Er hatte Bundestrainer werden sollen, wurde es aber nie und gewann als Vereinscoach alles, was es zu gewinnen gibt. Eigentlich sollte Udo Lattek eines Tages Helmut Schön beerben, doch im März 1970 wechselte der damals 35-Jährige überraschend vom Jugend- und Amateurbereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu Bayern München und startete eine Karriere der Superlative.

Acht Deutsche Meistertitel, drei Mal DFB-Pokalsieger, UEFA-Pokalgewinner, Europapokalsieger der Landesmeister und der Pokalsieger - Lattek ist bis heute einer der erfolgreichsten deutschen Vereinstrainer.

Doch nicht nur mit den Bayern feierte der gelernte Sport- und Englischlehrer seine Erfolge, sondern auch bei Borussia Mönchengladbach und dem FC Barcelona.

Retter in der Not

Unvergessen auch Latteks Engagement als "Feuerwehrmann" bei Borussia Dortmund im Jahr 2000. Schon lange in den selbst gewählten Ruhestand verabschiedet, kehrte der "Hans Albers der Bundesliga" (Lattek über Lattek) auf die Trainerbank zurück und rettete den BVB wenige Spieltage vor Saisonende gerade noch vor dem Abstieg.

Und gab gleichzeitig Matthias Sammer Starthilfe bei dessen Einstieg als Trainer. Offensichtlich hatte sich Sammer viel abgeguckt. Denn schon in der kommenden Saison führte er den BVB zur Deutschen Meisterschaft.

Meisterschaft 1972 ist liebster Titel

Welcher aber seiner 14 Titel bedeutet Lattek am meisten? "1971 habe ich mit Bayern gegen den 1. FC Köln den DFB-Pokal gewonnen. Das werde ich nie vergessen."

"Ein Jahr später folgte dann die erste Deutsche Meisterschaft mit den Bayern. Dieser Titel bedeutet mir nach wie vor am meisten", berichtet der mehrfache Großvater, der selbst beim SSV Marienheide, Bayer Leverkusen, VfR Wipperfürth und dem VfL Osnabrück kickte.