München - "Nur ein Sieg zählt" heißt das Motto von 1899 Hoffenheim am Samstag beim Gastspiel im Signal Iduna Park bei Borussia Dortmund. Verliert die TSG oder holt nur ein Remis, ist der Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt. Doch bei zwei Punkten Rückstand auf Fortuna Düsseldorf und den FC Augsburg rettet auch ein Sieg die Kraichgauer nicht automatisch: Das Team von Trainer Markus Gisdol muss auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen (Tabelle).

Die zahlreichen Rechenspiele, die im Abstiegskampf bemüht werden, helfen jedoch alle nicht, wenn die eigenen Hausaufgaben nicht gemacht werden. Die drei Punkte dürfen auf keinen Fall in Dortmund bleiben. Wichtig wird im Spiel gegen den Champions-League-Finalisten sein, dass die Leistungsträger über sich hinauswachsen. bundesliga.de zeigt, in welcher Form sich die Schlüsselspieler derzeit befinden.

Andreas Beck

Kapitän und Außenverteidiger Andreas Beck gewinnt im Schnitt 57 Prozent seiner Zweikämpfe und gibt der Hoffenheimer Defensive große Stabilität. Jedoch ist der ehemalige Nationalspieler auch im Spiel nach vorne gefährlich, schlug in der laufenden Saison bereits 53 Flanken und bereitete zwei Tore über seine rechte Außenbahn vor. Mit 2.700 Minuten Spielzeit ist der 26-Jährige der Dauerbrenner bei der TSG. Mit insgesamt 149 Bundesligaeinsätzen ist Beck Hoffenheims Rekordspieler in der Bundesliga-Historie.

Sejad Salihovic

Am 19. Januar dieses Jahres erlitt Vize-Kapitän Sejad Salihovic einen Riss des Außenmeniskus und musste operiert werden. Seit Ende März steht der Bosnier wieder im Kader der TSG, kommt immer besser in Form und war in den vergangenen sechs Saisonspielen an vier Toren beteiligt (zwei Tore, zwei Assists). Mit seiner großen Erfahrung ist Salihovic ein Führungsspieler in Hoffenheim, der die jungen Spieler führen kann und Verantwortung übernimmt. Zudem ist der 28-Jährige ein sicherer Elfmeterschütze: 16 seiner 18 Bundesliga-Strafstöße zappelten im Netz.

Kevin Volland

Mit neun Torvorlagen ist Kevin Volland mit Abstand der beste Vorbereiter der TSG. In der Rückrunde gelangen dem 20-jährigen Shooting-Star allerdings nur noch zwei Assists. Dafür ist der Torriecher des Offensivspielers, der im Angriff sehr variabel eingesetzt werden kann, im Jahr 2013 deutlich besser: Bereits fünf Tore erzielte der gebürtige Marktoberdorfer in der Rückrunde - in der Hinserie hatte er nur ein Mal getroffen. Nimmt der schnelle Volland erst einmal Fahrt auf, ist er kaum mit fairen Mitteln zu stoppen. Bereits 75 Mal wurde er in dieser Saison durch ein Foul zu Fall gebracht.

David Abraham

In seinen bisher elf Bundesligaspielen entschied David Abraham starke 64 Prozent der direkten Duelle für sich und hat damit großen Anteil an der zur Rückrunde deutlich verbesserten Defensive der Kraichgauer. Der Argentinier hilft 1899 vor allem mit seiner großen Erfahrung weiter: Für seinen ehemaligen Arbeitgeber FC Basel bestritt der 26-Jährige 18 Spiele in der Champions League, erreichte in der Saison 2011/2012 sogar das Achtelfinale. Bei Standards ist der 1,87 Meter große Abraham aufgrund seiner Kopfballstärke gefürchtet, ein Tor gelang ihm für die TSG allerdings noch nicht.

Fazit:



1899 Hoffenheim ist in dieser Saison die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga - nur neun von 48 möglichen Punkten holte das Team in der Fremde. Ein wenig Hoffnung macht jedoch, dass der BVB in dieser Saison bereits in sechs Heimspielen Federn gelassen hat. Vor seinem Engagement als Cheftrainer in Hoffenheim war Markus Gisdol in dieser Spielzeit - als Co-Trainer des FC Schalke 04 - bereits ein Mal in Dortmund zu Gast. "Königsblau" entschied das Revierderby am achten Spieltag mit 2:1 für sich. Der Coach weiß also, wie man gegen den BVB gewinnt.


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