Zusammenfassung

  • Spektakel in Frankfurt: Eintracht punktet nach 2:0-Rückstand gegen BVB

  • Bayern erkämpft sich Sieg in Hamburg und schließt zu Spitzenreiter Dortmund auf

  • Niclas Füllkrug trifft nach über fünf Jahren wieder in der Bundesliga - und zwar doppelt

Köln - Mit einem Arbeitssieg schließt der FC Bayern zu Spitzenreiter Dortmund auf, bei dem Mario Götze ein Jubiläum feiert. Füllkrugs Knoten platzt, die Werkself schießt Gladbach ab und den Kellerkindern fehlen die Knipser. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 9. Spieltag.

1) Spektakel in Frankfurt

© gettyimages / Matthias Hangst

Was für ein Spiel! Nach zuletzt zwei sieglosen Pflichtspielen gegen RB Leipzig (2:3) und APOEL Nikosia (1:1) gierte Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt nach einem Dreier. Nuri Sahin (19.) brachte den Gast in Führung, Maximilian Philipp (57.) legte auf Zuspiel von Mario Götze nach, der sein 100. Bundesligaspiel für den BVB machte. In einer spektakulären zweiten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften dann einen offenen Schlagabtausch mit insgesamt 25 Torschüssen (Saison-Rekord). Mit 13:12 verzeichneten die Borussen auch in Halbzeit zwei zwar ein minimales Chancenplus, verpassten es aber, den Sack zuzumachen.

Von den ausgelassenen Gelegenheiten des Spitzenreiters aufgebaut kämpfte sich die SGE zurück und verdiente sich mit einem Doppelschlag durch Haller (64., Foulelfmeter) und Wolf (68.) doch noch einen Punkt gegen den Spitzenreiter. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass Dortmund nach Zwei-Tore-Führung noch Punkte abgab. Die kommende Woche bietet gleich zwei Chancen zur Korrektur: Am Dienstag geht es in der 2. Runde des DFB-Pokals zum 1. FC Magdeburg, kommenden Samstag dann zum starken Aufsteiger aus Hannover.

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2) Bayern schließt zum BVB auf

"Es wird schwer, Dortmund noch einzuholen", hatte Jupp Heynckes bei seiner vierten Präsentation als Trainer des FC Bayern zu bedenken gegeben. Keine zwei Wochen später ist diese Mission zum Teil bereits erfüllt. Nach dem 1:0-Sieg beim Hamburger SV trennt seine Mannschaft nurmehr die um drei Treffer schlechtere Tordifferenz vom Rivalen aus Westfalen: Bei jeweils sieben Gegentoren hat der BVB mit 25 Toren drei mehr geschossen als der Deutsche Meister.

Für eine gelungene Auswärtspremiere des Trainers bedurfte es eines Kraftaktes. Nach Platzverweis gegen Gideon Jung spielte der Rekordmeister in Hamburg fast eine Stunde lang in Überzahl. Corentin Tolisso (52.) erzielte kurz nach der Pause das Tor des Tages und brachte sein Team damit in eine gute Ausgangsposition für die anstehenden "Wochen der Wahrheit": Es geht im DFB-Pokal erst nach, und dann in der Bundesliga gegen Leipzig, gefolgt von Auswärtsspielen in den Fußballtempeln von Glasgow und Dortmund. Ausfallen könnte dabei Thomas Müller. Der Vize-Kapitän wurde zur Pause eingewechselt und musste zehn Minuten und eine Torvorlage später mit Oberschenkelbeschwerden schon wieder raus. Die genaue Diagnose steht noch aus. So oder so: Der Blick auf die Tabelle erleichtert den Bayern den Gang in die kommenden Kracher-Spiele.

