Disziplin, Askese, Fleiß: Lange galt Bayern München als schwieriges Pflaster für jeden Trainer, doch dann kam Ottmar Hitzfeld und führte den Fußball-Rekordmeister zu neuem Ruhm.

1998 wechselte der studierte Mathematik-Lehrer von Borussia Dortmund an die Isar, führte dort sein Rotationssystem ein - und ließ sich von niemandem in sein Konzept hineinreden. Der "General", der schon mit dem BVB Meister und Champions-League-Sieger wurde, avancierte auch beim FC Bayern zum Erfolgsgaranten.

Erfolg ab Stunde Null

Bereits in seinem ersten Jahr in München holte Hitzfeld die Deutsche Meisterschaft und erreichte das Champions-League-Endspiel, welches allerdings unglücklich mit 1:2 gegen Manchester United verloren ging. Es folgten zwei weitere Meistertitel, ein DFB-Pokalsieg und als Krönung der Champions-League-Gewinn 2001 mit anschließendem Weltpokal-Triumph. Erst 2002 mussten die Bayern ihre erste Durststrecke unter dem ehemaligen Olympia-Auswahlspieler aus Lörrach hinnehmen.

Hitzfeld überstand aber auch das - holte 2003 das "Double" und verabschiedete sich schließlich im Sommer 2004. Zweieinhalb Jahre später kehrte der "General" zurück an die Isar und gewann zum Abschluss seiner Laufbahn als Vereinstrainer 2007/08 nochmals die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Im Sommer 2008 übernahm er das Amt des Nationaltrainers der Schweiz.

Erfolgreichster Bayern-Trainer

"Hitzfeld ist der erfolgreichste Trainer in der 100-jährigen Geschichte des FC Bayern. Ottmar ist unser größtes Glück. Wir setzen auf Kontinuität", schwärmte beispielsweise Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Und Manager Uli Hoeneß erklärte: "Zwischen Ottmar und uns treibt niemand einen Keil."

Was aber ist das Erfolgsgeheimnis des "Generals"? "Selbst wenn es immer wieder bestritten wird, glaube ich, dass der Fußball kalkulierbar ist. Ich weiß, was machbar ist und was nicht", so der Coach. Wie beim Schach rechnet er Varianten und Konstellationen aus, um so das Optimum zu erreichen. Hinzu kommt seine Unnahbarkeit.

"Ich habe mir angewöhnt, keine Gefühle zu zeigen", gibt Hitzfeld zu, der seine Biographie vom Schweizer Pfarrer Josef Hochstrasser schreiben ließ. Und das gilt auch im Umgang mit seinen Spielern: Egal, ob Oliver Kahn, Mario Basler, Stefan Effenberg oder Lothar Matthäus - bei Verfehlungen verhängte der Trainer gnadenlos Geldstrafen in zuvor ungekannten Höhen.

Aufstieg in Raten

Lange hatte die deutsche Fußball-Öffentlichkeit Hitzfelds Aufstieg zum Star-Trainer gar nicht richtig wahrgenommen. Der Badener begann seine Trainer-Laufbahn nahezu unbemerkt 1983 beim SC Zug in der Schweiz, wechselte dann zum FC Aarau und Grasshopper Zürich, ehe er 1991 zu Borussia Dortmund kam.

Dort holte er 1995 und 1996 den Meistertitel, 1997 die Champions League. Dann wechselte er auf den Sportdirektorenposten der Schwarz-Gelben. Nach einem Jahr war er 1998 bereit für den FC Bayern - eine Verbindung, die beide Seiten nie bereut haben.