haben.

Frage: Am kommenden Wochenende geht es zu Ihrem Ex-Verein Bayer Leverkusen. Ist das ein besonderes Spiel für Sie?

Schürrle: Ich gehe in diese Partien, wie in jede andere. In Leverkusen habe ich zwei wundervolle Jahre erlebt und mich dort sehr wohl gefühlt. Ich freue mich die Jungs wiederzusehen, aber ich spiele jetzt für Wolfsburg und will die drei Punkte. Es wird ein schwieriges Spiel, weil Bayer eine Top-Mannschaft hat, aber wir können gegen jeden gewinnen und werden das am kommenden Wochenende auch wieder versuchen.

Frage: Zusammen mit Bas Dost und Kevin de Bruyne könnten Sie ein neues magisches Dreieck in der Bundesliga bilden. Sie harmonieren schon ganz gut.

Schürrle:(lacht) Um ein magisches Dreieck zu bilden, brauchen wir sicherlich noch ein paar Spiele mehr. Es kann alles noch besser werden, wenn wir uns noch besser kennenlernen. Wenn die Jungs sehen wie ich laufe, und ich sehe, wie sie laufen. Ich brauche noch ein paar Wochen mit viel Arbeit um noch fitter zu werden. Ich habe mich aber überraschend gut gefühlt und konnte auch noch in der 90. Minute gute Läufe machen. Da geht noch mehr, mal sehen was die Zeit bringt.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage