Aufstiegsjubel: Der Karlsruher SC ist wieder da - © imago images / Kirchner-Media
Aufstiegsjubel: Der Karlsruher SC ist wieder da - © imago images / Kirchner-Media
2. Bundesliga

Herzlich willkommen zurück in der 2. Bundesliga, Karlsruher SC!

Münster - Es ist vollbracht! Nach zwei Jahren Drittklassigkeit hat der Karlsruher SC durch ein 4:1 (2:0) beim SC Preußen Münster am 33. Spieltag vorzeitig den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht.

Die knapp 3000 mitgereisten KSC-Fans verwandelten das Preußenstadion in ein Tollhaus, Mannschaft und Trainerteam feierten die Rückkehr in Liga zwei ausgelassen. „Dass wir heute mit vier Toren auswärts aufsteigen, ist einfach nur überragend. Ich habe immer gesagt, dass wir Teamgeist und Disziplin brauchen“, sagte KSC-Trainer Alois Schwartz, dem die Erleichterung und Freude deutlich anzusehen war. Selbst bei einer Heimniederlage gegen den Halleschen SC am letzten Spieltag ist den Badenern der Aufstieg nun nicht mehr zu nehmen. So entgeht man nun auch der ungeliebten Relegation, die in allen, die es mit dem KSC halten, schmerzhafte Erinnerung geweckt hätte.

2012 stieg der KSC dort gegen Jahn Regensburg aus der 2. Liga ab, 2015 verpasste er gegen den Hamburger SV in einer dramatischen Relegation den Bundesliga-Aufstieg. Und im vergangenen Jahr unterlag der Club dem FC Erzgebirge Aue und blieb Drittligist. Dieses Mal entgeht man dem Schreckgespenst. Stattdessen pure Freude, auch bei Torjäger Marvin Pourié: „Es ist der schönste Moment in meiner Karriere“, sagte der designierte Torschützenkönig der 3. Liga. Mit seinen 22 Treffern hatte er mehr als entscheidenden Anteil an einer starken Saison der Karlsruher, die mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen zwar holprig begann, am Ende aber doch souverän auf Platz zwei enden wird. Seit dem 17. Spieltag befanden sich die Blau-Weißen kontinuierlich unter den ersten Drei. Balsam auf die Seelen der leidgeplagten KSC-Fans, die in den vergangen Jahren einiges mitmachen mussten.

Drei Mal musste der Karlsruher SC in diesem Jahrtausend den bitteren Gang in die dritte Liga antreten. Für einen Club, der zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehört und unter Trainer-Legende Winfried Schäfer Ende der 80er und in den 90er Jahren zum absoluten Inventar von Deutschlands höchster Spielklasse gehörte, nur schwer zu ertragen. Klangvolle Namen wie Oliver Kahn oder Mehmet Scholl entstammen der Karlsruher Kaderschmiede, denkwürdige Europapokalnächte wurden damals gefeiert. Unvergessen zum Beispiel das „Wunder vom Wildpark“, als der KSC 1993 im UEFA-Pokal den FC Valencia nach 1:3-Niederlage im Hinspiel im heimischen Wildparkstadion mit 7:0 besiegte und so ins Achtelfinale einzog. Der ganz große Glanz dieser Jahre  ist zwar längst verblasst, nach dem erneuten Aufstieg in die Zweitklassigkeit in dieser Saison besteht nun zumindest die Hoffnung, dass er mittelfristig zurückkehren könnte.

Dies ist auch der Verdienst von Cheftrainer Alois Schwartz, der zu Beginn der Saison 2017/18 nach Baden geholt wurde, die Mannschaft auf Platz 16 mit lediglich fünf Zählern nach sechs Spielen übernahm, sie sofort stabilisierte und durch Disziplin, Teamgeist und unbedingten Siegeswillen zu einem Aufstiegskandidaten formte, der den Weg in die 2. Bundesliga nun fast zwei Jahre später auch gefunden hat. „Es war ein hartes Stück Arbeit, nach diesen vielen Rückschlägen etwas Neues aufzubauen“, sagte ein stolzer Schwartz im Münsteraner Preußenstadion. Die Hürde Aufstieg ist im zweiten Anlauf endlich genommen, nun gilt es für den 52-Jährigen den Karlsruher SC nach turbulenten Jahren weiter zu stabilisieren, ihn langfristig in der 2. Bundesliga zu etablieren.

An die kommende Spielzeit verschwendete in Münster aber noch kaum einer der Beteiligten einen Gedanken. „ Heute Nacht werden wir in Karlsruhe die Sau rauslassen. Nächste Woche geht's nach Mallorca“, sagte Torjäger Anton Fink. Der Jubel und die Freude kannten keine Grenzen. Der Karlsruher SC ist wieder da. Herzlich willkommen zurück, KSC!