München - Bereits in seiner zweiten Saison hat sich Shinji Kagawa zum Erfolgsgaranten von Borussia Dortmund entwickelt. Mit seinen besonderen Spielmacher - und Offensivqualitäten ist er für die Westfalen kaum zu ersetzen.

Nach seinem schwerwiegenden Mittelfußbruch im Jahr 2011 hat sich der Japaner eindrucksvoll zurück gekämpft und seine Borussia zurück an die Tabellenspitze geführt. bundesliga.de hat acht Fakten über Shinji Kagawa, die Sie (vielleicht) noch nicht wussten...

Schockerlebnis

Kagawa stammt aus der Millionenstadt Kobe, die auf der größten japanischen Insel Honshu liegt. Vor 15 Jahren wurde die Stadt von einem schweren Erdbeben erschüttert. Über 6.000 Menschen starben damals, rund 44.000 wurden verletzt. Klein Shinji und seine Familie hatten Glück - ihr Haus wurde nicht stark beschädigt. Dennoch kann er sich noch gut an den 17. Januar 1995 erinnern, als im Morgengrauen die Wände wackelten: "Mein Vater hat sich gegen den Schrank gestemmt, damit er nicht umfällt." Seit damals werden im Erdbeben gefährdeten Japan die Möbel an den Wänden festgeschraubt.

Japans "Zaubermaus"

Der BVB angelte sich Kagawa zum Auftakt der Spielzeit 2010/2011 vom japanischen Erstligisten Cerezo Osaka, für den er 55 Tore in 125 Spielen erzielt hatte. In der Saison 2008/2009 war der wieselflinke Offensiv-Allrounder mit 27 Treffern Torschützenkönig der zweiten japanischen Liga und hatte somit bedeutenden Anteil am Aufstieg seiner Mannschaft. Für die japanische Nationalmannschaft bestritt Kagawa bislang 28 Spiele und erzielte dabei sieben Tore. Im vergangenen Jahr wurde Japan mit der Hilfe des Dortmunders Asienmeister. Der 22-Jährige erzielte zwei Treffer, erlitt im Halbfinale gegen Südkorea jedoch einen Mittelfußbruch.

Herausragende Fähigkeiten

BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp hält große Stücke auf den jungen Japaner: "Shinji ist ein flinker und wendiger Spieler - ein insgesamt herausragendes Talent!" Kagawa ist beidfüßig, dribbelstark, extrem torgefährlich und in Mittelfeld und Angriff variabel einsetzbar. Seine persönlichen Stärken sieht der Japaner vor allem in seiner Offensivkraft, seinem Zug zum Tor und seiner Technik. Auffällig ist auch seine Fähigkeit, Zuspiele im höchsten Tempo zu verarbeiten und an den Mitspieler weiterzugeben.

Derbyheld

An den 19. September 2010 wird sich Kagawa vermutlich bis an sein Lebensende erinnern. Mit zwei Treffern im Revierderby bei Schalke 04 machte sich der Japaner schon in seinem vierten Spiel für den BVB unsterblich. Als er nach der 3:1-Gala in Dortmund aus dem Mannschaftsbus kletterte, trugen ihn die Fans auf Schultern und feierten ihn minutenlang mit Shinji-Kagawa-Sprechchören. Klopp: "Das war Ekstase pur, ein Riesen-Erlebnis für uns alle. Vor allem Shinj konnte sich ein Bild davon machen, welche Bedeutung ein Derby-Sieg gerade für unsere Fans hat." Bis heute ist der 22-Jährige gegen die "Königsblauen" ungeschlagen, im Rückspiel gab es ein 0:0 in Dortmund. In der aktuellen Spielzeit gewann der BVB zuhause gegen S04 mit 2:0.

Mann mit Herz

Am 11. März 2011 verursachte ein Erdbeben in der japanischen Region Fukushima eine schwerwiegende Nuklearkatastrophe. Shinji Kagawa befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks zur Reha in Japan. Er selbst und seine Familie waren von der Katastrophe zwar nicht unmittelbar betroffen, bei seiner Rückkehr nach Deutschland setzte sich der Japaner aber für die Betroffenen aus seiner Heimat mit einem rührenden Auftritt bei einer Pressekonferenz ein: "Japan ist in großer Not. Ich bitte meine deutschen Freunde, uns zu helfen".

Stehaufmännchen

Am 25. Januar 2011 erlitt Shinji Kawaga im Halbfinale der Asienmeisterschaft im Spiel gegen Südkorea zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Bruch am fünften Knochen des rechten Mittelfußes. Kagawa ließ sich von dem erneuten Rückschlag nicht aufhalten. Er arbeitete fast ein halbes Jahr an seiner Rückkehr - am 34. Spieltag der Meistersaison 2010/2011 war es dann so weit. Jürgen Klopp wechselte in der 88. Minute im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt unter tosendem Beifall den jungen Japaner ein. Nach dem Schlusspfiff feierte Kagawa seine erste Deutsche Meisterschaft mit dem BVB.

Unverzichtbar

Nach dem 6. Spieltag der aktuellen Spielzeit stand Borussia Dortmund auf dem 11. Tabellenplatz. Shinji Kawaga hatte zu diesem Zeitpunkt erst einen Treffer erzielt. Dann schmiss der Japaner seinen Motor an. Angetrieben vom überragenden Offensiv-Allrounder schoben sich die Dortmunder in der Tabelle Platz um Platz nach oben. bis man auf dem 1. Tabellenrang angekommen war. Am 20. Spieltag eroberte der BVB den Platz an der Sonne - Kagawa wies zu diesem Zeitpunkt sechs Tore und sieben Torvorlagen auf. "Wir sind alle froh, dass er jetzt wieder der "alte" Shinji ist, wie wir ihn in seinem ersten Jahr beim BVB kennengelernt haben. Er ist wieder in der herausragenden Form der Hinrunde der letzten Saison.", sagte Lukasz Piszczek im Interview mit bundesliga.de.

Kontinuität

Seine starken Leistungen in der Bundesliga und der Nationalmannschaft haben bei internationalen Mannschaften großes Interesse geweckt. Doch Shinji Kagawa, dessen Vertrag ohnehin noch bis 2013 Gültigkeit hat, fühlt sich in Dortmund anscheinend sehr gut aufgehoben. Gegenüber dem ZDF sagte der Japaner: "Ich erlebe hier eine grandiose Zeit und würde mich freuen, wenn es so weiter geht. Ich will bleiben".