Ungefähr 1.000 Zuschauer und rund 50 Journalisten haben heute Morgen im Borussia-Park gespannt auf die erste Trainingseinheit von Borussia Mönchengladbach unter Hans Meyer gewartet.

Doch, bevor es für den 65-Jährigen auf den Trainingsplatz ging, galt es, sich im Besprechungsraum der Mannschaft vorzustellen.

Gemeinsam mit seinen beiden Assistenten Christian Ziege und Jürgen Raab begrüßte er die Mannschaft und verriet hinterher - mit einem Augenzwinkern - den Spielern mit auf den Weg gegeben zu haben, dass der "Ball nach Möglichkeit in das Tor des Gegners und nicht in das eigene" gehöre.

Großer Beifall für Meyer

Nach dem rund 50-minütigen Gespräch betraten erst die Spieler, dann, unter großem Beifall der anwesenden Zuschauer, auch Meyer den Trainingsplatz.

Immer wieder unterbrach Meyer, der sich das Geschehen ansah, das Trainings-Spiel, lobte und kritisierte. Ziege, der ebenfalls diese Übung verfolgte, sprang zwischendurch als Anspielstation ein.

"Die Jungs können Fußball spielen"

"Für mich ist es keine Überraschung, dass die Jungs Fußball spielen können", sagte Meyer nach der ersten, knapp 90-minütigen Trainingseinheit. Es war, als wäre der Fußballlehrer nie weggewesen - und das, obwohl er seine erste Trainertätigkeit in Mönchengladbach noch am Bökelberg verbrachte.

"Die Bedingungen hier im Borussia Park sind richtig gut", sagte Meyer in die große Journalistenrunde und fügte in Anbetracht der zahllosen Interviewanfragen der drängelnden Reporter grinsend hinzu: "Wenn ich mich so umschaue, gibt es Dinge, auf die kann ein Trainer durchaus verzichten. Auf die Arbeit mit den Jungs auf dem Rasen allerdings nicht."

Meyer drängt zur Eile

Die Zeit bis zu Meyers erstem Spiel als Trainer, am Samstag im Borussia-Park gegen den Karlsruher SC, wollen er und sein Team bestmöglich nutzen, um die richtige Mannschaft zusammenzustellen und die Spieler kennenzulernen.

Deswegen wird morgen und übermorgen gleich zweimal trainiert, am Donnerstag und Freitag je einmal. "Wir wollen so schnell wie möglich von den Abstiegsrängen weg", sagt Meyer. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft ein Erfolgserlebnis braucht, dann kann sie auch wieder besser Fußball spielen."