Zusammenfassung

  • Wolfsburg wurde 2009 Meister, obwohl die Mannschaft zur Winterpause nur auf Platz 9 stand

  • Hoffenheim fiel als Herbstmeister 2008 noch auf Platz 7 ab

  • 14 Punkte Vorsprung im Winter auf einen Nichtabstiegsplatz reichte Frankfurt 2010/11 nicht

Köln - Knapp 70 Prozent der Herbstmeister hielten am Ende der Saison in der Bundesliga auch die Schale in den Händen. Allzu sicher dürfen sich die Clubs nach erfolgreicher Hinrunde aber nicht sein. Denn die Geschichte der Bundesliga hat in den Rückserien noch spektakuläre Abstürze und grandiose Aufholjagden geschrieben.

Es ist bis heute die wohl spektakulärste Aufholjagd der Bundesliga: Im Winter 2008/09 stand der VfL Wolfsburg mit Trainer Felix Magath auf Tabellenplatz 9 - im Niemandsland der Liga. Der Abstand zur Spitze betrug bisweilen elf Punkte. Doch der Turbofußball der Abteilung Attacke um das Sturmduo Edin Dzeko/Grafite beförderte die Wölfe am Ende ganz nach oben. Nie holte ein Deutscher Meister in der Rückrunde noch so einen großen Rückstand auf.

Doch des einen Freud, des anderen Leid: In der gleichen Spielzeit wurde der damalige Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim direkt Herbstmeister, um sich am Ende der Saison auf Platz 7 wiederzufinden. Es war gleichzeitig das einzige Mal, dass ein Herbstmeister nach dem 34. Spieltag nicht unter den Top-5 landete.

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Die elf Punkte des VfL Wolfsburg sind unübertroffen, Borussia Dortmund und der FC Bayern schafften es immerhin noch, einen Acht-Punkte-Rückstand zur Spitze aufzuholen und später die Meisterschaft zu feiern. Dem BVB gelang dieses Kunststück sogar zweimal: In der Saison 2001/02 sowie 2011/12 waren die Schwarz-Gelben jeweils nach dem 7. Spieltag schon acht Zähler hintendran. Bayern holte diese Differenz 2009/10 noch auf Bayer 04 Leverkusen auf.

Im Zeitalter der Zwei-Punkte-Regel waren sechs Punkte Rückstand für einen späteren Meister das höchste der Gefühle. Werder Bremen 1992/93 und Bayern München 1993/94 schafften dies.

Dortmund macht 2014/15 zehn Plätze gut

Doch es geht noch mehr als das: Gleich drei Mannschaften, die zur Winterpause auf Platz 17 - und damit in akuter Abstiegsnot standen, konnten mit einem Kraftakt bis zum Ende der Saison noch zehn Plätze gut machen - Bundesliga-Rekord. So wurden Borussia Dortmund in der Spielzeit 2014/15, der Hamburger SV 2006/07 und der FC Schalke 04 1968/69 jeweils noch siebter.

Hamburg und Duisburg fallen 12 Plätze ab

Aber die Geschichte der Bundesliga lehrt auch: Allzu sicher dürfen sich die Clubs nach einer erfolgreichen Hinserie nicht sein: Besonders in Frankfurt können sie ein Lied davon singen. Die Eintracht brachte es 2010/11 als einziges Team der Historie fertig, noch einen 14 Punkte-Vorsprung auf die Nicht-Abstiegsplätze zu verspielen. Träumten die Fans zur Winterpause als Siebter noch von Europa, fanden sich die Hessen im folgenden Jahr in der 2. Bundesliga wieder.

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Den tiefsten Fall zwischen Ende der Hin- und Rückrunde legten 1966/67 der Hamburger SV und 1991/92 des MSV Duisburg hin. Für beide Mannschaften ging es in der Tabelle zwölf Plätze nach unten.

Während der Vize-Herbstmeister HSV immerhin mit Platz 14 noch die Klasse halten konnte, ging es für den MSV, der auf Platz 7 überwintert hatte, in der damaligen 20 Vereine umfassenden Bundesliga noch runter auf Platz 19 - und damit in die 2. Bundesliga.

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