Köln - Ein Schweizer ging, ein Schweizer kam.: Nach Josip Drmic, der nach einem Jahr bei Bayer 04 Leverkusen zum Rivalen Borussia Mönchengladbach wechselte, versucht nun der Ex-Freiburger Admir Mehmedi sein Glück bei der Werkself. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 24-jähriger Nationalspieler über die neue Herausforderung.

bundesliga.de: Admir Mehmedi, wie groß ist Ihre Vorfreude auf die neue Aufgabe, auf Champions League mit Leverkusen statt wie in den Vorjahren Abstiegskampf? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Mehmedi: Es ist natürlich viel schöner, wenn man oben mitspielen kann und nicht tagtäglich gegen den Abstieg kämpfen muss. Meine Zeit in Freiburg war toll, aber jetzt habe ich den nächsten Schritt gemacht. Ich freue mich sehr darüber, Teil einer solch starken Mannschaft und international dabei zu sein.

bundesliga.de: Wie sind Ihre ersten Eindrücke vom neuen Verein?

Mehmedi: Es ist sehr überzeugend, was ich hier in den ersten Tagen gesehen habe. Die Bedingungen in Leverkusen sind top, das ist schon beeindruckend. Es war genau die richtige Entscheidung, hierher zu kommen.

bundesliga.de: Ihr Landsmann Josip Drmic hat Leverkusen nach nur einem Jahr wieder verlassen, weil er sich nicht den erhofften Stammplatz im Sturm der Werkself erkämpfen konnte. Haben Sie sich mit ihm einmal vor Ihrem Wechsel ausgetauscht?

Mehmedi: Natürlich. Wir haben bei der Nationalmannschaft über Leverkusen gesprochen.

"Der Verein hat große Ambitionen"

bundesliga.de: Was hat er Ihnen berichtet und geraten?

Mehmedi: Er war nicht zufrieden mit seiner Situation im Verein. Das ist ja auch klar, wenn man nicht regelmäßig zum Zug kommt. Aber Josip hat nichts Negatives über Bayer 04 gesagt, im Gegenteil. Er hat von den perfekten Bedingungen gesprochen und darüber, dass die Leute drum herum super sind. Dass man in Leverkusen sehr professionell arbeitet. Und mein erster Eindruck bestätigt das auch.

bundesliga.de: Wie intensiv haben Sie sich mit Ihrem neuen Arbeitgeber auseinander gesetzt? Was waren die entscheidenden Gründe für Ihren Wechsel an den Rhein?

Mehmedi: Ich denke, dass beide Seiten profitieren werden. Es gab einige Angebote, aber zu Bayer Leverkusen habe ich mich am meisten hingezogen gefühlt. Ich hatte und habe den Eindruck, dass es hier einfach am besten passt. Der Verein ist sehr professionell aufgestellt und hat große Ambitionen. Ich will helfen, die Ziele zu erreichen.

bundesliga.de: Welche Perspektiven hat Ihnen Trainer Roger Schmidt aufgezeigt? Wie plant er mit Ihnen?

Mehmedi: Als Stürmer, der aus dem Spiel heraus Akzente setzen kann.

bundesliga.de: Wie sehr kommt der Leverkusener "Überfall-Fußball" Ihrer Spielweise entgegen?

Mehmedi: Ich glaube, diese Art des Fußballs passt ganz gut zu mir. Das Pressing, dieses Attackieren. Ich denke, dass es eine gute Sache für beide Seiten wird, wenn ich mich hier perfekt anpasse.

"Es gibt keine Stammplatzgarantie"

bundesliga.de: Der Konkurrenzkampf gerade in der Offensive von Bayer 04 ist brutal. Sie sehen sich als spielender Stürmer, der sich zentral am wohlsten fühlt. Ein Stefan Kießling ist seit Jahren im Sturm gesetzt, Torjäger und Publikumsliebling. Ist Ihre Wunschposition damit schon vergeben? Was spricht für Sie im Kampf um einen Platz in der Startelf?

Mehmedi: Ich sehe kein Problem darin, auch gemeinsam mit Stefan Kießling zu spielen. Ich bin sehr flexibel einsetzbar. Deswegen schließt der eine den anderen nicht aus. Aber mir ist auch klar, dass es keine Stammplatzgarantie gibt; die gibt es nirgends. Ich werde Leistung bringen müssen. Und dafür muss ich jetzt erst einmal eine gute Vorbereitung spielen.  

bundesliga.de: Welche Ziele peilen Sie mit der Werkself in der kommenden Saison an?

Mehmedi: Ich möchte mich weiterentwickeln, mein Potenzial ist sicher noch nicht ausgeschöpft. Ich glaube, dass wir auch den richtigen Trainer haben, um weitere Prozente aus mir herauszuholen. Als erstes wollen wir uns natürlich in den Playoffs endgültig für die Champions League qualifizieren. Jeder will in der Königsklasse spielen, das ist ein Traum. Und dann geht es darum, wieder in der Spitze der Bundesliga mitzumischen und im Pokal möglichst weit zu kommen. Am liebsten ins Endspiel.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski