Die Kölner Torschützen Dejan Ljubicic und Ondrej Duda bejubeln das Tor zum 3:1 - © IMAGO / Moritz Müller
Die Kölner Torschützen Dejan Ljubicic und Ondrej Duda bejubeln das Tor zum 3:1 - © IMAGO / Moritz Müller
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1. FC Köln feiert den Derbysieg über Borussia Mönchengladbach: "Besser geht nicht!"

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Mit 4:1 entschieden die Kölner das Spiel gegen die ewigen Rivalen für sich - für den FC war es der höchste Derbysieg seit 25 Jahren. Dementsprechend gut ist die Stimmung bei den "Geißböcken".

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Ganze 25 Jahre musste der 1. FC Köln sich gedulden. Im September 1996 erzielten die "Geißböcke" zuletzt vier Treffer gegen den ewigen Rivalen Borussia Mönchengladbach. Damals gewann die Kölner mit 4:0 – eine halbe Ewigkeit später lautete das Ergebnis schließlich 4:1. Mit einer furiosen zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft von Trainer Steffan Baumgart die "Fohlen" niedergerungen.

Zunächst brachte Dejan Ljubicic die Gastgeber in Führung, dann glich Gladbach durch Jonas Hofmann aus. Die Borussia war plötzlich im Spiel – bis zu einem Fehlpass von Florian Neuhaus, der in den Füßen von Mark Uth landete. Der Kölner Stürmer ließ sich nicht zweimal bitten und brachte den FC mit Hilfe des rechten Innenpfostens erneut in Führung. Danach gab es dann kein Halten mehr im RheinEnergie Stadion. Ondrej Duda stellte nur eine Minute später auf 3:1, Sebastian Andersson sorgte derweil mit einem fulminanten Kopfballtreffer kurz vor Abpfiff für den historischen Endstand.

Traumhaftes Bundesliga-Debüt: FC-Keeper Marvin Schwäbe bejubelt den Derbysieg in seinem ersten Bundesliga-Spiel - MIKA VOLKMANN via www.imago-images.de/imago images/Mika Volkmann

Der Kölner Sieg ging absolut in Ordnung. Die Gastgeber spulten mehr Kilometer ab, gewannen mehr Zweikämpfe, hielten die Gladbacher Offensive über weite Strecken gut unter Kontrolle, erarbeiteten sich selbst Torchancen – und nutzten diese schließlich auch. Nach zuletzt fünf Spielen in Folge ohne Sieg dürfen sich die Domstädter nun also wieder über drei Punkte und eine starke Leistung freuen. Das zentrale Mittelfeld um Rückkehrer Ellyes Skhiri (mit 12,4 Kilometern mal wieder laufstärkster Spieler der Partie) und den bärenstarken Salih Özcan lieferte ab – und für die Tore brauchten die Kölner an diesem Samstag nicht einmal die Dienste von Torjäger Anthony Modeste.

"Das war eine mega Team-Performance. In der ersten Halbzeit haben wir die Chancen schon wieder nicht genutzt, aber wir hatten ein gutes Gefühl in der Halbzeit. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach geliefert und die Fans stolz gemacht", erklärte Özcan nach der Partie. "Ein 4:1 im Derby hat es ewig nicht mehr gegeben. Ich habe vor dem Spiel schon gesagt, dass ich versuche, in die Zweikämpfe ein bisschen härter reinzugehen und mit vollem Elan dabeibleibe. Das war heute auch unsere Aufgabe, den Gladbachern die Lust am Fußballspielen zu nehmen. Das haben wir hinbekommen, und dann steht es am Ende zu Recht 4:1."

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Viel hinzufügen kann man da nicht. Doch nicht nur das Kölner Mittelfeld funktionierte, auch die Defensive hielt gegen die Gladbacher, die vor kurzem immerhin noch den FC Bayern München mit 5:0 zerlegt hatten, gut dicht – sehr zur Freude von Bundesliga-Debütant Marvin Schwäbe im Kölner Kasten. Nach einer Verletzung von Stammtorhüter Timo Horn kam der Sommerzugang gegen Gladbach zu seiner Bundesliga-Premiere und lieferte eine souveräne Leistung ab. "Der Tag heute war der absolute Wahnsinn", freute sich der Keeper dementsprechend nach Abpfiff. "Mein erstes Bundesliga-Spiel, Derby, gewonnen, vor 50.000 Fans. Besser geht nicht!"

FC-Trainer Steffen Baumgart, der nach Spielende von der Kölner Südkurve für den Derbysieg gefeiert wurde, beschränkte sich in seiner Einschätzung auf nüchternere Worte. "Wir haben gegen eine der besten Mannschaften gespielt, die wir in Deutschland haben", betonte der Trainer, dessen Schiebermütze in Köln jetzt schon Kultstatus erreicht hat. "Die musst du natürlich auch niederringen und niederkämpfen. Das haben wir gut gemacht und dabei auch noch in der einen oder anderen Situation gut Fußball gespielt. Ich glaube, dass es dann ein verdienter Derby-Sieg ist."

Gefeierter Mann: FC-Trainer Steffen Baumgart nach Spielende vor der Kölner Südkurve - IMAGO / Moritz Müller

Widersprechen will man auch da nicht. Zumal der Heimsieg für die Kölner auch Abseits von Derby-Rivalitäten schlichtweg wichtige drei Punkte bedeutet. Mit nunmehr 18 Punkten konnten sich die "Geißböcke" auf Platz zehn in der Tabelle schieben und ein weiteres Abrutschen in Richtung Tabellenkeller zu einem wichtigen Zeitpunkt verhindern. "Wir haben auch in den vergangenen Spielen sehr gute Leistungen gezeigt, konnten es aber – warum auch immer – nicht in einen Sieg ummünzen", erklärte Torschütze Uth nach Spielende. "Heute hat's geklappt, das ist für uns natürlich ganz, ganz wichtig."

Für die Kölner war es also nicht nur der zweite Derbysieg in Folge, sondern eventuell auch der Auftakt für eine erfolgreiche Phase vor der Winterpause. Die Chancen dafür könnten nämlich schlechter stehen: Am nächsten Spieltag trifft der FC auf Arminia Bielefeld (derzeit 17.), danach geht es gegen den FC Augsburg (derzeit 16.). Das dürften angesichts des 4:1-Sieges gegen die Gladbacher aus Kölner Sicht durchaus lösbare Aufgaben sein. Davon wollte gestern aber noch kein Kölner etwas hören, auch Trainer Baumgart nicht. "Heute sollten wir uns einfach mal freuen und dann gehen wir morgen und übermorgen in die Analyse." So klingen Derbysieger.

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