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3) Leverkusen schießt Gladbach ab

Bayer Leverkusen hat seinen Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen vergessen gemacht und gegen Borussia Mönchengladbach ein wahres Torfeuerwerk geboten. Mit 5:1 fegte die Werkself die Fohlen aus dem eigenen Stadion und verbesserte sich in der Tabelle auf Rang 9. Mit zwölf Punkten liegen die Rheinländer nur noch drei Punkte hinter Europa-League-Platz 6. Die 20 Tore der Mannschaft von Heiko Herrlich überbieten in der Bundesliga einzig Dortmund (25) und Bayern (22).

In die Halbzeit gingen die Gäste am Niederrhein noch mit einem Rückstand, Fabian Johnson (7.) hatte früh auf 1:0 gestellt. Eine klare Analyse in der Umkleidekabine führte dann zur Wende. "Wir haben in der Pause gesagt: Wir brauchen nur ein schnelles Tor. Das haben wir dann perfekt umgesetzt", sagte nach dem Spiel Kapitän Lars Bender, dessen Zwillingsbruder Sven drei Minuten nach Wiederanpfiff ausglich. Wie entfesselt legte Bayer anschließend durch Bailey (59.), Brandt (61.), Volland (69.) und Pohjanpalo (81.) nach und verpasste den Fohlen die höchste Heimniederlage seit Oktober 1998. Damals verlor man 8:2 - gegen Leverkusen.

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4) Füllkrugs Tor-Comeback

© imago / Eibner

Schöner kann man sich nicht zurückmelden: Fünf Jahre und einen Tag nach seinem letzten Tor in der Bundesliga schnürte Niclas Füllkrug einen Doppelpack und führte Hannover 96 mit nur zwei Torschüssen zum Sieg beim FC Augsburg. Nach Einwechslung erzielte der Stürmer mit seinem dritten Bundesligator erst den Ausgleich (76.) und drehte das Spiel kurz vor Schluss dann endgültig zugunsten der Gäste (89.). Damit traf Füllkrug in 13 Minuten genau so oft wie in zuvor 31 Partien im Oberhaus.

"Es war schön, endlich die zwei Tore zu machen", freute sich der Mann des Spiels, der Augsburg getrost als seinen Lieblingsgegner bezeichnen kann: Gegen die Schwaben erzielte er im März 2013 auch sein allererstes Tor in der Bundesliga, damals noch im Trikot von Werder Bremen. Das Tor-Comeback hätte sogar auf einen Hattrick anwachsen können, hätte Jonathas seinen besser stehenden Sturmpartner in der Schlussphase nicht übersehen und selbst abgeschlossen. Gut für den Aufsteiger, dass zumindest ein Stürmer an diesem Tag alles traf.

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5) Viele Chancen, keine Tore im Kellerduell

Die Partie 1. FC Köln gegen Werder Bremen stand unter keinem guten Stern: Kurz vor Anpfiff des Duells des Letzten gegen den Vorletzten der Bundesliga wischte ein Zucken im Oberschenkel von Claudio Pizarro den Silberstreif vom Kölner Horizont. Der Neuzugang der Domstädter sollte gegen Werder sein Startelf-Debüt feiern, dem mit nur drei Treffern schlechtesten Angriff der Liga gegen seinen Ex-Klub auf die Sprünge helfen. Weil es auf Bremer Seite für den nach Schlüsselbeinbruch genesenen Max Kruse nur für einen Kurzeinsatz reichte, mussten beide Seiten auf ihren treffsichersten Stürmer verzichten.

So endete das Spiel, fast zwangsläufig, 0:0. Besonders bei den Fehlschüssen von Maximilian Eggestein (49.) und Sehrou Guirassy (86.) stellte sich die Frage: Was hätte Kruse, was hätte Pizarro mit diesen Chancen gemacht? "Der hätte wahrscheinlich ...", sprach Zlatko Junuzovic nach Abpfiff beinahe aus, was alle dachten. Der Werder-Kapitän behielt seine Worte denn aber doch für sich und hoffte wie alle an diesem Abend nur auf die baldige Rückkehr eines Torjägers. Nach neun Spieltagen stehen Köln und Bremen weiter ohne Sieg da.

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