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Im Sommer ist Schluss: Jonas Hector beendet seine Karriere beim 1. FC Köln - © Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
Im Sommer ist Schluss: Jonas Hector beendet seine Karriere beim 1. FC Köln - © Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
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"Wir werden dich alle sehr vermissen": Jonas Hector beendet im Sommer seine Karriere beim 1. FC Köln

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Der Kapitän geht beim 1. FC Köln von Bord: Jonas Hector beendet im Sommer seine außergewöhnliche Karriere für die "Geißböcke". Mit dem 32-Jährigen verlässt nicht nur ein Führungsspieler, sondern auch eine Gallionsfigur den Verein zum Saisonende. In den letzten Partien wollen die Rheinländer den Abschied ihres Anführers noch versüßen.

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Eigentlich hätte die Laune beim 1. FC Köln am Samstagabend großartig sein können, hatten die "Geißböcke" doch soeben bei der TSG Hoffenheim mit 3:1 gewonnen und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Doch die Rheinländer und ihre Anhänger fuhren mit gemischten Gefühlen zurück in die Domstadt, denn nur wenige Minuten nach dem Abpfiff machte eine andere Nachricht die Runde. FC-Kapitän Jonas Hector, seit 2010 in Diensten des ersten Bundesliga-Meisters der Geschichte, wird seine Karriere im Sommer beenden – der 32-Jährige zieht nach über 300 Pflichtspielen für die Kölner einen Schlussstrich.

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"Jonas hat uns im Vorfeld darüber informiert", erklärte FC-Sportgeschäftsführer Christian Keller im Anschluss an den ersten Sieg gegen die Hoffenheimer seit acht Jahren. Mit 35 Punkten haben die Kölner den Verbleib in der Bundesliga so gut wie sicher – Zeit für den ehemaligen Nationalspieler, seinen Entschluss auch öffentlich zu machen. "Nach dem Erreichen von 35 Punkten war klar, er sagt es heute der Mannschaft. Ohne ins Detail gehen zu wollen, aber jeder einzelne Beweggrund, dass er aufhören will mit dem Profifußball, ist total nachvollziehbar", betont Keller, nachdem Hector seinen Teamkollegen seinen Entscheidung verkündet hatte: "Die Mannschaft hat mit langanhaltendem Applaus einen großen FC-Spieler gewürdigt. Nach der Saison werden wir gebührend Danke sagen."

Am 33. Geburtstag ist Schluss für Jonas Hector

Selbst wollte der Kölner nicht viel zu seinem nahenden Karriereende sagen. "Nach meiner Familie war es mir wichtig, als erstes meine Mannschaft, das Trainerteam und den Staff zu informieren. Für den Moment möchte ich nicht mehr sagen, als dass ich unheimlich dankbar für das bin, was wir beim FC zusammen haben. Jetzt wollen wir bis zum Saisonende noch fünf geile Wochen genießen", ließ der gebürtige Saarländer, der einst vom SV Auersmacher in die Regionalliga-Reserve der "Geißböcke" wechselte, über die offiziellen Vereinskanäle verlauten. Am 27. Mai beim abschließenden Saisonspiel der Kölner gegen den FC Bayern München ist dann Schluss – ein besonderer Tag für Hector, der ausgerechnet an seinem 33. Geburtstag seine Karriere beenden wird.

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Eine außergewöhnliche Karriere, so viel muss gesagt sein. Der Kölner Kapitän durchlief nie ein Nachwuchsleistungszentrum, wurde bei keinem Topclub ausgebildet. Von seinem Heimatverein im saarländischen Auersmacher wagte Hector mit 20 Jahren den Sprung zu den "Geißböcken"und setzte sich nach zwei Saisons bei der Regionalliga-Reserve auch bei den FC-Profis durch. Ein ungewöhnlicher Profi in zunächst ungewohnter Rolle: Als offensiver Mittelfeldspieler nach Köln gekommen, wechselte der spielintelligente Hector auf die Linksverteidigerposition – und sorgte dort für Furore im Kölner Dress. Nach dem Aufstieg 2014 spielte sich der Saarländer bis in die Nationalmannschaft, für die Hector letztlich 43 Spiele (drei Tore) absolvierte, den Confederations Cup 2017 gewann und an der EM 2016 sowie der WM 2018 teilnahm.

