Mit dem schwer verdienten "Weihnachtsgeld" ging Hertha BSC Berlin sofort auf Shoppingtour. Am Tag nach dem hart erkämpften Sprung in die Zwischenrunde der Europa League erfüllte sich das abgeschlagene Tabellenschlusslicht der Bundesliga den ersten Wunsch und präsentierte den ehemaligen Torschützenkönig Theofanis Gekas als Heilsbringer.

Der griechische Nationalstürmer wird für die Rückrunde vom Tabellenführer Bayer Leverkusen ausgeliehen - auch dank der Zusatzeinnahme von rund einer Million Euro, die das 1:0 (0:0) gegen Sporting Lissabon brachte. Der 29-Jährige soll nun an der Spree für die dringend benötigten Tore im Kampf um den Klassenerhalt sorgen.

"Ein echter Toremacher"

"Wir können verkünden, dass wir mit Gekas und Leverkusen Einigkeit erzielt haben. Er wird zum Trainingsauftakt am 3. Januar bei uns aufschlagen und die erhoffte Verstärkung für uns sein", sagte Hertha-Manager Michael Preetz am Donnerstag. "Er ist ein echter Toremacher. Ich freue mich sehr, denn es war nicht einfach, Gekas nach Berlin zu holen", sagte Trainer Friedhelm Funkel.

Gekas selbst sieht in der Hertha-Mannschaft viel Potenzial. "Meines Erachtens spiegelt der Tabellenstand nicht das eigentliche Leistungsniveau der Mannschaft wider", sagte der Grieche. Er wolle nicht vollmundig 30 Tore ankündigen. Sein Ziel sei der Klassenerhalt mit Hertha.

"Ein Kracher wie Turin wäre nicht schlecht"

Die zusätzlichen Einnahmen könnten sich sogar noch ein wenig erhöhen, sollte bei der Auslosung der Runde der besten 32 am Freitag in Nyon ein Topclub als Gegner gezogen werden. Im Lostopf befinden sich immerhin namhafte Teams wie Juventus Turin und der AS Rom.

"Ein Kracher wie Turin wäre schon nicht schlecht. Auf der anderen Seite wären bei einer schwächer eingeschätzten Mannschaft die Chancen auf das Weiterkommen höher", sagte Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger, der gegen Lissabon zu den besten Spielern einer insgesamt aber wenig überzeugenden Berliner Mannschaft gehörte.

Schwung für die Bundesliga

Dennoch glaubt das Team, dass der Sieg, den Torschütze Gojko Kacar (70.) sicherte, neuen Schwung für den Abstiegskampf in der Bundesliga bringt. "Das ist gut für die Moral für das Spiel am Samstag bei Bayern München und die gesamte Rückrunde", sagte Innenverteidiger Steve von Bergen.

Funkel hofft indes, dass seine Mannschaft die Leistungen aus der Europa League endlich auch in der Bundesliga zeigt. Schließlich holte sie international in sechs Spielen zehn Punkte - zuletzt drei Siege in Folge. In der Bundesliga hat sie aber nach 16 Spielen nur sechs Zähler auf dem Konto. Und nun folgt ausgerechnet das schwere Spiel beim Rekordmeister München.

Raffael und Friedrich gegen Bayern wieder dabei

"Bei allem Respekt vor Lissabon, aber die Bayern werden ein ganz anderes Kaliber darstellen. Wir müssen uns nochmal erheblich steigern, um auch dort eine Chance zu haben", sagte Funkel, der in München wieder auf den gegen Sporting gesperrten Brasilianer Raffael sowie den zuletzt verletzten Kapitän Arne Friedrich zurückgreifen kann.

In der Mehrbelastung durch das Überwintern im Europapokal sieht der Trainer kein Problem. "Das ist überhaupt kein Nachteil für die Bundesliga - im Gegenteil: So bleiben wir im Spielrhythmus", sagte Funkel.