München - Rosamunde Pilcher hätte das Drehbuch beim letzten Heimauftritt von Aaron Hunt nicht kitschiger schreiben können. Die Sonne schien von einem hellblauen Himmel und ein warmer Wind säuselte durch Weser-Stadion. Viele ehemalige Werder-Größen, wie Trainer-Ikone Thomas Schaaf, waren wegen des zehnjährigen "Doubiläums" vor Ort, die Stimmung auf den Rängen war ausgelassen und wegen des vorzeitigen Klassenerhalts entspannt.

Und eben jener Aaron Hunt wurde verabschiedet. Vor dem Spiel erhielt der verdiente Mittelfeldstar Blumen, während des Spiels Ovationen und nach dem Spiel viele Umarmungen. Sein filmreifer Auftritt gegen Hertha BSC hatte den Fans eindrucksvoll vor Augen geführt, welchen Spieler sie da verlieren würden. Beim 2:0-Sieg war Hunt Dreh- und Angelpunkt der Gastgeber, erzielte beide Tore - und wurde folgerichtig von den bundesliga.de-Usern zum "Spieler des 33. Spieltags" gewählt. 43,46 Prozent stimmten für den 27-Jährigen, der damit seine Konkurrenten Kevin Großkreutz (26,72 Prozent), Mario Götze (16,28 Prozent), Max Kruse (7,85 Prozent), Julian Draxler (4,22 Prozent) und Eren Derdiyok (1,48 Prozent) klar distanzierte. 

"Spätestens als Aaron das zweite Tor schießt, weißt du, was das für eine Bedeutung auch für ihn persönlich hat. Gleichzeitig wird dir vor Augen geführt, was uns fehlen wird nächste Saison", sagte Werder-Trainer Robin Dutt nach der Hunt-Gala. Und Sebastian Prödl ergänzte: "Es ist schön, dass diese Geschichte mit zwei Toren zu Ende geht." Rosamunde Pilcher hätte es nicht besser formulieren können.