München - Hertha hat am Freitagabend die große Chance, die ärgsten Verfolger im Aufstiegsrennen aus Augsburg und Bochum in Zugzwang zu bringen. Nach der 5:0-Gala in Aachen steht für die Hauptstädter das Duell mit dem Tabellenelften aus Frankfurt an (alle Freitagsspiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Frankfurt ist eine Mannschaft, die über sich hinauswachsen kann, da müssen wir höllisch aufpassen", warnt Hertha-Trainer Markus Babbel. Verteidiger Levan Kobiashvili ergänzt: "Die können ganz frei aufspielen. Das macht einen Gegner auch gefährlich. Babbel kann wieder auf Mittelfeldspieler Peter Niemeyer zurückgreifen, der seine Oberschenkel-Probleme überstanden hat. Fehlen wird Fanol Perdedaj, der an einer Knöchel-Verletzung laboriert.

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen übt sich in Understatement vor dem Gastspiel beim Favoriten: "Wir treffen auf einen übermächtigen Gegner. Sechs Tore in Karlsruhe, fünf in Aachen. Die Berliner sind in Trefferlaune, sie verfügen in der Offensive über eine Qualität, die erstligatauglich ist." Das Ziel des Trainers: "Wir wollen mit Motivation und Mut die Berliner ärgern" Fehlen wird dabei Kapitän Björn Schlicke, der aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt ist. Marc Heitmeier ersetzt ihn in der Innenverteidigung. Nach abgesessenen Gelb-Sperren kehren zudem Mike Wunderlich und Christian Müller in die Startelf zurück. Verletzungsbedingt fallen weiterhin Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss) und Andreas Dahlén (Bänderriss) aus.




VfL Osnabrück - SpVgg Greuther Fürth

Jan Mauersberger und Aleksandar Kotuljac brauchen sich für diese Partie wohl nicht extra motivieren. Der 25-Jährige Mauersberger wechselte in der Winterpause aus Fürth nach Osnabrück und ist beim VfL neben Jan Tauer der einzige Feldspieler, der in der Rückrunde noch keine Einsatzminute verpasste. Kotuljac trug von 2007 bis 2009 das Kleeblatt auf dem Trikot. Die beiden sollen gegen den Favoriten aus Franken mithelfen, den siebten VfL-Heimsieg einzufahren und Wiedergutmachung für die Last-Minute-Pleite gegen Düsseldorf zu betreiben.

Die in der Rückrunde noch ungeschlagenen Gäste aus Fürth möchten nach dem Remis im Topspiel gegen Bochum im Aufstiegsrennen mit einem "Dreier" nachlegen. Der Weg zum Erfolg führe, so Fürth-Coach Mike Büskens, "erst einmal nur über den Kampf. Mit Hacke, Spitze gibt es Probleme". Von seiner Mannschaft erwartet der 42-Jährige einen couragierten und selbstbewussten Auftritt: "Wir müssen richtig präsent sein, durchmogeln können wir uns da nicht." Auf Stürmer Miroslav Slepicka muss Büskens verzichten. Der DFB sperrte den Tschechen nach seinem Platzverweis am vergangenen Spieltag für zwei Partien. Die Spielvereinigung muss zudem ohne die verletzten Max Grün, Asen Karaslalov, Kingsley Onuegbu, Stephan Schröck, Kim Falkenberg und Christopher Nöthe auskommen.




1860 München - Rot-Weiß Oberhausen

In München treffen zwei Teams aufeinander, die in der letzten Zeit eine Dürreperiode zu überstehen hatten, aber am vergangenen Spieltag einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Während der TSV 1860 bei Union Berlin nach vier sieglosen Partien in Folge zu einem 1:0-Erfolg kam, holte Theo Schneider bei seinem Debüt als RWO-Coach einen Punkt beim torlosen Remis gegen den favorisierten MSV Duisburg. Trotz des Siegs in Berlin moniert "Löwen"-Trainer Reiner Maurer weiterhin die dürftige Heimbilanz und die schwache Torausbeute seines Clubs, der seit elf Spielen nicht mehr öfter als ein Mal getroffen hat. "Am liebsten wäre es mir, wenn wir auch mal wieder zwei oder mehr Tore schießen würden", sagte Maurer. Verzichten muss er einzig auf Florin Lovin (Sprunggelenksverletzung), während Benjamin Lauth seine Gelbsperre abgesessen hat.

Bei Oberhausen ist die Personaldecke dünner. Mit Stephan Loboué (Haarriss in der Hand), Daniel Embers (Muskelfaserriss), Marinko Miletic (Knieprellung), Steven Ruprecht (Muskelfaserriss), Heinrich Schmidtgal und Felix Luz (beide Reha) fehlen insgesamt fünf Akteure. Trotz der vielen Ausfälle ist man in Oberhausen wieder hoffnungsfroher gestimmt; die Ergebnisse der Konkurrenz am Wochenende wurden positiv aufgenommen: "Ich habe natürlich die Spiele im Fernsehen verfolgt und freue mich über die Ergebnisse von Osnabrück und Karlsruhe. Das lässt alles enger zusammenrücken und verschafft uns den psychologischen Vorteil, den Relegationsplatz erst mal wieder verlassen zu haben", meinte der RWO-Coach.