Vergangenen Samstag unmittelbar vor dem Pausenpfiff gegen 16:15 Uhr war es mal wieder soweit:

Eugen Polanski eroberte den Ball und spielte weiter auf Aristide Bance. Der lief ungehindert in Richtung Sechzehner und zog aus 16 Metern ab.

Der knallharte Schuss schlug zentral im Netz ein - zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den 1. FSV Mainz 05 beim 1:2 gegen Werder Bremen. Für Bance war es der sechste Saisontreffer - und ein besonders sehenswerter dazu.

Mit 14 Treffern Aufstiegsgarant in der Vorsaison

Der 25-jährige "Büffel" aus Burkina Faso spielt bei den 05ern nach seiner beeindruckenden Aufstiegssaison (14 Treffer, 3 Assists) erneut eine sehr ordentliche Runde mit bislang sechs Toren und einer Vorlage.

Dabei ging Bance einen langen und steinigen Weg durch Afrika und Europa, bevor er bei den Rheinhessen landete und seitdem Topleistungen abruft.

bundesliga.de hat sich auf die Suche gemacht und präsentiert Wissenswertes rund um den Mainzer Stürmer mit der Nummer 23.

Heimat

Geboren wurde Aristide Bance am 19. September 1984 in Abidjan, Elfenbeinküste. Bis 1983 war Abidjan die Haupstadt der Elfenbeinküste, bis heute ist es mit inoffiziell geschätzen 4 bis 5 Millionen Einwohnern immer noch die größte Stadt des Landes. Bance spielte als Jugendlicher zunächst in seiner Heimat. Während des Bürgerkriegs folgte er seinen Eltern und flüchtete nach Burkina Faso. Aus diesem Grund entschied er sich später, für die Nationalmannschaft Burkina Fasos aufzulaufen.

Europa

Seine Profikarriere begann der Mittelstürmer 2002 bei Santos FC Ouagadougou in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou. 2003 wechselte er zum SC Lokeren. Im Sommer 2006 ging der Stürmer in die Ukraine zu Metalurg Donezk, wurde dort aber nie richtig heimisch. In der Saison 2007/08 war Bance zunächst an Germinal Beerschot Antwerpen ausgeliehen, in der Winterpause wechselte er - ebenfalls auf Leihbasis - zu Kickers Offenbach. Seit der Saison 2008/09 spielt Bance beim 1. FSV Mainz 05.

Markenzeichen

Blonde Rasta-Löckchen - Bances Frisur ist mittlerweile in allen Stadien Deutschlands bestens bekannt. Diese Art der Dreadlocks können sich unter Umständen selbst entwickeln, wenn das Haar für eine längere Zeitperiode nicht gekämmt, geschnitten oder rasiert wird, die Verfilzung wird jedoch meist durch Hilfsmittel künstlich herbeigeführt. Und auch Bance legt offensichtlich viel Wert auf die richtige Behandlung seiner Haarpracht.

Verwandschaft

Arouna Dindane ist Bances Schwager. Zur Saison 2000/01 wechselte der Ivorer erstmals ins Ausland zum belgischen Spitzenverein RSC Anderlecht. Hier schaffte er bereits in seiner ersten Saison den Sprung in den Stammkader. In der Folge spielte er fünf Spielzeiten für Anderlecht, wurde dabei zwei Mal Belgischer Meister und holte 2003 den Goldenen Schuh als bester Spieler des Jahres in Belgien. Inzwischen spielt Dindane für den FC Portsmouth in der englischen Premier League.

Größter Erfolg

In der Saison 2008/09 war Bance mit 14 Treffern maßgeblich am Bundesliga-Aufstieg des 1. FSV Mainz 05 beteiligt. Außerdem lieferte er in seinen 32 Einsätzen noch drei Assists. Am 24. Mai 2009 feierte der Afrikaner dann ausgelassen mit den karnevalserprobten Anhängern der Rheinhessen. Zusätzlich entpuppte er sich als echter Pokalheld. Mainz stieß bis ins Halbfinale vor und Bance war in jedem Spiel an mindestens einem Tor unmittelbar beteiligt.

Nationalmannschaft

Seit 2006 absolvierte Bance zwölf Länderspiele für Burkina Faso, in denen er zwei Treffer erzielte. Für die derzeitige Nummer 51 der FIFA-Weltrangliste spielen aktuell auch einige andere in Deutschland bekannte Gesichter: Moussa Ouattara vom 1. FC Kaiserslautern, Jonathan Pitroipa vom Hamburger SV und Patrick Zoundi von Fortuna Düsseldorf.

Scharmützel

Anfang Dezember 2009 stand Bance mächtig in den Schlagzeilen: Beim 0:2 in Frankfurt geriet er während des Spiels mehrfach mit Gegenspieler Maik Franz aneinander und beleidigte den Verteidiger nach dem Schlusspfiff mit dem ausgestreckten Mittelfinger - 6000 Euro Geldstrafe.
Eine Woche später dann die Begegnung mit Jens Lehmann. Der Stuttgarter Keeper trat Bance drei Minuten vor Ende der Partie im Strafraum auf den Fuß und rempelte den Stürmer leicht - Rote Karte für Lehmann und Elfmeter für Mainz zum 1:1.

Straftraining

Ende Februar, Training beim 1. FSV Mainz 05: Über eine Distanz von knapp 20 Metern diskutierte Bance, der einen verschossenen Ball nicht holen wollte, mit Trainer Thomas Tuchel. Der schickte seinen Stürmer daraufhin vor dem Ende der Einheit zum Duschen. Die Sache wurde später intern in einem Gespräch geregelt. Bance akzeptierte die Strafe. Team-Manager Axel Schuster: "Aristide muss die nächsten drei Wochen nach jedem Training alle Bälle einsammeln."

Malaria

Im Juli 2009 war Bance an Malaria erkrankt. Der Angreifer verpasste dadurch das Erstrundenspiel im DFB-Pokal beim VfB Lübeck, das die 05er prompt mit 1:2 n.V. verloren. Zum Bundesliga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen war Bance aber wieder fit, und am 2. Spieltag schoss er beim 1:1 in Hannover sein erstes von bislang sechs Saisontoren.

Odyssee

Nach Differenzen mit Nationaltrainer Paulo Duarte sagte Bance seine Teilnahme am Afrika Cup 2010 ab und wollte ins Trainingslager der Mainzer reisen. Klingt einfach, war es aber nicht. Aus Burkina Faso kommend hatte er über Abidjan und Paris den Jet nach Deutschland bestiegen. Die Maschine wurde wegen schlechten Wetters nach Stuttgart umgeleitet, wo er ein Taxi bestieg, um sich mit seinem in Mainz gestarteten Freund und Dolmetscher Ousmane auf halber Strecke in Sinsheim zu treffen und wieder zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Mit einem Tag Verspätung kam er schließlich in Costa Ballena an.