Karlsruhe - Vor den beiden Relegationsspielen gegen Jahn Regensburg äußert sich KSC-Manager Oliver Kreuzer im Interview mit bundesliga.de über den Gegner, die Erfolgsserie unter Markus Kauczinski und erläutert, warum im Team jedem klar ist, dass die Saison noch 180 Minuten dauert.

bundesliga.de: Herr Kreuzer, wie nervenaufreibend war das Spiel am Sonntag? War Ihnen ständig bewusst, wie sehr das Ganze auf Messers Schneide stand?

Oliver Kreuzer: Gegen Ende des Spiels auf jeden Fall. Vorher hatten wir das Problem, dass die Handynetze rund um den Wildpark offenbar völlig überlastet waren. Wir hatten in der gesamten ersten Halbzeit keinen Empfang und wussten deswegen auch nicht, wie es auf den anderen Plätzen stand.

bundesliga.de: Das klingt schrecklich.

Kreuzer: Nach gut einer Stunde ging es plötzlich, ab da waren wir Minute für Minute up to date.

bundesliga.de: Was Sie wohl auch nicht ruhiger hat werden lassen.

Kreuzer: Auf keinen Fall. Zumal mir relativ früh klar war, dass wir uns nicht auf die anderen verlassen dürfen. Umso wichtiger war es, dass wir das 1:0 mindestens halten. Und das war ja durchaus gefährdet: Die Eintracht hat mit Ümit Korkmaz, Erwin Hoffer und Rob Friend ja noch mal drei Stürmer gebracht und alles auf eine Karte gesetzt.

bundesliga.de: Und nach Schlusspfiff wurde ordentlich gefeiert?

Kreuzer: Überhaupt nicht, wir waren einfach nur heilfroh, dass wir nicht direkt abgestiegen sind. Aber was soll es zu feiern gegeben haben? Jeder hier weiß, dass wir noch sehr schwere 180 Minuten vor der Brust haben. Alles andere als Rang 16 wäre nur eine Zugabe gewesen.

bundesliga.de: Haben Sie besondere Maßnahmen geplant?

Kreuzer: Nein, da halten weder ich noch unser Trainer Markus Kauczinski in der jetzigen Situation viel davon. Es wird keine Mannschaftsabende, Kinobesuche oder Teambuildingmaßnahmen geben. Wir bereiten uns dafür gewohnt akribisch auf den Gegner vor und fahren am Donnerstag nach Regensburg.

bundesliga.de: Einen Gegner, den Sie angeblich schon drei Mal beobachtet haben.

Kreuzer: Das stimmt, ja. Wir haben alle Vereine, die für die Relegationsspiele in Frage kamen, mehrfach beobachtet. Ob das jetzt Burghausen, Offenbach oder Chemnitz waren. Letzte Woche war ja dann klar, dass es auf Regensburg oder Heidenheim hinauslaufen würde. Und den Jahn haben Chefscout Lothar Strehlau und ich drei Mal live gesehen. Bildmaterial haben wir auch. Das ist eine starke Mannschaft mit einigen guten Kickern.

bundesliga.de: Also erwarten Sie ein Spiel mit vollkommen offenem Ausgang?

Kreuzer: Wir müssen auf jeden Fall hochkonzentriert sein. Ich glaube aber schon, dass wir uns durchsetzen, wenn wir es schaffen, unser Spiel durchzubringen.

bundesliga.de: Mit Markus Kauczinski kam die Wende beim KSC. Es wäre schon tragisch, wenn er jetzt zum Trainer würde, unter dem der Club absteigt.

Kreuzer: Wir haben in sieben Spielen unter ihm 13 Punkte geholt, das ist schon eine tolle Bilanz. Er hat die richtige Ansprache gefunden und ist ein absoluter Fußball-Fachmann. Es war vielleicht ein Wink des Schicksals, dass er seinen Fußballlehrer-Lehrgang just in dem Moment abgeschlossen hatte, als wir die Entscheidung getroffen hatten, einen Trainerwechsel vorzunehmen.

Das Gespräch führte Christoph Ruf