Köln - Der 1. FC Kaiserslautern jagt gegen den VfL Bochum die Tabellenspitze, der VfR Aalen möchte gegen den FSV Frankfurt zumindest vorübergehend den letzten Platz verlassen und auch der SV Sandhausen hofft, sich mit einem Dreier gegen den 1. FC Nürnberg ein wenig Luft im Tabellenkeller zu verschaffen. Wir blicken für Sie auf die Freitagsspiele der 2. Bundesliga (ab 18.15 im Liveticker).

Man mag es kaum glauben, aber das Duell zwischen den beiden Traditionsclubs Kaiserslautern und Bochum gab es in der 2. Bundesliga erst viermal. Dabei ist der FCK noch ungeschlagen: Einem 2:1-Sieg folgten zuletzt drei Remis. 

Neururer ist optimistisch

Für Bochum geht es heute Abend aber nicht nur darum, endlich den ersten Sieg in der 2. Bundesliga gegen die "Roten Teufel" zu holen. Vor allem will das Team von Peter Neururer die bittere erste Heimniederlage vom vergangenen Wochenende vergessen machen.

"Es wird ein verdammt schweres Spiel, natürlich auch aufgrund der aktuellen psychischen Verfassung. Aber die Mannschaft ist absolut willens, in Kaiserslautern zu bestehen, das konnte man innerhalb der Trainingswoche deutlich sehen", sagte der VfL-Coach mit Blick auf die Partie. Gerade die jüngsten Eindrücke in diesen Tagen hätten gepasst: "Die Verhaltensweisen der Spieler stimmen mich optimistisch. Wir haben die Fitness und die Aufmerksamkeit, um erfolgreich zu sein. Jetzt müssen wir es schaffen, dies auch über 90 Minuten auf das Spielfeld zu transportieren."

Runjaic will Heimserie ausbauen

Gegen Kaiserslautern wird dies aber sicherlich keine leichte Aufgabe, schließlich sind die Pfälzer das beste Heimteam der Liga. Noch kein Spiel ging in dieser Saison am Betzenberg verloren. "Die wollen wir weiter aufpolieren", sagt FCK-Coach Costa Runjaic, der aber dennoch vor dem Gegner warnt: "Bochum ist gut in die Saison gestartet. Sie haben einen sehr guten Kader und einen sehr erfahrenen Trainer, der den VfL entsprechend gut auf uns einstellen wird."

Ruthenbeck wurmt die "Rote Laterne"

Kaum zu glauben, aber war: In acht Pflichtspielen der Aalener gegen den FSV Frankfurt gab es noch keinen einzigen Auswärtssieg. Die nächste Chance, um dies zu ändern, haben heute Abend die Hessen. "Die Aufgabe in Aalen ist verdammt schwer für uns", sagt FSV-Coach Benno Möhlmann dennoch. "Ich denke nicht, dass es für uns ein Vorteil ist, dass Aalen auf dem letzten Platz steht, denn sie wollen diese Platzierung sicherlich mit aller Macht verbessern."

Darüber hinaus gelte es aber für seine Mannschaft ebenso, zu punkten. "ich bin aber zuversichtlich, dass wir das hinbekommen", so Möhlmann. Sein heutiges Gegenüber Stefan Ruthenbeck wurmt die "Rote Laterne" der 2. Bundesliga hingegen sehr: "Wir spielen ganz sicher nicht wie ein typisches Schlusslicht. Komplimente bringen uns aber nicht weiter, wir brauchen Punkte", macht der Fußball-Lehrer deutlich und weiß nur zu gut, dass es am Freitag deren drei sein müssen, um sich wieder etwas in Richtung sichere Tabellenregionen bewegen zu können.

Ismael fordert mehr Kompaktheit

Erst einmal standen sich der SV Sandhausen und der 1. FC Nürnberg überhaupt erst in einem Pflichtspiel gegenüber. Das war im letzten Jahr im DFB-Pokal, als der "Club" überraschend im Elfmeterschießen verlor. Daran erinnert sich in Franken keiner gerne - und man will es heute Abend wieder gut machen.

"Wir müssen jedes Spiel nutzen, um uns weiter zu entwickeln", formulierte Trainer Valérien Ismaël den Ansatz für das Duell mit den Sandhäusern. "Wir müssen von der ersten Sekunde wach sein, wieder mehr Kompaktheit herstellen und unser Abwehrverhalten verbessern."

Schwartz ist stolz auf sein Team

SVS-Trainer Alois Schwartz denkt schon lieber an die erste Pokalrunde der letzten Saison zurück. "Das war ein Riesenerfolg. Das hat uns damals gepusht", sagt er. Gegen einen Schub, den ein Sieg gegen die Franken verleiht, hätte der Fußballlehrer natürlich abermals nichts einzuwenden, denn die aktuelle Tabellensituation wurmt den Sandhäuser: "Zum vergleichbaren Zeitpunkt vergangene Saison hatten wir acht Tore und standen auf Platz 13. Diese Saison haben wir neun Tore und stehen auf Platz 16. Es lässt sich immer viel hineininterpretieren. Aber wir müssen Ruhe reinkriegen."

Er sei stolz darauf, wie sich seine Mannschaft in die Spiele hineinkniet, so der SVS-Coach. Die beiden jüngsten 1:1-Remis gegen Aue und Karlsruhe hätten einmal mehr gezeigt, dass man in der Zweiten Liga richtig Gas geben müsse und für sein Team stets harte Arbeit anstehe.

Dennis-Julian Gottschlich