U21-Nationalspieler Eric Martel soll beim 1. FC Köln im Mittelfeldzentrum Salih Özcan ersetzen - © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/IMAGO/Beautiful Sports
U21-Nationalspieler Eric Martel soll beim 1. FC Köln im Mittelfeldzentrum Salih Özcan ersetzen - © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/IMAGO/Beautiful Sports
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Das Ziel heißt "oben bleiben": Der 1. FC Köln ist heiß auf Bundesliga und Europapokal

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Derzeit schwitzen die Profis des 1. FC Köln im Trainingslager in Donaueschingen, um die Grundlagen für die kommende Saison zu legen. Die Basis, um für die anstehenden Aufgaben gerüstet zu sein, haben die Verantwortlichen der "Geißböcke" bereits gelegt. Ungewohnt früh sind die Kaderplanungen der Kölner, die 2022/23 in der UEFA Europa Conference League an den Start gehen, bereits abgeschlossen. Die neue Spielzeit mit dem Tanz auf drei Hochzeiten: Der FC scheint bereit zu sein!

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Sagt ihnen Vikingur Göta etwas? Crusaders FC, Paide Linnameeskond, Hamrun Spartans oder Europa FC? Nein? Das ist auch nicht besonders schlimm. Viele Fans des 1. FC Köln allerdings verfolgen die Geschehnisse dieser Clubs gerade mit gesteigertem Interesse, bestreiten diese Teams doch derzeit die 1. Runde der Qualifikation zur UEFA Europa Conference League. Noch drei Runden – und dann greifen auch die "Geißböcke" in den Wettbewerb ein. Als Tabellensiebter der vergangenen Bundesliga-Saison hat sich das Team von Trainer Steffen Baumgart für die UECL-Playoffs qualifiziert, in zwei Entscheidungsspielen geht es Mitte August um den Einzug in die Gruppenphase.

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Der kölsche Anhang ist also bestens vorbereitet, was das internationale Abenteuer ihrer Mannschaft anbetrifft. Und auch die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht: Sechs Neuzugänge konnten die "Geißböcke" schon vermelden, sind somit mit der Kaderplanung für die anstehenden Saison fertig, sofern kein Leistungsträger das Baumgart-Team mehr verlassen sollte. U21-Nationalspieler Eric Martel, der von Austria Wien zum FC stößt, und Denis Huseinbasic (Kickers Offenbach) sollen im Mittelfeldzentrum den zum BVB abgewanderten Salih Özcan ersetzen, der dänische Abwehrhüne Kristian Pedersen die Verteidigung verstärken. In der Offensive haben Linton Maina (Hannover 96), Steffen Tigges (Borussia Dortmund) und Sargis Adamyan (TSG Hoffenheim) die Aufgabe, für noch mehr Durchschlagskraft im Angriffsspiel der Kölner zu sorgen.

Besonders mit Adamyan hofft der FC, das letzte Puzzleteil bei den Planungen für die kommende Saison gefunden zu haben. Der armenische Angreifer, in der vergangenen Rückrunde an den belgischen Renommierclub FC Brügge ausgeliehen, soll die kölschen Offensivbemühungen noch flexibler gestalten. "Geschwindigkeit, Tiefgang, offensives 1:1-Verhalten, Abschlussstärke und eine aggressive, sprintintensive Arbeit gegen den Ball" zeichnen den 29-Jährigen laut FC-Geschäftsführer Christian Keller aus. Da Adamyan zudem prinzipiell jede offensive Position bekleiden könne, soll er dem Baumgart-Team "zusätzliche Positionsflexibilität" verschaffen. Ob allein an vorderster Front, als Teil eines Zweiersturms, auf der Außenbahn oder in der zweiten Reihe: Der Neuzugang ist variabel einsetzbar und somit ein weiteres Pfund, mit dem die "Geißböcke" wuchern können.

Die neuen Bundesliga-Trikots der Saison 2022/23

Dass die Verantwortung im Angriff auf mehrere Schultern verteilt werden muss, hatten die Verantwortlichen am Geißbockheim schon in der Endphase der vergangenen Saison betont. Zu oft war der FC abhängig von der Treffsicherheit ihres Top-Torjägers Anthony Modeste – der Franzose erzielte 20 der 52 Saisontore der Kölner (38 Prozent, keiner hatte einen höheren Anteil). Der FC hat sich nun für die anstehenden Aufgaben breiter aufgestellt, um in drei Wettbewerben erfolgreich sein zu können. Priorität hat die Bundesliga, das betonte Steffen Baumgart auch zum Trainingsauftakt noch einmal. Dennoch wollen die "Geißböcke" auch im DFB-Pokal und in der UEFA Europa Conference League für Furore sorgen. "Wir wollen guten Fußball spielen und den Verein weiterentwickeln. Das eine ist, oben anzukommen, das andere auch oben zu bleiben. Das ist das Schwierige daran", erklärte der Erfolgstrainer der Kölner, der zum Start in die Vorbereitung seinen Vertrag beim FC vorzeitig um ein Jahr bis 2024 verlängerte.

"Wir wollen die Mannschaft auf dem, was wir in der vergangenen Saison erreicht haben, weiterentwickeln. Wir wollen uns weiter stabilisieren und guten Fußball spielen. Wir haben immer einen Weg, von dem ich gerne spreche. Der wird nie zu Ende sein. Das Wichtigste ist, diesen Club in der Bundesliga zu halten. Mein Ziel ist es, erfolgreich Fußball zu spielen und den Verein aus allen Schwierigkeiten rauszuhalten", hält Baumgart den Ball vor den anstehenden Aufgaben betont flach: "Wir wissen schon, was wir können und was nicht. Grundsätzlich geht es darum, unseren Fußball weiterzuspielen. Wir sind sehr gut aufgestellt und können eine gute Saison spielen", so der FC-Coach. Präsent ist beim Bundesliga-Siebten noch die Erinnerung an das letzte europäische Abenteuer, das in der Saison 2017/18 mit dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte endete.

Der Sommerfahrplan der Bundesliga-Clubs

Es geht um die Bestätigung der Leistungen aus der Vorsaison – und vielleicht den nächsten Schritt nach vorn. Durch die externe Neuzugänge wie auch den aufstrebenden Eigengewächsen wie Tim Lemperle, Jan Thielmann oder Mathias Olesen scheint der FC dafür auf dem Papier gerüstet zu sein. Und bis Mitte August kann der Kölner Anhang noch öfters Vikingur Göta (Faröer Inseln), Crusaders FC (Nordirland), Paide Linnameeskond (Estland), Hamrun Spartans (Malta) und dem Europa FC (Gibraltar) auf ihrem Weg durch die Qualifikation für die UEFA Europa Conference League verfolgen. Bereit für das nächste internationale Abenteuer dürften die "Geißböcke" bis dahin auf jeden Fall sein. Und wer weiß: Eventuell sorgt das Baumgart-Team auch dort für kölsche Glücksgefühle.