München - Der Schwabe im Allgemeinen gilt nicht als sonderlich extrovertiert, Bruno Labbadia rechnet trotzdem mit einem Tollhaus bei der Partie seines VfB Stuttgart gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Ich habe einmal gehört, dass Schwaben im Frühling richtig abgehen sollen. Deshalb hoffe ich, dass wir am Samstag alle gemeinsam richtig abgehen werden", sagte der VfB-Coach. Die Vorzeichen hierfür stehen jedenfalls gut. Frühlingshafte Temperaturen sind angesagt und die Mercedes-Benz Arena ist restlos ausverkauft.

Die nächste Hürde wartet

Die sportliche Brisanz ergibt sich aus der Tabellensituation. Beide Teams kämpfen um den Klassenerhalt, die "Roten Teufel" vom Betzenberg liegen mit einem Punkt mehr als der VfB auf Platz 14. Klar, dass die Gastgeber mit einem "Dreier" die Pfälzer überholen wollen.

"Wir haben uns mit fünf Spielen ohne Niederlage in eine gute Situation gebracht. Das war ein richtiger Kraftakt, wenn man bedenkt, dass wir zur Winterpause nur zwölf Punkte hatten. Am Samstag kommt die nächste Hürde, die wir nehmen müssen", betonte Labbadia, der von 1988 bis 1991 für die "Roten Teufel" in der Bundesliga (67 Spiele, 20 Tore) spielte. 1990 wurde er DFB-Pokalsieger und 1991 Deutscher Meister mit den Pfälzern.

Doch die Vergangenheit spielt für Labbadia keine Rolle, am Samstag fordert er von seinem Team vollen Einsatz und ein geschlossenes Auftreten: "Wir müssen alles in die Waagschale werfen und als Mannschaft zusammenstehen."

Delpierre wieder nur auf der Bank?

Verzichten muss der VfB-Cheftrainer auf seinen Spielmacher. Tamas Hajnal fällt aufgrund anhaltenden Probleme in der Oberschenkelmuskulatur aus. Mit dabei ist hingegen Timo Gebhart, der seine Sprunggelenksprobleme überwunden hat.

Fehlen wird dem VfB in nächster Zeit Philipp Degen, dessen Leistenoperation gut verlaufen ist. Er wird in den kommenden Wochen in der VfB Reha-Welt an der Rückkehr auf den Platz arbeiten. Fast schon ungewohnte Auswahl hat Labbadia bei der Besetzung seiner Innenverteidigung. Kapitän Matthieu Delpierre blüht vermutlich wie schon am vergangenen Spieltag in Bremen die Ersatzbank, da Serdar Tasci und Georg Niedermeier an der Weser überzeugten.

"Abstiegskampf entwickelt sich zur Kopfsache"

Den Blick auf die Statistik können sich die Gäste aus Kaiserslautern eigentlich sparen. Das letzte Mal in Stuttgart gewann der FCK vor über elf Jahren: Am 31. Oktober 1999 gelang Marian Hristov der "goldene Treffer" zum 1:0-Auswärtssieg. Außerdem musste die Mannschaft von Trainer Marco Kurz am vergangenen Spieltag eine schmerzliche 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen hinnehmen.

Doch Kurz, der am 16. Mai 1969 in Stuttgart geboren wurde und sein einziges Bundesliga-Spiel für den VfB im März 1990 ausgerechnet bei der 0:1-Heimniederlage gegen Kaiserslautern mit Labbadia bestritt, richtet den Blick nach vorne: "Am Samstag haben wir nun wieder eine ganz andere Partie, die wiederum eine hohe Konzentration erfordert. Der Abstiegskampf entwickelt sich, je näher es auf das Saisonende zugeht, immer mehr zur Kopfsache. Für uns ist es eine fantastische Situation, uns die Bundesliga selbst erarbeiten zu können."

FCK ohne Nemec und Ilicevic

Auch FCK-Kapitän Srdjan Lakic freut sich " riesig auf das Spiel, das alle Voraussetzungen mitbringt, die man sich als Spieler wünschen kann". Mit seiner persönlichen Situation ohne Treffer in der Bundesliga seit der Winterpause zeigte sich der Torjäger natürlich wenig zufrieden, betonte aber auch, dass er sich nicht verrückt machen lasse: "Ich bin in einer guten Verfassung und werde auch wieder Tore erzielen. Ob dies an diesem Wochenende oder im nächsten Heimspiel passiert, kann ich natürlich nicht absehen. Wir müssen schauen, dass wir unsere Ziele erreichen und alles dafür tun. Ich möchte und werde das Maximum aus den verbleibenden Spielen dieser Saison herausholen."

Personell kann Kurz wieder auf Jan Moravek zurückgreifen. Ob der tschechische Mittelfeldspieler dabei jedoch wieder in der Anfangsformation stehen kann oder zunächst noch auf der Bank Platz nehmen muss, ließ der FCK-Trainer offen. Weiterhin verzichten muss er auf Adam Nemec, der mit einer Innenbanddehnung pausiert, und auf Ivo Ilicevic, dessen Bauchmuskelzerrung noch nicht ausgeheilt ist.