Kopenhagen - Hannover 96 hat einen großen Schritt in Richtung K.o.-Runde in der Europa League gemacht. Die Niedersachsen gewannen in einer intensiven, aber erst in der Schlussphase hocklassigen Partie beim dänischen Meister FC Kopenhagen mit 2:1 (0:0) und verschafften sich somit vor den ausstehenden beiden Spielen eine glänzende Ausgangsposition.

Dame N'Doye hatte Kopenhagen nach einer Ecke zunächst in Führung (67.) gebracht, ehe Jan Schlaudraff (71.) der verdiente Ausgleich gelang. Lars Stindl markierte wenig später in einer hektischen Phase dann den umjubelten Siegtreffer (74.) für die "Roten".

"Charakterstärke bewiesen"

"Das freut mich für Lars und ich hoffe, dass er jetzt ab und zu einen reinmacht", sagte Torwart Ron-Robert Zieler, "die Fans waren fantastisch, es war ja fast ein Heimspiel für uns. Nach dem Rückstand haben sie uns nach vorne gepuscht."

Auch Mirko Slomka war sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Akteure. "Die Mannschaft hat Charakterstärke bewiesen und ist nach dem 0:1 wieder zurückgekommen. Diese Stärke haben wir uns im letzten Jahr erarbeitet", so der Trainer: "Vielleicht braucht so ein Spiel einfach so einen herrlichen Treffer, wie den von Lars Stindl."

Die Slomka-Elf distanzierte den direkten Verfolger, der im Hinspiel noch ein 2:2 erzielt hatte, durch den Erfolg in der Gruppe B deutlich und hat bei noch zwei ausstehenden Partien als Tabellenzweiter vier Punkte Vorsprung auf die Skandinavier.

Kaum Kreativität - wenige Torchancen

Hannover begann zunächst zurückhaltend und lauerte aus einer tiefstehenden Defensive auf Konter. Allerdings klappte das Umschalten von Defensive auf Offensive wie bei den jüngsten Niederlagen gegen den 1. FSV Mainz 05 im DFB-Pokal (0:1 n.V.) und bei Borussia Mönchengladbach (1:2) lange nicht wie gewohnt. Zudem fehlte die nötige Kreativität, um die Abwehr der Dänen zu überlisten.

Zwingende Tormöglichkeiten konnten sich die Niedersachsen so zunächst nicht erarbeiten. Sergio Pinto versuchte es aus der zweiten Reihe (21.), sein Schuss brachte Johan Wiland im Tor aber nicht in Verlegenheit. Eine richtig gute Gelegenheit vergab Stindl kurz vor der Pause (40.) per Kopf. Mohammed Abdellaoue hatte sich über links bis zur Grundlinie durchgekämpft und nach innen geflankt. Doch Stindl setzte den Ball knapp über die Latte - obwohl er völlig unbedrängt war.

Kopenhagen auf der anderen Seite investierte vor heimischen Publikum zwar mehr in die Partie als noch im Hinspiel vor zwei Wochen, konnte Ron-Robert Zieler im Tor von Hannover aber auch nicht wirklich in Gefahr bringen. Die Stürmer N'Doye und Cesar Santin, vor denen Slomka vor der Partie eindringlich gewarnt hatte, wurden von der Innenverteidigung gut aus dem Spiel genommen. Als N'Doye in der 29. Minute doch einmal freigespielt wurde, verzog der Senegalese aus 19 Metern deutlich.

96 dreht auf

Zur zweiten Halbzeit ersetzte bei 96 Konstantin Rausch den angeschlagenen Christian Pander. In der Folge entwickelten die Gäste mehr Druck und wirkten agiler, rannten sich in der Kopenhagener Defensive aber auch immer wieder fest. In der 61. Minute war es erneut Stindl, der nach einem kurzen Solo eine Lücke fand und von der Strafraumgrenze abzog. Doch sein Schuss ging knapp links vorbei.

Nach dem Rückstand zeigte Hannover aber eine starke Reaktion und nutze vor rund 10.000 mitgereisten Fans seine Möglichkeiten eiskalt aus. Nach einer technisch tollen Aktion und einem tollen Lupfer über Ragnar Sigurdsson entschied Stindl mit seinem schwächeren linken Fuß die Partie mit einem sehenswerten Schuss aus 17 Metern.

Kopenhagen: Wiland - Thomsen, Ottesen, Sigurdsson, Oviedo - Bolanos, Grindheim, Kristensen (77. Nordstrand), Diouf (84. Absalonsen) - N'Doye, Santin (77. Bergvold)Hannover: Zieler - Chahed, Pogatetz, Haggui, Christian Schulz - Pinto, Schmiedebach - Stindl, Pander (46. Rausch) - Schlaudraff (90. +4 Eggimann), Abdellaoue (90.+2 Ya Konan)Schiedsrichter: Eric Braamhaar (Niederlande)
Tore: 1:0 N'Doye (67.), 1:1 Schlaudraff (71.), 1:2 Stindl (74.)
Zuschauer: 28.000
Gelbe Karten: Oviedo - Pogatetz, Haggui