Der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz: Steffen Baumgart mit FC-Kapitän Jonas Hector - Frederic Scheidemann/Getty Images

Hector: "Gefühl ist wichtiger als Geld"

Beim FC wurde Hector immer mehr zum Leistungsträger, zur Führungsfigur und zum Publikumsliebling. Auch weil er neben dem Platz so wie gar nicht dem Klischee eines Fußballprofis entsprach: Er studierte nebenbei, betrieb keine Social-Media-Kanäle, hielt sein Privatleben aus der Öffentlichkeit und zeigte sich auch ansonsten abseits des Rasens betont bodenständig. Endgültig in die Herzen der Anhänger stürmte Hector dann auch nicht mit einer Aktion auf dem Platz: Als 2018 die "Geißböcke" zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten mussten, widerstand der Stamm-Linksverteidiger der deutschen Nationalmannschaft allen Abwerbungsversuchen und hochdotierten Angeboten deutscher und europäischer Spitzenvereine.

Die Bundesliga-Tabelle

"Es steht außer Frage, dass ich bei anderen Vereinen mehr hätte verdienen können. Aber mein Ziel ist nicht, am Ende meiner Karriere 400 Millionen Euro auf der Bank liegen zu haben. Gefühl ist wichtiger als Geld", erklärte Hector in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" kurz danach seine Entscheidung zugunsten seiner Kölner – und katapultierte sich auch außerhalb der Domstadt auf der Sympathieskala vieler Fußballromantiker weit nach oben. Rund um den FC war Hector, der auch nach der EM 2016 den Club trotz hochkarätiger Offerten nicht verlassen hatte, zu dem Zeitpunkt längst eine lebende Legende. Jonas Hector Fußballgott – so riefen es die Fans öfters im RheinEnergieStadion.

"Eine absolute FC-Legende, aber vor allem ein überragender Mensch"

Nun verlässt der "Fußballgott" seinen FC, nun geht der Kapitän bei den Kölnern von Bord. Für die "Geißböcke" ist dies sportlich und menschlich ein herber Verlust, Hector hinterlässt mit all seinen Qualitäten auf und neben dem Platz eine riesige Lücke. Ob als Linksverteidiger oder im Mittelfeldzentrum: Der 32-Jährige war in guten wie in schlechten Zeiten ein Leistungsträger des Vereins, den er 2017 und 2022 in den Europapokal geführt hatte. Die FC-Fans verlieren einen Publikumsliebling, der in den vergangenen Jahren zum Gesicht der Kölner geworden war und vermutlich im Ansehen in der Domstadt irgendwo neben Lukas Podolski einsortiert werden dürfte. Kaum verwunderlich, dass viele Anhänger die Nachricht geschockt aufnahmen und sofort in den sozialen Netzwerken ihre Zuneigung zeigten.

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Damit waren sie beileibe nicht allein, denn auch Hectors Teamkollegen meldeten sich zu Wort. "Du bist eine absolute FC-Legende, aber vor allem ein überragender Mensch", schrieb Mark Uth auf seinem Instagram-Account und teilte unter dem Hashtag #JonasHectorLegende mehrere Jubelbilder, die ihn mit seinem Kapitän zeigen: "Mein Herz blutet, wenn ich daran denke, dass ich nie mehr mit dir gemeinsam auf dem Platz stehen werde. Wir werden dich alle sehr vermissen", so der 31 Jahre alte Offensivallrounder, der bereits seit Saisonbeginn verletzt ausfällt. Der FC selbst gab die Marschroute für die anstehenden Aufgaben bei der Verkündung der traurigen Nachricht vor: "Noch fünf geile Wochen mit dir als Kapitän stehen bevor. Lass sie uns gemeinsam genießen!"

Fünf Spiele in fünf Wochen: Die Abschiedstournee des Jonas Hector

Fünf Wochen und fünf Spiele: Das ist die Abschiedstournee des Jonas Hector – zuhause gegen Freiburg, dann auswärts in Leverkusen, vor den eigenen Fans gegen Hertha BSC, beim SV Werder Bremen und zu guter Letzt am 27. Mai der große Abschied beim Heimspiel am 34. Spieltag gegen den FC Bayern. Mit dem Duell gegen den Rekordmeister an seinem 33. Geburtstag schließt sich für den ehemaligen Nationalspieler der Kreis, der vor elf Jahren mit seinem Zweitliga-Debüt im Kölner Dress gegen den FC Erzgebirge Aue eröffnet wurde. Über 300 Pflichtspiele später ist dann Schluss für Jonas Hector – bis dahin will der 32-Jährige die letzten Minuten in der Bundesliga in vollen Zügen genießen.

Thomas Reinscheid