München - Vor dem Start in die 49. Saison der Fußball-Bundesliga hat bundesliga.de einmal die 1. Spieltage der vergangenen 48 Jahre genauer unter die Lupe genommen und dabei viele außergewöhnliche Fakten zusammengestellt.

In den bisher 431 Partien am 1. Spieltag in der Bundesliga-Historie fielen 1.284 Tore - das entspricht einem Schnitt von 2,98 Treffern pro Spiel. Damit liegt der 1. Spieltag unter dem Gesamtschnitt. Im Durchschnitt fielen 3,08 Tore pro Spiel (14.630 Spiele; 45.069 Tore).

Zum Vergleich: An den letzten Spieltagen einer Saison fallen traditionell sehr viele Tore - im Schnitt 3,67 pro Spiel (1.581 Treffer in 431 Partien). Den torreichsten 1. Spieltag der Geschichte gab es in der Saison 1986/87, als 42 Treffer erzielt wurden (4,67 pro Spiel) - 2001/02 und 1965/66 fielen die wenigsten Tore zum Saisonauftakt (jeweils 18 in 9 Spielen). In den letzten drei Jahren gab es aber immerhin am 1. Spieltag jeweils kein 0:0, es wurden 28 (2010/11), 26 (2009/10) bzw. 29 (2008/09) Tore erzielt.

Sieben der letzten acht Aufsteiger hielten die Klasse

Große Hoffnungen auf den Klassenerhalt können sich auch die beiden Aufsteiger machen. In den letzten drei Jahren stieg von den acht Aufsteigern nur einer sofort wieder ab: Letzte Saison der FC St. Pauli. Alle anderen - Kaiserslautern (2010/11), Mainz, Freiburg, Nürnberg (2009/10), Hoffenheim, Köln und Mönchengladbach (2008/09) - blieben drin.

Dennoch: 48 der 124 Aufsteiger in die Bundesliga stiegen nach nur einem Jahr sofort wieder ab (39%). Im angeblich "schweren zweiten Jahr" nach dem Aufstieg erwischte es nur 25 Prozent dieser Teams (19 von 76). Das vermeintlich "schwere zweite Jahr" ist also statistisch betrachtet eine Mär.

Der FC Augsburg ist der 51. Bundesliga-Neuling

Der FC Augsburg steht vor seiner ersten Saison im deutschen Fußballoberhaus - die Süddeutschen sind der 51. Verein in der Geschichte der Bundesliga. Die letzten vier Bundesliga-Debütanten hielten in ihrer ersten Saison alle die Klasse (1999/2000 Unterhaching, 2000/01 Cottbus, 2004/05 Mainz und 2008/09 Hoffenheim). Insgesamt blieben 11 der letzten 16 "Komplett"-Neulinge nach ihrer ersten Saison in der Bundesliga.

Die Gesamtbilanz aller Liga-Neulinge in der Debüt-Saison: 14 stiegen sofort wieder ab (41 Prozent), zuletzt Ulm in der Saison 1999/2000 - 20 schafften den Klassenerhalt (59 Prozent).

Bayern München bester Debütant aller Zeiten

Insgesamt sechs der bisher 50 BL-Klubs blieben sogar ein "One-Hit-Wonder", spielten also nur eine Saison Bundesliga: Neben dem Gründungsmitglied Preußen Münster (1963/64) waren das von den Debütanten Tasmania Berlin (1965/66), Fortuna Köln (1973/74), BW 90 Berlin (1986/87), VfB Leipzig (1993/94) und der SSV Ulm (1999/2000).

Das beste Abschneiden eines Bundesliga-Debütanten legte "standesgemäß" der FC Bayern hin - der heutige Rekordmeister wurde 1965/66 Dritter in der Endtabelle (und zudem DFB-Pokalsieger). Meister wurde also noch nie ein "kompletter" Neuling…

Vier Tabellenführer stiegen am Ende ab

In den bisherigen 48 Jahren Bundesliga hat der spätere Meister nur acht Mal an einem 1. Spieltag verloren (zwei Mal Stuttgart, zwei Mal Mönchengladbach, je ein Mal Bayern, Dortmund, Köln und Bremen), neun Mal startete der spätere Titelträger mit einem Unentschieden, 31 Mal mit einem Sieg.

In den letzten 20 Jahren wurde nur zwei Mal eine Mannschaft Meister, die zum Saisonauftakt verloren hatte: 2006/07 der VfB Stuttgart (0:3-Heimpleite gegen Nürnberg) und letzte Saison Borussia Dortmund (0:2-Heimniederlage gegen Leverkusen).

Schon vier Mal ist eine Mannschaft am Ende der Saison abgestiegen, die nach dem 1. Spieltag Tabellenführer war: 1991/92 Hansa Rostock, 1997/98 Karlsruher SC, 1998/99 Borussia Mönchengladbach und 2002/03 Arminia Bielefeld.

Historische 0:6-Klatsche der Bayern in Offenbach

Ein Sieg zum Saisonstart ist generell aber ein sehr gutes Omen: Von den 308 Mannschaften, die an einem 1. Spieltag gewonnen haben, sind insgesamt nur 30 am Saisonende abgestiegen.

Noch ein paar ungewöhnliche "Bestmarken" des 1. Spieltages. Die höchste Niederlage kassierte am 24. August 1974 ausgerechnet Bayern München, der mit den frisch gebackenen Weltmeistern (Maier, Beckenbauer, Hoeneß, Schwarzenbeck, Müller) bei Kickers Offenbach mit 0:6 unterlag. Es war übrigens der Beginn der Trainer-Fehde zwischen dem damaligen Kickers-Trainer Otto Rehhagel und Bayern-Coach Udo Lattek.

Klaus Fischer traf vor 40 Jahren vier Mal

Der höchste Sieg eines Aufsteigers gelang am 24. August 1974 Eintracht Braunschweig, das am 1. Spieltag mit 5:0 gegen Tennis Borussia Berlin gewann. Die höchste Niederlage eines späteren Meisters kassierte am 6. August 1977 der 1. FC Köln bei Fortuna Düsseldorf mit 1:5. Am Ende wurden die "Geißböcke" trotzdem Meister.

Die Bestmarke der meisten Tore eines Spielers hält Klaus Fischer, der als einziger Spieler an einem 1. Spieltag vier Treffer markierte (1971/72 für Schalke bei Hannover 96). 14 Mal gab es einen Dreierpack zum Start, zuletzt 2004/05 durch den Stuttgarter Cacau (gegen Mainz).