Im Jahre 1953 war die Freude bei den Fußballern des FSV Mainz 05 extrem groß. Grund dafür war nicht etwa ein sportlicher Erfolg, sondern eine wichtige Neuerung im Stadion am Bruchweg.

Die 20.000 Zuschauer fassende Spielstätte des FSV bekam endlich einen Rasenplatz, der gegenüber dem bisherigen Hartplatz ein gepflegteres Passspiel ermöglichte und vor allem die Verletzungsgefahr deutlich senkte.

24 Jahre zuvor wurde die damals der Stadt gehörende Sportanlage erbaut. Sie bestand aus einer 80 Meter breiten Tribüne ohne Überdachung und einer Laufbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sportanlage zwei Jahre nicht bespielbar, so dass der FSV erst 1947 an den Bruchweg zurückkehren konnte.

Der Name spiegelte den damaligen Zustand des Stadion perfekt wieder. Erst 1949 wurde die von der Stadt gepachtete und runderneuerte Sportanlage des FSV offiziell eingeweiht und bekam vier Jahre später den dringend benötigten Rasenplatz.

Bedeutende Siege in den 50ern

Die Mainzer Fußballer bereiteten den Bauherren, Sponsoren und Fans kurz darauf ein ganz besonderes Dankeschön. Auf sattem Grün wurde der Erzrivale und amtierende Deutsche Meister, der 1. FC Kaiserslautern, vor über 20.000 Zuschauern mit 5:2 bezwungen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des FSV errangen die Mainzer Fußballer 1955 mit dem 2:1-Erfolg gegen den englischen Pokalsieger Manchester City erneut einen grandiosen Erfolg am Bruchweg.

Nachdem der Komfort der Akteure durch den Rasenplatz erhöht wurde, sollten auch die Zuschauer für ihre Treue belohnt werden: 1961 wurde die Haupttribüne überdacht, 16 Jahre später folgte die Gegengerade. Der bis heute gültige Zuschauerrekord wurde 1965 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Nürnberg aufgestellt. Extra für diese Partie errichtete Zusatztribünen ermöglichten die Bestmarke von 24.000 Zuschauern.

Flutlicht und Anzeigetafel

In den 90er Jahren wurde der Bruchweg generalüberholt und moderne Technik erhielt Einzug in das in die Jahre gekommene Stadion. Das Flutlicht wurde 1995 mit einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach eingeweiht. Wenig später sorgte die neu errichtete elektronische Anzeigetafel für modernes Flair. Der sportliche Erfolg war der Grund für weitere Umbaumaßnahmen.

Da Mainz sowohl 1997 als auch 2002 kurz vor dem Sprung in die 1. Bundesliga stand, wurden erst die alten Kurven durch zwei Stahlrohrtribünen, die Geraden durch eine moderne Tribüne und eine weitere Stahlrohtribüne ersetzt. Als der Aufstieg 2004 endlich gelang, wurde das durch die Umbaumaßnahmen verringerte Fassungsvermögen um 1600 Plätze auf 20.300 aufgestockt.

Länderspiele in Mainz

Nicht nur die Akteure des FSV konnten sich in der Vergangenheit von der besonderen Stimmung am Bruchweg überzeugen. In den 90er Jahren trafen sich Bayern München und der AC Mailand sowie der 1. FC Kaiserslautern und Inter Mailand zu Freundschaftsspielen in Mainz. Im Rahmen der U-21-Europameisterschaft wurden drei Partien am Bruchweg ausgetragen.

Eine besondere Auszeichnung stellte zudem die Vergabe der Liga-Pokal-Endspiele 2003 und 2004 dar. Aufgrund der Verwicklung Georgiens in den Kaukasus-Konflikt und der daraus folgenden Spielverlegung auf neutralen Boden, wurde das Mainzer Publikum 2008 sogar Zeuge eines WM-Qualifikationsspiels zwischen Georgien und Island (1:2).

Neubau geplant

Da die Spielstätte am Bruchweg trotz aller Umbauarbeiten nicht mehr den modernen Anforderungen genügt, plant der FSV den Bau eines neuen Stadions. Die Coface-Arena soll 33.500 Zuschauern Platz bieten und den typischen englischen Stadion-Charakter besitzen:

"Die Arena hat das Potenzial, ein modernes Wahrzeichen unserer Stadt zu werden. Nicht rund, nicht eckig. Eng, steil und laut, der Fan steht im Mittelpunkt. So ein Stadion gibt es nicht ein zweites Mal in Deutschland", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel über die gut 40 Millionen Euro teure Arena im Stadtteil Bretzenheim. Bei der geplanten Einweihung im Jahre 2010 wird in dem nach britischem Vorbild errichteten Stadion wohl auch der Rasenplatz nicht fehlen...