
Winter is leaving: Mit den Temperaturen steigt die Leistung
Nach sieben sieglosen Partien feiert Union endlich mal wieder einen Sieg. Den Favoriten aus Leverkusen schlägt man mit alten Qualitäten, die vor allem Trainer Baumgart freuen.
Ja, ist das denn schon der Frühling? Wochenlang hatten Berliner mit Schnee, Eis und Minusgraden zu kämpfen, auch im Amateurfußball mussten mehrere Spieltage aufgrund nicht bespielbarer Plätze abgesagt werden. Parallel dazu durfte der 1. FC Union Berlin zwar weiter seiner Arbeit nachgehen, doch auch in der Bundesliga mussten die Berliner lange auf einen Sieg verzichten. Acht Spieltage war der letzte Dreier vor der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen her, in diesem Jahr durfte das Team von Trainer Steffen Baumgart gar überhaupt noch keinen Erfolg feiern.
Doch kaum kletterten die Temperaturen in Berlin wieder einmal in den fast zweistelligen Plusbereich, wurde auch sportlich allen Köpenickern wieder warm ums Herz. Mit dem 1:0 gegen die Werkself fuhr man endlich wieder drei Punkte ein. Dabei half gegen die Edeltechniker aus Leverkusen nicht nur ein vom Frost der vergangenen Wochen noch etwas holpriger Platz, sondern vor allem eine beherzte Defensivleistung.

"Eine mannschaftlich geschlossene Leistung"
Gegen insgesamt 62 Prozent Ballbesitz konnten sich die Eisernen wehren. "Wir haben es insgesamt gut verteidigt und gut gemacht", hob Baumgart die Teamleistung nach dem Spiel hervor. "Heute haben wir auch den Fehler, den der Gegner angeboten hat, genutzt. Insgesamt war es eine sehr gute und mannschaftlich geschlossene Leistung."
Einer ragte aus dem Kollektiv aber durchaus heraus. Rani Khedira setzte in der 28. Minute erst gegen Andrich nach und guckte dann mit einem lässigen Chip den Leverkusener Torwart Janis Blaswich aus. "Wir haben einfach einen Fehler von ihnen eiskalt ausgenutzt", sagte der Mittelfeldregisseur nach dem Spiel. Doch auch danach sei Union wach gewesen: "Wir haben uns heute als Mannschaft nicht teilen lassen, sondern waren sehr eng, das war der Schlüssel zum Erfolg."
Nur ein Wermutstropfen
Am Ende konnten die Eisernen alle Schüsse der Werkself entschärfen. 16 Stück waren es insgesamt, doppelt so viele wie bei Union. Dass die Gäste auch den höheren xGoals-Wert (1,48 zu 1,19) nicht in Zählbares ummünzen konnten, ist aus Sicht der Berliner das Glück der Tüchtigen.
Pech hatte allerdings Janik Haberer, dessen Verletzung in der 11. Minute der einzige Wermutstropfen an einem sonst perfekten Tages für die Eisernen ist. Der Allrounder, der für Kapitän Trimmel auf der rechten Seite beginnen durfte, verletzte sich bei einem eigenen Foul am Knie und musste vom Platz begleitet werden. Ob und wie lange er ausfallen wird, ist noch nicht klar.
