Köln - Der Italien-Fluch ist gebrochen! Endlich hat Deutschland mal gegen die Azzurri bei einem großen Turnier gewonnen. Nun trifft die Nationalelf im Halbfinale der EM auf Gastgeber Frankreich - und da spricht die Statistik klar für Deutschland. Fünf Gründe, warum Deutschland ins Finale einzieht:

Beim Blick in die Geschichtsbücher muss es den Fans der deutschen Nationalelf vor dem Klassiker gegen Frankreich warm ums Herz werden. Denn demnach spricht alles für die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw.

Wichtige Siege gegen Frankreich

Vier Mal haben sich Frankreich und Deutschland bisher bei großen Turnieren gegenüber gestanden, vier Mal bei einer WM. Bei einer Europameisterschaft ist es hingegen eine Premiere. Das erste Duell gewannen die Franzosen - 1958 in Schweden im Spiel um Platz drei. Frankreichs Held und WM-Torschützenkönig Just Fontaine (13 Treffer) traf beim 6:3 vier Mal. Doch danach war drei Mal Deutschland die erfolgreiche Elf. 1982 beim legendären Halbfinale in Spanien, bei dem in der Verlängerung ein 1:3 noch ausgeglichen wurde und die DFB-Elf anschließend im Elfmeterschießen gewann. 1986 wieder im Halbfinale der WM in Mexiko mit 2:0 und 2014 bei der WM in Brasilien mit 1:0 im Viertelfinale durch einen Kopfballtreffer von Mats Hummels. Die Turnierbilanz lautet demnach 3:1, wobei Deutschland drei Mal in Folge gewonnen und seit 58 Jahren nicht mehr gegen Frankreich verloren hat.

Gute Bilanz gegen Gastgeber

Gegen den Turnierausrichter spielen die Deutschen immer ganz besonders gerne. Seit 1966 hat die Nationalmannschaft gegen keine Heimmannschaft mehr bei einer EM oder WM verloren. Insgesamt sieben Mal traf Deutschland bei einer WM im Laufe des Turniers auf die Gastgeber. 1958 scheiterte der amtierende Weltmeister im Halbfinale an Schweden, 1966 brachte das Wembley-Tor den Engländern den Sieg im Finale. Doch seitdem gab es immer einen Erfolg für Deutschland: 1982 in der Zwischenrunde gegen Spanien (2:1), 1986 im Viertelfinale gegen Mexiko (4:1 n.E.), 2002 im Halbfinale gegen Südkorea (1:0) und 2014 beim legendären 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien. Zudem wurde 1962 Gastbeber Chile in der Vorrunde 2:0 besiegt. Die deutsche WM-Bilanz gegen Gastgeber: 5:2!

In Europa immer gewonnen

Bei Europameisterschaften ist die Quote der Deutschen gegen die EM-Ausrichter sogar noch besser. Fünf Spiele, fünf Siege - eine makellose Bilanz. 1972 gab es ein 2:1 gegen Belgien im Halbfinale, 1976 wieder im Halbfinale ein 4:2 nach Verlängerung gegen Jugoslawien, 1992 siegte Deutschland 3:2 in der Vorschlussrunde gegen Schweden und 1996 ging das Halbfinale mit 7:6 nach Elfmeterschießen gegen England an uns. 2008 folgte ein 1:0 gegen Österreich, diesmal in der Gruppenphase.

Stark im Halbfinale

Das K.o.-Duell um den Einzug ins Endspiel liegt der DFB-Elf. Insgesamt stand Deutschland 19 Mal bei Welt- und Europameisterschaften in einem Halbfinale. Zwölf Mal zog die Nationalelf ins Finale ein, gewann damit 63 Prozent ihrer Halbfinalduelle. Zudem wurde zwei weitere Male das Finale erreicht bei Turnieren, in denen statt eines Halbfinales eine Zwischenrunde ausgespielt wurde. Mit insgesamt 14 Finalteilnahmen bei EMs und WMs ist Deutschland die Nummer eins in Europa. Frankreich hingegen stand neun Mal in der Vorschlussrunde und kam vier Mal ins Endspiel - das macht knapp 45 Prozent Erfolgsquote.

Besser im Europacup

Und auch auf Vereinsebene liegt Deutschland vorne. 168 Mal trafen deutsche Clubs aus der Bundesrepublik und der DDR im Europacup auf französische Vereine. 76 Mal siegten die Deutschen, bei 32 Remis und 60 Niederlagen. Die Bundesliga führt also deutlich gegen die Ligue 1.

Tobias Schild