München - Vier Teams stehen nach dem 4. Spieltag der 2. Bundesliga mit zehn Punkten an der Spitze der Liga. Der FC Augsburg darf sich dabei noch über den ersten Platz freuen. Noch, denn mit Energie Cottbus und der SpVgg Greuther Fürth treffen zwei direkte Verfolger am Dienstag aufeinander und mindestens eine Mannschaft wird an den Augsburgern vorbeiziehen.

Auch der Tabellenvierte von Hertha BSC kann bereits mit einem Unentschieden gegen den Karlsruher SC (alle Spiele ab 17:15 Uhr im Live-Ticker) am FCA, der erst am Mittwoch wieder ins Spielgeschehen eingreift, vorbeigehen.

Zwei Teams mit Parallelen

In Cottbus treffen mit Energie und Fürth zwei Teams aufeinander, die einen glänzenden Saisonstart mit drei Siegen und einem Remis hingelegt haben. Entsprechend konzentriert will das FCE-Team dieses Heimspiel angehen. "Wir müssen nur auf die Tabelle schauen, um zu wissen, wer da vor der Tür steht", sagt Abwehrspieler Uwe Hünemeier über den nächsten Gegner.

Fürth zählt wie schon so oft zum erweiterten Favoritenkreis und wurde dieser Rolle bisher auch gerecht. Energie-Trainer Pele Wollitz hält große Stücke auf die Mannschaft in Grün-Weiß, weiß aber auch: "Wir können auch Fürth bezwingen." Dazu müsse allerdings vieles passen beim FC Energie.

"Kleeblatt"-Trainer Mike Büskens ist vor dem Spitzenspiel froh, dass seine Mannschaft bereits zehn Punkte sammeln konnte: "Aber man muss den Tabellenstand in der Anfangsphase der Saison auch realistisch einschätzen."

Büskens sieht beim Gegner Parallelen zur Entwicklung in Fürth, denn auch in Cottbus wird auf viele junge Spieler gesetzt. "Sie haben wie wir einen Schritt nach vorne gemacht, zuletzt hervorragenden Fußball gezeigt", so der 42-Jährige weiter. "Wir müssen bis zum letzten Moment hochkonzentriert bleiben, denn Cottbus gibt sich nie auf. Ich erwarte ein sehr intensives Spiel."




Hertha BSC - Karlsruher SC

Nach vier absolvierten Spielen sind die Herthaner noch ungeschlagen und empfangen nach dem 1:1 im Berliner Derby gegen Union nun im Olympiastadion den Karlsruher SC. Die Karlsruher haben sich nach der bitteren 1:4-Auftaktniederlage gegen Greuther Fürth gefangen, und aus den letzten drei Partien sieben Zähler geholt. Darunter das verrückte 5:5 gegen Energie Cottbus.

Trainer Markus Schupp scheint seine Formation nach den anfänglichen Startschwierigkeiten gefunden zu haben. "Der KSC ist ein schwieriger Gegner. Ich halte sie für spielerisch stärker als den ersten 1. FC Union, und sie haben die gleiche kämpferische Einstellung. Deshalb müssen wir wieder mehr Laufbereitschaft an den Tag legen, ohne dabei die spielerische Komponente zu vernachlässigen", sagt Herthas Cheftrainer Babbel.

Bis auf Langzeit-Rekonvaleszent Patrick Ebert, und die sich noch im Aufbautraining befindlichen Beichler und Lustenberger, kann Babbel auf seinen gesamten Profikader zurückgreifen. Schupp wird wohl wieder eine 4-4-2-Formation ins Rennen schicken. "Damit sind wir zuletzt gut gefahren", sagte der 44-jährige Fußballlehrer, der hofft, dass Kapitän Alexander Iashvili nach einem im Training erlittenen Schlag auf die Wade in Berlin dabei sein kann. Weiterhin fehlen werden Christian Timm, Stefan Rieß sowie die ebenfalls verletzten Serhat Akin, Massimilian Porcello und Niklas Tarvajärvi.




SC Paderborn - Rot-Weiß Oberhausen

Der SC Paderborn will den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen nun auch in Punkte ummünzen, daher gilt die volle Konzentration der Heimpartie gegen Rot-Weiß Oberhausen. Die Art und Weise, wie der SCP beim 2:0 gegen den 1. FC Union Berlin oder beim 1:2 in Karlsruhe aufgetreten ist, stimmt Trainer Andre Schubert zuversichtlich für die nächsten Spiele. "Es wird immer besser", stellt der Paderborner Coach fest.

Das Team von RWO wird dem gezielt aufgebauten "Malocher-Image" durch Lauf- und Zweikampfstärke gerecht. In der laufenden Spielzeit präsentiert sich die Mannschaft von Ex-Profi Hans-Günther Bruns aber auch im spielerischen Bereich verbessert. Insbesondere auf die schnellen Flügelspieler muss die SCP-Defensive aufpassen. "Oberhausen ist ganz schwer zu bespielen, es könnte ein Geduldspiel werden", betont Schubert.

Die Oberhausener wollen nach zuletzt drei Siegen diese Serie weiter ausbauen und wie schon beim letzten Aufeinandertreffen im März drei Punkte aus Paderborn mitnehmen. Allerdings muss RWO auf Angreifer Moses Lamidi verzichten. Der Stürmer, der im Heimspiel gegen den VfL Bochum (3:1) sein viertes Saisontor erzielte, hat sich im Revier-Derby einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen. "Damit wird er uns zwei bis drei Wochen fehlen", sagt Trainer Bruns.




FSV Frankfurt - Alemannia Aachen

Zum Spiel gegen Aachen stellte FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig im Voraus fest, dass er mit der Entwicklung der Mannschaft nach wie vor sehr zufrieden sei. "Wir haben in Fürth einen guten Ball in der 1. Halbzeit gespielt, aber in der 2. Halbzeit den Faden verloren. Wir müssen eher nach unten schauen als nach oben. Alemannia Aachen ist eine Mannschaft, die man auf keinen Fall unterschätzen sollte. Aber wir wollen den Dreier holen und unsere tolle Heimbilanz ausbauen."

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen warnt vor den Aachenern: "Wir sind gut beraten, den Gegner an der Qualität der Spieler zu messen, nicht an den Punkten. Die Aachener hatten einen Umbruch und zu Saisonbeginn einen neuen Trainer. Der Jugendstil schlägt sich auch in der Spielweise nieder. Aachen ist auf einem guten Weg, man spürt die Entwicklung."

Doch die Alemannia hat erst zwei Punkte auf ihrem Konto."Wir können spielerisch gegen jede Mannschaft in dieser Liga mithalten. Zwischen den Sechzehnern sieht das alles gut aus. Jetzt müssen wir sehen, dass wir in Frankfurt gewinnen", meint Trainer Peter Hyballa, der die Frankfurter für eine erfahrene und spielstarke Mannschaft hält, vor der man auf der Hut sein müsse.

Für sein eigenes Team denkt der Coach über Veränderungen nach. "Vielleicht müssen wir an ein, zwei Sachen etwas ändern, und zwar personell. Da überlege ich mir etwas", kündigte der Coach an.